Abschied nach 42 Dienstjahren

Die Verabschiedung von PI-Chef Günther Stadler (links) nahm Hans-Jürgen Memel vor, der Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Seit 2004 war der Erste Polizeihauptkommissar Chef in Füssen, zuvor war er hier bei der Grenzpolizei. Foto: cf

Als rekordverdächtig muss die über vier Jahrzehnte lange berufliche Laufbahn eingestuft werden, die Füssens Polizeichef Günther Stadler jetzt mit dem Schritt zur Pensionierung abschließt. Vor dem nächsten Lebensabschnitt – mit mehr Zeit für Ehefrau Renate und die Enkel – wurde Stadler im „Kleinen Kursaal“ vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in einer harmonischen Feier verabschiedet.

Polizeipräsident Hans-Jürgen Memel war nach Füssen gekommen, um Stadler die Urkunde persönlich zu über- reichen, dem er sich – wie er betonte – freundschaftlich durch gemeinsame Einsatzjahre im Dienst für die Sicherheit in dieser ganz besonders schönen Region verbunden fühle. Stadler durfte sich im Beifall der Kollegen sowie der Repräsentanten aus den Reihen der Rettungsorganisationen und des öffentlichen Lebens sonnen. Zu seiner Verabschiedung war gekommen, was Rang und Namen hat. Bürgermeister Paul Iacob würdigte in seinem Grußwort die jahrelange gute Kooperation zwischen der Polizeiinspektion (PI) und der Stadt Füssen. Hinter Stadler liegen heute insgesamt 42 Dienstjahre und 147 Tage. „Das weiß ich jedoch nur, weil mir das Versorgungsamt geschrieben hat“, berichtete der „Polizist mit Herz“ in seiner Abschiedsrede, die er sehr humorvoll angelegt hatte. So streifte er Begegnungen mit Terror und Mord im harten Schichteinsatz zwar mit Beispielen wie dem Anschlag durch die Rote Armee Fraktion (RAF) während der 70er Jahre in Augsburg, verführte aber die Zuhörer viel lieber zum Schmunzeln. So fasste Stadler sein Glück und professionelles Geschick, die gesamte Dienstjahre quasi unverletzt überstehen zu können, in einem kleinen alltäglichen Vorfall zusammen: „Einmal wurde ich von einem Pinscher gebissen.“ Den Aufstieg zur Führungspersönlichkeit skizzierte Polizeipräsident Memel, indem er Stadler so charakterisierte: Er sei stets einer der besten gewesen, der im Studium den Abschluss Diplom-Verwaltungswirt erworben habe, wodurch sich die Tür in den gehobenen Dienst öffnen konnte. In seiner Führungsposition in Füssen zeigte Stadler seine Qualitäten, indem er seinen Bereich „vorbildlich gestaltet“ habe. Im Namen des Kollegenteams gratulierte und dankte Albert Müller von der Kripo für die immer gute Zusammenarbeit und Kameradschaft. Erika Wilczek vom Bayerischen Roten Kreuz und Klaus Beylschmidt von der Freiwilligen Feuerwehr Füssen hatten sich sogar die Mühe gemacht, Stadler Tipps für das Verhalten als Pensionär in Reimform mit auf den neuen Weg zu geben, der im März beginnt. Nachdem sich der 33-jährige Nachfolger Markus Eisenlauer vorgestellt hatte, der aus dem Bayerischen Innenministerium nach Füssen kommt, war der von Agnes Flatz und Regionalkantor Albert Frey auf ausdrücklichen Wunsch von Stadler musikalisch umrahmte offizielle Teil der Verabschiedung beendet. Blieb noch die Frage zu klären, warum der junge Polizeihauptkommissar Eisenlauer ab März nur sechs Monate Füssener PI-Chef in Füssen sein wird und diese Stelle danach erneut besetzt werden muss. Für Eisenlauer ist dies eine wichtige Station im Rahmen der Qualifizierung für die Karriere im höheren Dienst.

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