Ärger um Handymast

Wo der Handymast in Weißensee künftig stehen soll, ist die Frage, die in Weißensee für Unmut sorgt. Foto: Dathe

In Weißensee-Oberkirch steht ein Handymast auf einem Wohngebäude. Die Eigentümer des Hauses möchten den Masten von ihrem Dach haben, daher wird im Umkreis nach einem Alternativstandort gesucht. Doch die Suche erregt in Oberkirch die Gemüter.

Auf dem Gelände von Louis Guggemos hatte die Telekom nun eine geeignete Alternative gefunden. Für Guggemos wäre der Handymast auf seinem Gelände eine zusätzlich kleine Einnahmequelle, doch Walter Braun möchte in Oberried-Weißensee keinen Handymasten errichtet sehen. „Ich bin nicht generell gegen Handys, doch sollten die Sendemasten an Orten aufgestellt werden, an denen diese auch Sinn machen. In Oberried sei dies nach der Studie der Stadt Füssen nicht der Fall“. Deshalb hat Braun gemeinsam mit ein paar Nachbarn den „Verein zum Schutz von Natur und Wohnruhe in und um Oberried am Weißensee“ gegründet. Oberstes Ziel des Vereins sei „nein zur wahllosen Aufstellung von Handymasten“ zu sagen, so Braun. In den Verein darf jeder kostenlos eintreten „egal ob er für oder gegen Handymasten“ ist, erklärte Braun. Die Telekom möchte einen 15 Meter hohen Mast aufstellen. Dieser ist genehmigungspflichtig, aber nachdem die Telekom privilegiert ist, kann ihr niemand verbieten, diesen Masten aufzustellen. „Die Netzbetreiber können nicht nachweisen, dass die Strahlung gesundheitsunschädlich ist, deshalb sind wir dafür, dass die Sendemasten vernünftig, mit möglichst wenig Schäden für die Bevölkerung errichtet werden“, ergänzt Klaus Drexel, Vorstand des Vereins. Braun und Drexel beziehen sich bei den Gefahren von Handystrahlen auf Artikel aus diversen Zeitschriften. Die Gesundheitsbeschwerden seien: ADHS, Krebs, Allergien, Angstattacken, Depressionen, innere Unruhe, Kopfschmerzen sowie Schlafprobleme. Louis Guggemos fühlt sich inzwischen von den Nachbarn ziemlich unter Druck gesetzt. „Ich hätte mir gewünscht, dass meine Nachbarn friedlich auf mich zugekommen wären, alles kann normal geregelt werden“ erläuterte er. Um des Friedens willen wird Guggemos den Sendemasten wahrscheinlich nicht aufstellen lassen. „Lieber verzichte ich auf ein paar Hundert Euro als im Streit mit den Nachbarn zu leben“ erzählt er. „Ob Handystrahlen gesundheitsschädlich sind oder nicht ist nicht erwiesen, aber wenn man so lange immer wieder angezeigt wird und seelisch unter Druck gesetzt wird, ist das ganz sicher nicht gesundheitsfördernd“, führte Guggemos weiter aus. Im Frühjahr diesen Jahres wurde er wegen eines Hörsturzes behandelt, den er auf den Stress mit seinen Nachbarn zurückführt. Die Stadt Füssen hat gemeinsam mit dem „Zweckverband Allgäuer Land“ ein Konzept in Auftrag gegeben, das feststellen sollte, an welchen Stellen Handymasten Sinn machen und an welchen nicht. In Zusammenarbeit mit dem Fachinstitut für Elektromagnetische Verträglichkeit zur Umwelt in Köln (emf-Institut) wurde das Konzept 2008 erstellt. Das Ergebnis der damaligen Studie war, dass in der Stadt die Mobilfunkbelastung außerordentlich hoch sei und eine Verlagerung an vier Standorte am Stadtrand zu einer enormen Senkung der Strahlung führen würde. Nun gehe es darum, die Verlagerung der Sender zugunsten der Bevölkerung auch voranzutreiben. Dazu brauche die Stadt die Mitarbeit aller Bürger, die dieses Konzept aktiv unterstützen. Auf Konzept hinweisen Daher weist Andreas Rist, Hauptamtsleiter bei der Stadt Füssen, darauf hin, dass die Bevölkerung vor einer möglichen Vertragsunterzeichnung mit einem Mobilfunkbetreiber Kontakt mit dem Rathaus aufnehmen sollte. Das Gleiche gelte für die Vermieter von Flächen an Mobilfunkbetreiber. „Hier appellieren wir, die bestehenden Verträge nicht zu verlängern, sondern die Betreiber auf unser bestehendes Mobilfunkkonzept hinzuweisen“ so Rist. Aber die Stadt könne nur beratend zur Seite stehen. Ob der Mast in Oberried an einem nach dem Konzept entsprechenden Ort aufgestellt werden sollte, konnte er nicht bestimmt sagen. Informationen zu dem Mobilfunkkonzept gibt es im Internet unter: www.stadt-fuessen.de/ 4609.html.

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