Vor allem Landstraßen im Blickpunkt

Morgen wird geblitzt

+
Beim Blitzmarathon überprüft die Polizei bayernweit an 1600 Messstellen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge

Landkreis – Am morgigen Donnerstag, 21. April, findet der vierte Bayerische Blizmarathon statt. Ab 6 Uhr in der Früh bis Freitag, 6 Uhr, kontrolliert die Polizei die Geschwindigkeit vor allem auf Landstraßen. Im südlichen Ostallgäu und östlichen Oberallgäu wird in Nesselwang, Oy-Mittelberg, Wertach, Rieden am Forggensee, Roßhaupten, Schwangau und Füssen geblitzt.

„Schwerpunktmäßig werden unsere Kontrollen auf Landstraßen stattfinden“, erklärt Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann. „Dort ist die Gefahr von schweren Unfällen aufgrund überhöhter Geschwindigkeit am größten.“ Die Liste mit den Messstellen wird vorab im Internet unter www.stmi.bayern.de veröffentlicht. „Jeder kann sich also rechtzeitig informieren und den Fuß vom Gas nehmen“, betonte der Innenminister.

So wird in Nesselwang auf der Kreisstraße 23 im Ortsteil Lachen geblitzt. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit liegt hier bei 50 km/h. In Oy-Mittelberg steht die Polizei gleich an zwei stellen: Einmal an der Bundesstraße 309, wo die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 100 km/h liegt, und einmal an der Kreisstraße OA 34. An dieser Stelle dürfen Fahrzeuge maximal 70 km/h fahren.

Blitzer an Colomankirche 

In Wertach wird innerorts entlang der Langgasse, Grüntenseestraße und Bahnhofstraße bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h geblitzt.

In Rieden am Forggensee steht die Polizei an der Bundesstraße 16 bei Tiefental, Schwarzenbach, wo eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h erlaubt ist. In Roßhaupten blitzen die Beamten an der Staatsstraße 2059 im Abschnitt 100. Hier ist die Geschwindigkeit auf 70 km/h begrenzt. In Füssen-Weißensee wird an der Bundesstraße 310 im Abschnitt 180 bei Kilometer 2,5 die Geschwindigkeit überprüft. Hier ist maximal 70 km/h erlaubt. In Schwangau steht die Polizei an der Bundesstraße 17 an der Colomankirche. Auch hier dürfen Fahrzeuge maximal 70 km/h fahren.

 Für die Unbelehrbaren kündigte Herrmann weitere Schwerpunktkontrollaktionen im Juli in ganz Bayern an. Laut dem Verkehrsminister gehe es nicht um den Griff ins Portemonnaie, sondern um mehr Verkehrssicherheit. Ziel sei, das Problembewusstsein für zu hohe Geschwindigkeit zu schärfen.

Gute Erfahrungen

 gemacht „In den vergangenen Jahren haben wir mit unserem Blitzmarathon gute Erfahrungen gemacht“, erklärte Herrmann. „Viele Fahrer haben sich wieder bewusst Gedanken über ihre Geschwindigkeit gemacht und waren langsamer unterwegs.“

Laut Herrmann ist zu schnelles Fahren dennoch weiterhin eine Hauptursache für schwere Verkehrsunfälle. Rund ein Viertel aller tödlichen Verkehrsunfälle in Bayern gehen auf Raser zurück. 177 Menschen mussten deshalb 2015 auf Bayerns Straßen ihr Leben lassen (2014: 193).

Allein im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, das von Lindau über Oberstdorf und Füssen bis nach Neu-Ulm zuständig ist, kam es 2015 zu über 26.000 Unfälle. Dabei wurden laut Polizei über 5.700 Personen verletzt, 50 Menschen starben. Über 21 Prozent der Unfälle mit Schwerverletzten und Toten wurden durch zu hohe Geschwindigkeiten verursacht, so die Polizei. Über 75 Prozent der schweren Unfälle ereigneten sich auf Straßen außerorts.

 „Mehr gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr würde der Entwicklung steigender Unfallzahlen entgegenwirken, weshalb ich hierzu deutlich appelliere“, meint auch Werner Strößner, Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West.

 „Damit geht auch einher, sich mit einer angemessenen und nicht überhöhten Geschwindigkeit im Straßenverkehr zu bewegen, denn Verstöße dagegen sind seit Jahren eine der Hauptunfallursache mit oftmals tragischen Folgen. Geschwindigkeitsmessungen tragen dazu bei, diese viel zu oft vernachlässigte Gefahr wieder ins Bewusstsein der Kraftfahrer zu bringen“, meint Strößner.

Der Bayerische Blitzmarathon ist Bestandteil des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms 2020 „Bayern mobil – sicher ans Ziel“. Er findet im Rahmen des bundesweiten Blitzmarathons statt, an dem sich heuer auch anderer europäischer Länder beteiligen.

Katharina Knoll

Auch interessant

Meistgelesen

"Handschrift der Männer"
"Handschrift der Männer"
Alles im Lack
Alles im Lack
Zu zweit unterm Baum
Zu zweit unterm Baum
Haus in der Schrannengasse soll in die Höhe wachsen
Haus in der Schrannengasse soll in die Höhe wachsen

Kommentare