Fast jede ist bei der Geburt des Kindes 35 Jahre und älter

Spätes Mutterglück im Ostallgäu

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Spätes Mutterglück jenseits der 30 ist im Ostallgäu und in Kaufbeuren mittlerweile nicht selten.

Landkreis/Kaufbeuren – Mehr als jedes fünfte Neugeborene im Landkreis und mehr als jedes sechste in Kaufbeuren hat eine Mutter, die 35 Jahre alt oder älter ist.

Diese Statistik veröffentlichte die IKK classic im Januar. Sie wertete dafür aktuelle Zahlen des Bundesamtes für Statistik aus. Das Durchschnittsalter aller Mütter beträgt demnach 31,5 Jahre. In Schwaben gibt es zudem mehr Kaiserschnitte als im gesamten Freistaat. 

23,1 Prozent der Mütter im Landkreis und 18 Prozent der Mütter in der Stadt Kaufbeuren sind Spätgebärende. Das heißt: Bei mehr als jedem fünften Kind im Ostallgäu und jedem sechsten Neugeborenen in der Wertachstadt, das im Jahr 2015 zur Welt kam, war die Mutter bereits 35 Jahre alt oder älter. Das Durchschnittsalter aller Mütter lag im Jahr 2015 bei 31,5 Jahre, genauso hoch wie im gesamten Freistaat (31,5 Jahre). In Kaufbeuren hingegen lag das Durchschnittsalter bei 30,6 Jahren.

Die Gruppe der 30- bis 34-jährigen Frauen hat sowohl im Landkreis Ostallgäu als auch in der kreisfreien Stadt die meisten Kinder zur Welt gebracht: 503 von insgesamt 1239 Babys im Ostallgäu und 148 von 389 Babys in Kaufbeuren. 

Höheres Risiko

„Gegen ein spätes Mutterglück spricht grundsätzlich nichts, allerdings steigt statistisch gesehen das Komplikationsrisiko bei Spätgebärenden“, sagt Stephan Rauch, Regionalgeschäftsführer der IKK classic. So liegt das Risiko von schwangerschaftsspezifischen Erkrankungen bei älteren Schwangeren demnach höher und es wird etwas häufiger Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert. Ältere werdende Mütter sollten deshalb die Vorsorgeuntersuchungen besonders gewissenhaft wahrnehmen. 

Obwohl statistisch gesehen Spätgebärende häufiger per Kaiserschnitt entbinden, ist die Kaiserschnittrate in Schwaben von 33,6 Prozent in 2014 auf 32,6 Prozent in 2015 zurückgegangen. Die Quote sei allerdings die zweithöchste in ganz Bayern. 

Im Freistaat wurde im Durchschnitt bei 31,8 Prozent der Entbindungen ein Kaiserschnitt vorgenommen. „Kaiserschnitte sind bei bestimmten Indikationen und wenn ein Geburtsrisiko für Mutter und Kind besteht, lebenswichtig“, so Rauch. 

Notwendigkeit abwägen

Jedoch sollte bei einem normalen Verlauf der Schwangerschaft immer die Notwendigkeit eines derartigen operativen Eingriffs abgewogen werden. „Ein frühzeitiger Kontakt zu einer Hebamme kann bei der Entscheidung hilfreich sein. 

Außerdem vermitteln Geburtsvorbereitungskurse vielen Schwangeren Sicherheit und helfen Ängste abzubauen“, erklärt Rauch. Die Kostenabrechnung dieser Kurse erfolge in der Regel direkt zwischen Hebamme und der Krankenkasse.

kb

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