Tierschutzverein: Erster Vorsitzender tritt nach nur neun Monaten zurück

"Es geht uns ums Prinzip"

+
Noch im August beglückwünschte der Erste Vorsitzende Josef Vogler (links) Jens Kröger zur Wahl als Zweiten Vorsitzenden. Mittlerweile ist Vogler von seinem Amt zurückgetreten.

Füssen/Landkreis – Der Tierschutzverein Füssen und Umgebung kommt nicht zur Ruhe.

Nachdem bei der Jahreshauptversammlung vor rund einem Jahr überraschend ein komplett neuer Vorstand den Verein übernommen hatte (der Kreisbote berichtete), ist der neue Erste Vorsitzende Josef Vogler mittlerweile schon wieder weg. 

Keiner will reden

Eigentlich werden die Vorstandsmitglieder des Tierschutzvereins für drei Jahre gewählt. Doch Josef Vogler trat Ende November bereits nach neun Monaten als Erster Vorsitzender zurück, wie der Zweite Vorsitzende Jens Kröger auf Nachfrage des Kreisbote bestätigte. Über die Gründe wollte sich Kröger nicht äußern. 

Und auch Vogler wollte auf Nachfrage gegenüber unserer Zeitung nichts zu seinem Rücktritt sagen.

Er ist allerdings nicht der Erste, der bereits nach wenigen Monaten aus dem neuen Vorstand wieder ausschied: Bereits im August mussten die Mitglieder einen neuen Zweiten Vorsitzenden wählen, da Erna Eberle aus persönlichen Gründen zurückgetreten war. 

Doch damit nicht genug: Uneinigkeit soll außerdem zwischen der Vorstandschaft und einigen ehemaligen Mitgliedern herrschen. So soll der Vorstand von der ehemaligen Zweiten Vorsitzenden Sabine Wismath, die nach der Vorstandswahl im Februar ausgetreten war, den Mitgliedsbeitrag in Höhe von 20 Euro für 2016 einfordern. 

Auch Ex-Vereinsvorstand Jochen Kaltenbach bekam nach eigenen Angaben eine Zahlungserinnerung – trotz Rausschmisses Anfang April. In einem zweiten Schreiben wurden gar „weitere Schritte“ angekündigt. „Das ist kein Gebaren für einen ehrenamtlichen Verein“, kritisiert Wismath im Gespräch mit unserer Zeitung. Andere Vereine seien da weitaus kulanter, zumal der Geld- und Zeitaufwand in keinem Verhältnis zum Mitgliedsbeitrag stehe, so die ehemalige Zweite Vorsitzende.

Außerdem stehe der Tierschutzverein gut da. „Er geht nicht pleite“ wegen der fehlenden Beiträge der Betroffenen. 

Mitgliedschaft abgelehnt

„Es geht uns ums Prinzip“, fügt Wismath hinzu. Trotzdem haben die ehemaligen Vorstandsmitglieder nach eigenen Angaben dem neuen Vorstand einen Kompromiss angeboten: „Wenn ich wieder Mitglied werden darf, dann zahle ich den Betrag gerne“, sagt Kaltenbach. 

Eine Haltung, die auch Sabine Wismath vertritt. Doch in einem Schreiben vom 22. Dezember lehnte der Vorstand das ab. „Wir bitten um Verständnis, aber eine Rücknahme Ihrer Kündigung können wir nicht annehmen“, heißt es darin. 

Laut Vereinssatzung können Mitglieder tatsächlich nur bis Ende des Geschäftsjahres mit einer Frist von drei Monaten aus dem Verein austreten. Und Wismath kündigte erst in der Jahreshauptversammlung im Februar. Das ist auch der ehemaligen Zweiten Vorsitzenden bewusst. „Rein rechtlich will ich gar nicht widersprechen“, sagt Wismath. Aber: Was in der Satzung stehe und was dann in der Praxis umgesetzt werde, seien oft unterschiedliche Dinge. „Die hätten mich ja rausgeworfen, wenn ich nicht selber ausgetreten wäre“, so Wismath. 

Deshalb wollte sie die Sache mit Kröger klären. Aber dieser sei nur schriftlich zu erreichen. Deshalb entstand bei Wismath der Eindruck: „Da ist gar kein Wille irgendwas zu klären.“ 

Daneben hätte der Vorstand laut Satzung eigentlich schon lange eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen müssen, um Voglers Nachfolger zu bestimmen, kritisierte Wismath. 

Was der jetzige Vorstand dazu sagt, ist unklar: Trotz mehrmaliger Anfrage des Kreisbote war Kröger für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Katharina Knoll

Auch interessant

Meistgelesen

Maler stürzt von Vordach
Maler stürzt von Vordach
Lanz, Eicher und Schlüter
Lanz, Eicher und Schlüter
Die Schöne und der Fürst
Die Schöne und der Fürst
Dankbar und glücklich
Dankbar und glücklich

Kommentare