Polizeistatistik 2015: Beamte verzeichnen 1278 Straftaten

Mehr Zuwanderer, mehr Straftaten

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Die Aufklärungsquote bei Verbrechen liegt im Einzugsbereich des Polizeipräsidiums Süd/West bei 69,4 Prozent.

Kempten/Landkreis – Die Zahl der einer Straftat verdächtigten „Zuwanderer“ hat sich im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt.

Das geht aus dem „Sicherheitsbericht 2015“ des Präsidiums Schwaben Süd/West hervor, den Polizeipräsident Werner Strößner am Donnerstagvormittag in Kempten vorstellte.

Demnach wurden insgesamt 999 „Zuwanderer“ als Tatverdächtige ermittelt (2014: 481). Das entspricht fünf Prozent der Gesamtzahl der Tatverdächtigen. Zum Vergleich: Allein im Ostallgäu lebten Ende 2015 rund 1570 „Zuwanderer“. Das sind etwa drei Mal mehr als im Jahr zuvor.

Laut Strößner registrierten seine Beamten im gesamten Präsidiumsbereich – der die Landkreise Oberallgäu, Ostallgäu, Unterallgäu, Lindau, Günzburg und Neu-Ulm sowie die Städte Kempten und Memmingen umfasst – im vergangenen Jahr 41.463 Straftaten. 3287 davon seien von „Zuwanderern“ begangen worden, teilte der Polizeipräsident am Donnerstag in Kempten mit.

Darin enthalten sind allerdings auch sämtliche „ausländerrechtlichen Verstöße“. Rechnet man diese heraus, bleiben noch 1278 von „Zuwanderern“ begangene Straftaten (39.244 gesamt). Dabei verzeichneten Strößners Beamten in allen Deliktbereichen zum Teil deutliche Steigerungen im Vergleich zum Vorjahr. So stieg beispielsweise die Zahl der „Straftaten gegen das Leben“ von einer im Jahr 2014 auf 14 im vergangenen Jahr.

Besonders hoch ist jedoch der Anstieg bei den sogenannten Rohheitsdelikten. Darunter werden unter anderem Raubdelikte, Nötigung, Bedrohung, Freiheitsberaubung, Geiselnahme sowie teilweise Körperverletzungsdelikte zusammen gefasst. Hier stieg die Zahl der registrierten Taten von 187 in 2014 auf insgesamt 496 in 2015. Die Zahl der „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ stieg um sieben auf 18, „einfache Diebstähle“ nahmen um 132 auf insgesamt 213 zu und die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte stieg von 174 auf 278.

Die meisten tatverdächtigen „Zuwanderer“ kommen laut Sicherheitsbericht mit 108 aus Syrien, dicht gefolgt von Nigerianern (107) und Afghanen (106). Die wenigsten Verdächtigen (15) kommen aus dem Irak und Serbien (29). Bei über 72 Prozent der mutmaßlichen Täter handelt es sich übrigens um Erwachsene. Fast 80 Prozent der tatverdächtigen „Zuwanderer“ werden der Behörde zufolge nur einmalig straffällig.

Oftmals Alkohol im Spiel

 Die Hälfte der Fälle ereignete sich laut Polizeistatistik in einer der insgesamt 559 Asylbewerberunterkünfte im Bereich des Präsidiums. Dabei handelte es sich vor allem um „Rohheitsdelikte“ (293), gefolgt von „Einfachem Diebstahl“ (32) und Sachbeschädigung (28). „Straftaten gegen das Leben“ wurden in den Unterkünften insgesamt sieben (+ sechs) begangen. „Bei den polizeilich registrierten Fällen handelt es sich meistens um Streitigkeiten unter den Asylbewerbern“, heißt es dazu im Sicherheitsbericht.

Oftmals seien die Beteiligten betrunken. „Neben Alkohol haben auch die beengten Wohnverhältnisse in den Sammelunterkünften und unterschiedliche Ansichten in der Lebensführung und Weltanschauung Einfluss auf das Konfliktpotential der Bewohner.“

Hohe Aufklärungsquote

 Von den insgesamt 458 in Unterkünften begangenen Straftaten konnten 412 geklärt werden, teilte das Präsidium am Donnerstag mit. Dabei wurden auch 12 Tatverdächtige ermittelt, die keine „Zuwanderer“ waren.

Im gleichen Zeitraum kam es auch zu einer Steigerung der Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte. Dabei handelte es sich laut Sicherheitsbericht aber vor allem um Drohungen gegen Unterkünfte sowie „niederschwellige Sachbeschädigungen durch Schmierereien und das Anbringen von Aufklebern“. Außerdem registrierten die Beamten eine versuchte Brandstiftung an einer noch nicht bewohnten Unterkunft in Marktoberdorf Ende Dezember.

 mm

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