Bebauungsplan Uferstraße Nord: Räte segnen Entwurf ab

Ein Ende ist in Sicht

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Um die „Riviera des Allgäus“ zu erhalten, forderte das Landratsamt Ostallgäu 2006 die Stadt Füssen dazu auf einen Bebauungsplan Uferstraße Nord in Hopfen aufzustellen. Bis zum Sommer könnte dieser laut Bürgermeister Paul Iacob (SPD) fertig werden.

Füssen – „Bis zum Sommer könnten wir den Bebauungsplan fix und fertig haben und Rechtskraft verleihen“, kündigte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) am Dienstag im Bauausschuss an.

Konkret ging es um den Bebauungsplan Hopfen-Uferstraße Nord. Eine weitere Änderung stellte hier Planer Wolfgang Kahle vor. Obwohl die Räte mehrheitlich den überarbeiteten Entwurf absegneten, gab es am Ende trotzdem Kritik. 

Mit dem Bebauungsplan (B-Plan) sei man „soweit jetzt fertig“, so der Rathauschef. In der Ausschusssitzung schauten sich die Räte nur noch die geänderten Pläne eines Gebäudes an. Daneben erkundigte sich Dr. Anni Derday (FWF), ob ein Restaurant jetzt genügend Stellplätze habe. „Die Verwaltung wollte das überprüfen.“ „Das tangiert das Bauvorhaben, aber nicht den Bebauungsplan“, erklärte der Bürgermeister daraufhin.

 "Wahnsinnsarbeit" 

So billigten die Stadträte mit einer Gegenstimme von Michael Schmück (CSU) den überarbeitenden Entwurf des B-Plans. Dieser wird nun öffentlich ausgelegt. Anschließend werde die Stadtverwaltung schauen, was für Einwände kommen und sie dann einarbeiten, erklärte Iacob. 

Bis zum Sommer könnte der Bebauungsplan dann Rechtskraft erhalten – das Ende eines langen Prozesses. Bereits vor elf Jahren hatte das Landratsamt Ostallgäu die Stadt Füssen aufgefordert, für die Uferstraße Nord einen Bebauungsplan aufzustellen. Das Ziel war einen „Wildwuchs“ von übermäßig großen und breiten Gebäuden an der „Riviera des Allgäus“ zu verhindern. 

Es war eine „Wahnsinnsarbeit“, die bestehenden Gebäude zu vermessen und Veränderungen einzuarbeiten, erklärte Iacob am Dienstag. 

Doch dabei lief nicht immer alles glatt, zumindest aus Sicht einiger Stadträte. So hatte der Bauausschuss im Mai 2015 die künftige Bebauung dort festgelegt und einige Bauvorhaben abgelehnt oder stark verkleinert. Doch vier Monate später war davon vieles schon wieder vom Tisch.

Denn einige Grundstücksbesitzer und Bauwerber hatten daraufhin konkrete Bauvoranfragen gestellt, die der Ausschuss im September größtenteils durchwinkte, obwohl eine Ablehnung mit Verweis auf die Mai-Beschlüsse möglich gewesen wäre. Die Stadt habe erreicht, dass die ursprüngliche Größenordnung der geplanten Gebäude reduziert würde, hatte Iacob damals erklärt. 

Ein "verlorener Ort" 

Völlig anders bewertete dagegen Magnus Peresson (UBL) die Situation. „Den Bebauungsplan hätte sich die Stadt sparen können“, sagte der Architekt und Stadtrat damals. Und auch am Dienstag hielt er sich mit Kritik nicht zurück. So zitierte er aus einem Artikel einer „honorigen Zeitschrift“, der sich mit der Bautätigkeit in Hopfen beschäftigte. 

Darin wurde kritisiert, dass man in dem Füssener Ortsteil das Augenmerk allein auf ökonomische Bautätigkeit gelegt habe, auf eine „preiswerte Architektur von der Stange.“ Daneben merkten Planer und Architekten an, dass man in Hopfen die Chance auf einen „Top-Tourismus“ gehabt hätte.

„Diese Chance wurde nicht genutzt, weil man immer mehr wollte“, heißt es in dem Artikel weiter. Am Ende bewerteten sie Hopfen „gestalterisch als verlorenen Ort.“„Danke, das war interessant“, meinte Bürgermeister Iacob daraufhin nur.

Katharina Knoll

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