Achtung: Raupen präparieren Hänge

Dass die Pistenraupe an einem mehrere 100 Meter langen Seil hängt sieht man erst, wenn es zu spät ist. Martin Osterried von pistentour.com machte den Test. Der schwarze Strich im Bild ist tatsächlich das Stahlseil, an dem die Raupe hängt. Pistenraupen können plötzlich hinter einer Kuppe auftauchen. Hier kann selbst der beste Fahrer nicht mehr bremsen. gau

Zu sehen ist nichts, zu hören auch nicht. Doch zwei Skifahrer, die beispielsweise die Hauptabfahrt an der Alpspitzbahn herunterkommen, können ganz schnell Probleme bekommen. Denn gleich hinter einer Kuppe könnte eine Pistenraupe, die an einem Stahlseil hängt, bei der Arbeit sein. Und das kann zur tödlichen Gefahr werden. Deshalb haben die Verantwortlichen der Alpspitzbahn in Nesselwang, gemeinsam mit der Bergwacht und Skiführern kürzlich zu einer Informationsveranstaltung geladen. Es ging um die Pistengeher und das Verhalten nach Betriebsende.

Für manchen ist Ski fahren um so schöner, wenn er selbst zum Gipfel oder zur Hütte aufsteigt und danach, vielleicht ganz allein, die Abfahrt genießen kann. Doch vor diesen Genuss haben die Ver- antwortlichen ein paar Regeln gesetzt, die man der Fairness halber, vor allem aber zur eigenen Sicherheit, einhalten sollte. Darüber informierten kürzlich die Verantwortlichen der Alpspitzbahn in Nesselwang, gemeinsam mit der Bergwacht und Skiführern. Es ging um die Pistengeher und das Verhalten nach Betriebsende. Denn dann sind die großen Pistenbullies zugange, um die Abfahrten für den nächsten Tag oder das Nachtskifahren herzurichten. Manchmal zu zweit oder zu dritt nebeneinander kriechen sie den Hang entlang und ziehen sich dabei an einem fast unsichtbaren Stahlseil hinauf, um den Untergrund nicht zu sehr zu belasten. Doch genau dieses Stahlseil kann wie eine Peitsche über die Piste schnellen, kann zur Stolperfalle für den Skifahrer werden oder ihn sogar den Kopf kosten. Ständig steigt die Zahl der Beinah-Unfälle, aber auch der schweren Unglücke. Man könne abwägen, so Thomas Schneckenburger, Betriebsleiter der Bahn, wie weit man als Verantwortlicher mit dem zweiten Bein im Gefängnis stehe. Das erste sei ohnehin schon drin. Denn die aufgestellten Regeln, etwa das Fahrverbot auf den Skipisten nach Betriebsschluss, aber auch Absperrmaßnahmen werden regelmäßig missachtet. Oftmals würden die „Könner“ hinter den Pistenraupen den Hang hinab herfahren, so Geschäftsführer Ralf Speck. Dabei übersehen sie, dass die Raupen im Stand drehen oder stehen bleiben können. Wobei die Stahlkrallen am Heck, die eigentlich das Eis aufreißen sollen, wie ein Fleischwolf funktionieren. Vor allem jetzt im Frühjahr, wenn die Pisten für den nächsten Tag hergerichtet werden und die Abende länger sind, müssen die Mitarbeiter der Bahnen genau auf ihr Umfeld achten. Denn nicht immer können Männer wie Speck unbedarfte Skifahrer davor bewahren, ihren Kopf zu riskieren, weil sie nicht sehen können, was hinter einer Kuppe lauert. In Zusammenarbeit mit pistentour.com wurden an den verschiedenen Allgäuer Hausbergen eigens Tage eingerichtet, an denen die Pistengeher bis 22 Uhr gefahrlos auf- und absteigen können. An welchem Tag welche Hütte und Piste für die Tourengeher geöffnet sind, können Interessierte auf der Homepage von www.pistentour.com nachlesen. Dort stehen ebenfalls weitere Informationen zum richtigen Verhalten neben und auf der Skipiste.

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