Füssener Naturschützer bleiben bei Ablehnung und denken über Bürgerentscheid nach

Keine Einigung am Forggensee

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Im Streit um das geplante Hotel am Festspielhaus ist weiterhin keine Einigung in Sicht. Der Investor hat jetzt angekündigt, das Gebäude um etwa 15 Meter zu verkürzen.

Füssen – Auch ein neuerliches Gespräch zwischen Festspielhaus-Eigentümer Manfred Rietzler und den Gegnern des geplanten Hotel-Baus am Mittwochabend hat keine Annäherung gebracht.

Zwar kündigte Rietzler an, die Länge des Gebäudes um etwa 15 Meter zu kürzen und die Gestaltung der Fassade zu überarbeiten. Bund Naturschutz, Kreisfischer und Landesbund für Vogelschutz wollen das Projekt aber weiterhin verhindern – notfalls mit einem Bürgerentscheid.

„Das Gespräch war sehr sachlich und in Ordnung“, berichtete Alexander Beck, Schriftführer des Kreisfischereivereins am Donnerstagmorgen über ein erneutes Treffen zwischen Rietzler sowie Vertretern der Kreisfischer, des örtlichen Bund Naturschutzes (BN) und des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) am Mittwochabend. Gleichwohl: Eine Einigung zwischen beiden Parteien ist weiterhin nicht in Sicht. „Es ist kein Konsens entstanden“, so Beck weiter. 

Während Rietzler aus wirtschaftlichen Gründen weiterhin am Bau des 5-Sterne-Hotels mit 149 Zimmern (300 Betten) festhält, lehnen die Naturschützer den Bau wegen der zu befürchtenden negativen Auswirkungen auf das dortige Landschaftsschutzgebiet weiter ab. 

Zuvor hatte Eigentümer Rietzler in der Runde Umplanungen angekündigt. So soll der ursprünglich 144 Meter lange, unmittelbar nord-östlich des Veranstaltungshauses geplante Hotel-Komplex nun etwa 15 Meter kürzer gebaut werden. Das heißt, das Gebäude wird nicht mehr so weit in den Forggensee hineinreichen wie bisher. Der Bau in den See hinein ist einer der Hauptkritikpunkte der Fischer und Naturschützer, da sie dadurch eine massive Beeinträchtigung des aus ihrer Sicht ökologisch wertvollen Acheinlaufs befürchten (der Kreisbote berichtete mehrfach). Außerdem soll die Gestaltung der Fassade mit mehr Holzelementen naturnaher werden.

Darüber hinaus werde in dem kürzlich einberufenen Beratergremium an weiteren Änderungen gearbeitet, teilte die Sprecherin des Festspielhauses mit. Bekanntlich hatte es in der Vergangenheit auch immer wieder Kritik an der vorgesehenen Gestaltung des Hotels gegeben.

Ufer bleibt zugänglich

Darüber hinaus habe Rietzler zugesichert, dass das Ufer und die Promenade auch zukünftig öffentlich zugänglich bleiben werden. Zudem werden alle Bauarbeiten und Maßnahmen in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde stattfinden und der bestehende Baumbestand solle während der Bauphase geschützt werden. 

Gegner nicht zufrieden

Doch die Änderungen der Planung reicht Füssener Fischern und den Naturschützern bislang nicht. Aus ihrer Sicht hat sich an der Ausgangslage nichts geändert. „Im Ergebnis steht das Gebäude nach wie vor im Wasser und im Landschaftsschutzgebiet“, fasste Alexander Beck zusammen. „Die Verkürzung ändert nichts an unseren Kritikpunkten.“ Michael Käs von der Ortsgruppe des BN ergänzte: „Das hat uns alle nicht überzeugt. Dieses Hotel gehört an dieser Stelle nicht hin.“ Für ihn bedeute Landschaftsschutz auch den Schutz des Landschaftsbildes. Dieses werde durch den Hotel-Komplex aber verschandelt. „Das sieht aus wie ein Kreuzfahrtschiff.“

Sowohl die Füssener Fischer als auch die Ortsgruppe des Bund Naturschutz kündigten am Donnerstag gegenüber dem Kreisbote an, weiter gegen das Projekt vorgehen zu wollen. „Wir werden unseren Weg weiter verfolgen“, sagte Beck. Auch der BN will nicht klein beigeben. „Wir werden uns dagegen wehren“, betonte Käs. In welcher Form dies geschehen soll, müsse allerdings noch intern beraten werden. Die wahrscheinlichste Option ist demnach wohl eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan, der derzeit im Änderungsverfahren ist. Eine weitere ist ein Bürgerentscheid, den Vorstandsmitglied Alexander Beck ins Spiel bringt. „Das ist ein großes Thema und eine Option auch in der Bevölkerung.“ 

Keine Alternativen

Bereits im ersten Gespräch hatten die Gegner vorgeschlagen, nach einem alternativen Standort für das Hotel zu suchen, da sie den gewählten Platz für die notwendige Größe des Baukörpers für ungeeignet halten und sich diese Situation bei eventuellen Erweiterungen verschärfen würde. Im ursprünglichen Bebauungsplan war laut Alexander Beck ein Standort südlich des Festspielhauses für ein Hotel angedacht. Laut Aussage von Manfred Rietzler gebe es für ihn aber keinen alternativen Standort für den Bau seines Sterne-Hotels.

Matthias Matz

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