Mehr Interesse an Museen

Füssener Museen verzeichnen 2017 deutlich mehr Besucher

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Das städtische Museum im Kloster St. Mang profitiert 2017 vom 300-jährigen Jubiläum des Klosters.

Füssen – So viele Besucher wie seit der Landesausstellung im Jahr 2010 nicht mehr besuchten im vergangenen Jahr die Museen der Stadt.

Insgesamt 47.281 Besucher registrierte das Team von Museumsleiter Anton Englert 2017 an den Kassen des städtischen Museums und der Galerie im Hohen Schloss, wie Englert unlängst im Kulturausschuss berichtete. Von schwarzen Zahlen ist der Museumsbetrieb dennoch weit entfernt.

Auch das Ausbleiben von Schulklassen sorgte für Diskussionsbedarf unter den Stadträten im Ausschuss. Von den gut 47.000 Besuchern (2016: 44.514) besichtigten 20.159 (19.046) das Museum und 27.122 (25.468) die Galerie im Hohen Schloss.

Ein Grund für den Anstieg ist laut Englert das 300-jährige Jubiläum des Klosters St. Mang mit Sonderausstellungen im vergangenen Jahr (der Kreisbote berichtete). „300 Jahre St. Mang war eine super Sache!“, lobte Magnus Peresson (UBL). Zweiter Bürgermeister Niko Schulte (CSU) ergänzte: „Das war von mehreren Schultern getragen und eine Top-Sache!“ 

Das Defizit der Einrichtungen inklusive Personalkosten wächst dennoch. Schlugen im vorvergangenen Jahr noch 178.000 Euro negativ zu Buche, waren es 2017 bereits 194.000 Euro. Und für dieses Jahr geht Kämmerer Tobias Rösler laut Haushaltsplan von einem Minus in Höhe von 258.000 Euro aus. Da hilft es dann auch nicht mehr, dass die Kasseneinnahmen um über 10.000 Euro auf fast 61.000 Euro im vergangenen Jahr stiegen.

Rund 4500 Euro Umsatz (Reinerlös: 2645 Euro) entfielen dabei laut Englert auf den Verkauf spezieller Museumsartikel. Vor allem Dank des neuen Buchs „Füssener Lauten und Geigenbau“ war der Umsatz spürbar höher als im Jahr davor. Vor allem die diesmal nicht anwesenden Jürgen Doser von den Freien Wählern und Dr. Martin Metzger (BfF) hatten vor Jahresfrist gefordert, einen höheren Teil der Museumsausgaben durch den Verkauf von Museumsartikeln oder Merchandising-Produkten zumindest teilweise zu refinanzieren (der Kreisbote berichtete). „Das werden wir nicht erreichen können“, erklärte Englert. Zumal die Museen keine Konkurrenz zu privatwirtschaftlich betriebenen Shops in der Stadt sein dürfen. 

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) stellte sich hinter den Museumsleiter: „Wir dürfen da keinen Souvenirshop drauß machen!“, betonte er. 

Weniger Schüler

Während durch das Klosterjubiläum und die damit verbundenen Sonderausstellungen im vergangenen Jahr vor allem der Anteil einheimischer Besucher gesteigert werden konnte, sank gleichzeitig der Anteil an Schülern/Schulklassen deutlich von 3,3 Prozent in 2016 auf 1,7 Prozent in 2017. 

Über die Gründe dafür konnten sowohl Englert als auch die Ausschussmitglieder aber nur spekulieren. „Wir stehen in sehr intensivem Kontakt mit den Schulen“, sagte Englert. „Den Schulen stehen die Türen sperrangelweit offen.“ So gehe man auf die Lehrer zu, informiere sie über die Angebote und ermögliche Schulklassen sogar den Besuch vor den offiziellen Öffnungszeiten um 11 Uhr. 

Allerdings hänge die Frequenz wohl stark von den jeweiligen Lehrkräften und deren Schwerpunkten ab. „Man muss auch die Gegebenheiten der Lehrpläne bedenken“, so Englert weiter. „Das braucht Gedankenarbeit auf beiden Seiten.“ 

Kein Zirkus

UBL-Stadtrat Peresson schlug vor, das Gespräch mit den Lehrern zu suchen, da von diesen der Anstoß kommen müsse. „Man kann Kinder begeistern – aber es muss jemand da sein, der die Begeisterung hat“, sagte er. 

Winfried Gößler (Grüne) äußerte die Idee, beispielsweise in der Jugendherberge Werbung für die Museen zu machen. Dagmar Rothemund von der SPD wiederum konnte sich Veranstaltungen wie eine „Nacht der Museen“ vorstellen. Angesichts der verschiedenen Vorschläge bremste Englert die Diskussion aber etwas ab. „Man muss schon aufpassen, dass man das Museum nicht zum Zirkus macht“, warnte er.

mm

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