Füssener Gebirgsversorger verlegen nach Mali

Füssener Soldaten müssen für sechs Monate in die Wüste

Appell für Soldaten aus Füssen
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Oberstleutnant Sascha Müller bei seiner Einsatzverabschiedungsrede vor angetretener Formation.

Füssen – Die grüne Flecktarn-Uniform ist die eigentliche Bekleidung des deutschen Soldaten. Doch dieses Bild ändert sich zunehmend: immer häufiger ist die dominierende Farbe sandfarben. Tropentarn, oder auch Wüstentarn wird diese Uniform genannt. 

Für das nächste halbe Jahr werden auch die Gebirgsversorger der 3. Kompanie aus Füssen diese tragen. Sie verlegen nach Mali, wohin sie Bataillonskommandeur Oberstleutnant Sascha Müller jetzt im Rahmen eines Appells verabschiedete.

Lange hatten sie sich darauf vorbereitet, hatten geübt und sind geschult worden. Nun ist es soweit: für 17 Soldaten geht es heute zur Mission „MINUSMA“. Diese Abkürzung steht für „Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali“, die unter anderem der Stabilisierung, der Sicherung des Friedens und der Überwachung der Einhaltung der Waffenruhe in dem westafrikanischen Land dient.

Major Bernhard Adden (rechts) und Hauptmann Alexander Seitz bei der Übergabe des Kompaniewimpels.

Dafür stellt das Gebirgsversorgungsbataillon 8 mit diesem Einsatzkontingent die Versorgung von Munition und Kraftstoff über Ersatzteilen bis hin zu Süßigkeiten und Artikeln des täglichen Bedarfs für die deutschen Soldaten sicher. Auch gehört der Transport, Bergung und Abschub und die Reparatur von ausgefallenem, schweren Gerät sowie Waffen zu den Aufgaben der Soldaten in der Wüste.

Für einige Soldaten ist es der erste Auslandseinsatz in ihrer Karriere. Manche haben bereits einige Erfahrungen gesammelt und sehen das bevorstehende Halbjahr voller Entbehrungen fast schon als Routine an. „Wird Zeit, dass es nun losgeht – endlich hat die Warterei ein Ende“, äußert sich ein Hauptfeldwebel der 3. Kompanie, dessen vierter Einsatz kurz bevorsteht.

Verzichten müssen die Soldaten auf ihre Familien und Freunde, Wochenenden und vor allem auf Privatsphäre. „Kleinigkeiten, wie handgeschriebene Briefe oder liebevoll gepackte Sendungen aus Deutschland, sind immer ein Highlight und eine willkommene Abwechslung“, berichtet der Soldat weiter.

39 Einsatzsoldaten sind bereits vor einigen Wochen in den Einsatz oder der dafür vorgeschriebenen vierzehntägige Isolation gestartet, sodass es spätestens Ende Oktober für alle Einsatzsoldaten ein großes Wiedersehen auf sandigem Untergrund geben wird.

Kommandeur macht Mut

Der Kommandeur sprach den Einsatzkräften Mut zu: „Sie müssen die anstehenden Herausforderungen – sei es die allgemeine Bedrohungslage, das fordernde Klima, die Lebensumstände und Entbehrungen sowie die fachlichen Aufgaben – nicht scheuen und müssen keine Angst haben“, sagte er. „Sie sind hervorragend vorbereitet und ausgebildet und werden das meistern, jeder auf seine Weise. Das Rüstzeug dazu haben Sie.“

Und auch für die nun „geschrumpfte“ Kompanie, gebildet aus den Soldaten, die zuhause bleiben werden, fand Müller motivierende Worte: „Sie sind für die Auftragserfüllung meines Verbandes genauso wichtig, wie die Einsatzkräfte in Mali.“ Nach der Ansprache des Kommandeurs folgte der symbolische Übergabe der Dienstgeschäfte: Hauptmann Alexander Seitz wird für das nächste halbe Jahr den Kompaniechef Major Bernhard Adden vertreten und bekam den Kompaniewimpel offiziell übergeben.

Und auch die Geschäfte des Kompaniefeldwebels wurden im Rahmen des Appells von Oberstabsfeldwebel Stefan Stockinger an Hauptfeldwebel Bernhard Krinninger übergeben. Als Symbol dafür bekam der neue „Spieß“ die gelbe Kordel angelegt.

Einen Tag vorher hatten sich der Kompaniechef Major Bernhard Adden und der Kompaniefeldwebel („Spieß“) Oberstabsfeldwebel Stefan Stockinger der 3. Kompanie mit Nesselwangs Zweitem Bürgermeister Johann Möst zur Übergabe des Ortsschilds getroffen. Die 3. Kompanie des Gebirgsversorgungsbataillons 8 in Füssen ist die Patenkompanie des Marktes Nesselwang.

Das Ortsschild wird als Symbol der Zusammengehörigkeit mit ins 5000 Kilometer entfernte Gao in Mali genommen und dort im „Camp Castor“ aufgestellt. Auch wenn die Umgebung wenig mit dem Allgäu gemeinsam hat, so ist es doch ein kleines Stückchen „Zuhause“ für die Soldaten. „Gutes Gelingen, viel Gesundheit und vor allem, dass Sie alle gesund wieder nach Hause kommen“, gab Möst den Soldaten mit auf den Weg.

kb

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