1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Füssen

430 Jahre für die Musik: Harmoniemusik Nesselwang ehrt langjährige Musikanten

Erstellt:

Von: Herbert Hoellisch

Kommentare

Ehrungen der Harmoniemusik Nesselwang
Bezirksvorstand Gottfried Groß (v.l.) ehrt Helmut Wittmann (50 Jahre), Thomas Huber (40 Jahre), Siegfried Stöckle (50 Jahre) und Adolf Kerpf (60 Jahre) für ihr langjähriges Engagement. Dazu gartulieren Erster Vorstand Florian Greis und Zweiter Vorstand Marius Haberstock. © Herbert Hoellisch

Nesselwang – Nach einer fast dreijährigen Zwangspause hat die Harmoniemusik Nesselwang am Samstag zum Jahreskonzert in die Alpspitzhalle eingeladen. 

Vor einer nahezu voll besetzten Halle präsentierte die Kapelle ihr abwechslungsreiches Programm.

Zum Auftakt spielten die 45 Musikanten den Marsch „Abel Tasman” von Alexander Pfluger. Weiter ging es mit „Don‘t stop believin’‘ der Gruppe Journey, ehe „Images of Bellac“ des Komponisten Jacob de Haan erklang. Daneben trug die Kapelle die Polka „Von Freund zu Freund” von Martin Scharnagl und den Walzer „Über den Wellen” (Sobre las Olas) von Juventino Rosas vor.

Gottfried Groß, Bezirksvorsitzender des Bezirks 3 im Allgäu-Schwäbischen-Musikbund (ASM), freute sich für die 650 Musikkapellen im ASM und ihre mehr als 38.000 Musikanten, „dass es endlich wieder losgeht. In der Pandemie ist das kulturelle Leben nahezu zum Erliegen gekommen.“ Für ihr langjähriges Engagement ehrte er zahlreiche Mitglieder der Harmoniemusik. „Wenn einer 60 Jahre für und in der Musik tätig ist, so ist das schon was besonderes“, sagte Groß.

Adolf Kerpf begann seine musikalische Laufbahn bei der Musikkapelle Schwarzenberg mit dem Flügelhorn, ehe er den Dirigentenkurs absolvierte und nach seinem Umzug nach Nesselwang der Harmoniemusik beitrat. Nun zeichnete Groß ihn mit dem Diamantenen Ehrenzeichen am weiß-blauen Band aus.

Bereits ein halbes Jahrhundert ist Siegfried Stöckle Mitglied. Im Verein spielt er Tuba und führt die Anwesenheitsstatistik. Außerdem war er als Ausbilder und Dirigent tätig. Für seinen Einsatz im und für den Verein wurde er bereits zum Ehrenmitglied ernannt. „Wenn einer zwischen 93 und 96 Mal im Jahr bei Proben und Auftritten für den Verein unterwegs ist, dann lässt sich leicht ausrechnen, wie viel da in einem halben Jahrhundert zusammenkommt“, sagte der Bezirksvorstand über den zeitlichen Aufwand. Er überreichte Stöckle das Diamantene Ehrenzeichen am weiß-blauen Band.

50 Jahre im Verein

„Um einiges größer ist da das Leistungsspektrum eines Dirigenten, der auch die Proben und Konzerte vorbereiten muss. Er benötigt auch viel Fingerspitzengefühl für die Auswahl der Stücke“, erläuterte Groß weiter. Er zeichnete Dirigent Helmut Wittmann ebenfalls für 50 Jahre Mitgliedschaft im ASM aus. Begonnen hatte Wittmann als Trompeter und Schlagzeuger in Pfronten und Füssen, bevor er auch hier den Taktstock ergriff.

Thomas Huber, der die erste Trompete spielt und viele Jahre als Jugendausbilder, Jugendwart sowie mehr als zwei Jahrzehnte als Zweiter Vorstand tätig war, wurde für 40 Jahre Zugehörigkeit mit dem Diamantenen Ehrenzeichen ausgezeichnet. Zudem erhielt er die Ehrenkarte des ASM. „Er ist eine große Stütze im Verein“, sagte Groß.

Neue Ehrenmitglieder

Anschließend bat der Vorstand Franz Allgeier, Uwe Söder und Thomas Huber auf die Bühne. Allgeier war beim Bezirksmusikfest 1994 Vorstand des Vereins und Söders Vorgänger, der danach die Leitung des Vereins übernommen hatte. Huber war mehr als 25 Jahre in der Vorstandschaft der Harmoniemusik tätig. „Alle drei sind unentbehrliche Institutionen im Verein und dafür ernennen wir sie zu Ehrenmitgliedern“, sagte Greis.

Der Vorstand dankte allen Musikanten für die vergangenen drei Jahre. „Die Zeit war nicht leicht für uns“, so Greis. „Hygienekonzepte für 2G, 2G-Plus und 3G waren bestimmend. Wir haben mal im kleinen Kreis im Probenraum, mal draußen oder hier in der Alpspitzhalle proben können“.

Nach der Polka „Ein halbes Jahrhundert” von Very Rickenbacher startete die Kapelle mit dem Marsch „Hoch Nesselburg”, einer Hommage des ehemaligen Dirigenten der Harmoniemusik, Josef Köberle, an die Burgruine über Nesselwang, in den zweiten Teil des Abends. Anschließend folgte der 2008 entstandene Nummer-Eins-Hit der Rockband Coldplay „Viva la Vida”. Das Medly „80er KULT(tour)” des Saarländers Thiemo Kraas bildete den Abschluss des Jahreskonzerts. Grundlage hierfür waren die Titel „Skandal im Sperrbezirk” der Spider Murphy Gang, „Ohne dich” von der Münchener Freiheit, „1000 und 1 Nacht” der Klaus Lage Band sowie „Sternenhimmel” von Hubert Kah und Falcos „Rock Me Amadeus”.

Als Zugaben folgten der Marsch „Kaiserin-Sissi” von Timo Dellweg ehe die Kapelle die „Nationalhymne“ des Marktes, den „Nesselwanger Marsch” von Köberle anstimmte. „Der gehört einfach zu einem Jahreskonzert dazu. Ohne geht gar nicht“, meinte ein Besucher.

Auch interessant

Kommentare