Bemühungen kommunaler Politiker könnten erfolgreich sein

Augenarzt in Sichtweite?

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Gute Aussichten: Bald könnte sich wieder ein Augenarzt mit Kassenvertrag im Außerfern ansiedeln. Die Bürgermeister des Krankenhausverbandes und BR-Vizepräsidentin Sonja Ledl-Rossmann (vorne Mitte) haben einen Lösungsvorschlag.

Ehenbichl – Die Suche nach einem Augenarzt läuft im Bezirk Reutte weiter auf Hochtouren. Seit drei Jahren gibt es im Außerfern keinen einzigen derartigen Fachmediziner mehr, der mit der Krankenkasse zusammenarbeitet.

Drei Ausschreibungen blieben bislang ergebnislos. Wer im Außerfern derzeit einen Augenarzt braucht, der muss über die Bezirksgrenzen hinausfahren. Bekanntlich ging ja der bisher einzige Fachmediziner, der auch einen Kassenvertrag hatte, mit Ende 2014 in Pension. Die Stelle wurde bereits dreimal ausgeschrieben. Ohne zählbares Ergebnis. 

Nun versucht der Ausschuss des Bezirkskrankenhauses einen neuen Anlauf. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, der Bevölkerung im Außerfern die bestmögliche medizinische Versorgung zu ermöglichen“, so die Bürgermeister des Krankenhausverbandes. Das Umfeld müsse so attraktiv wie möglich gestaltet werden, um wieder einen Vertragsarzt ins Außerfern zu bekommen, so der Wunsch der betroffenen Rathauschefs. 

Durch die Bereitstellung von Infrastruktur könnte ein entsprechender Anreiz geschaffen werden, glauben die Kommunalpolitiker und denken an eine konkrete „medizinische Nahversorgungsförderung“. Auf dem Areal des Bezirkskrankenhauses (BKH) in Ehenbichl könnten in einer modularen Bauweise entsprechende Räumlichkeiten für eine Augenarztpraxis geschaffen werden. Parallel dazu laufen bereits Gespräche mit potenziellen Interessenten an dieser Kassenstelle.

Gute Aussichten

Im Bereich der Kinderheilkunde hatte man im Bezirk mit ähnlichen Problemen zu tun. Trotz intensiver Bemühungen interessierte sich kein derartiger Kassenarzt für eine Niederlassung im Außerfern. Gemeinsam mit der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) wurde an einer Lösung gefeilt – mit Erfolg. Seit zweieinhalb Jahren deckt eine eigene Ordination im BKH Reutte die kinderärztliche Versorgung im Bezirk ab. Ein Angebot, das ohne finanziellen Selbstbehalt an sieben Tagen die Woche in Anspruch genommen werden kann. Den gleichen Lösungsansatz wollen die verantwortlichen Bürgermeister nun auch im Bereich der Augenheilkunde umsetzen.

 Bundesratsvizepräsidentin Sonja Ledl-Rossmann will ihren politischen Einfluss geltend machen und eine rasche Realisierung vorantreiben. Erste Vorgespräche mit der Gebietskrankenkasse fanden bereits statt und die Aussichten auf die Wiederansiedlung eines Augenarztes mit Kassenvertrag im Außerfern stehen nicht schlecht. TGKK-Direktor Arno Melitopulos: „Wir unterstützen dieses Vorhaben und prüfen derzeit die rechtlichen Rahmenbedingungen“.

ed

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