Im Hirsch wird kräftig derbleckt

Michael Jakob (v.l.), Wolfgang Dzierzon, Magnus Peresson und Roland Kurz hatten keine Mühe, heuer Themen zum „Derblecken“ zu finden. Fotos: Schuster

Füssen – Mit ihrem Programm „derbleckten" Michael Jakob und seine Kollegen Magnus Peresson, Reinhold Kahle und Roland Kurz am Mittwochabend wieder kräftig im Hotel Hirsch. Vom Kurhaus bis zur Kneippinsel, vom Allgäuer Dorf zur Hopfener „Entenwaschanlage“ spannten sie den Bogen. 

Elisabeth Freifrau von Elmenau hatte heuer die Ehre, das Salvatorfass anzuzapfen. Die neu Schlossherrin im Schloss Bullachberg hatte, wie sie bei ihrer Begrüßung sagte, erfolglos nach einer Anleitung zum Fassanstechen gegoogelt. Aber auch Münchner Bürgermeister hätten ja schon bis zu 19 Schläge gebraucht. Nur ein paar Mal musste die Neu-Schwangauerin dann aber ausholen, um den Hahn ins Fass zu treiben. Kurz später „frisierte“ Wolfgang Dzierzon beim üblichen Derblecken „beim Friseur“ seine Gäste Michael Jakob und Magnus Peresson, musikalisch begleitet von Roland Kurz und unterstützt von Reinhold Kahle im Bärenkostüm. Die fluchten, frotzelten und erzählten – und rechneten vor. Zum Beispiel, dass das Kurhaus im Weidach im Jahre 1977 28 Millionen Mark gekostet hatte, und die Stadt deswegen heute noch sieben Millionen Euro Schulden hat – obwohl das Kurhaus gar nicht mehr steht. Oder dass die Wassertemperatur im Hopfensee im Sommer deutlich über acht Grad liegt und damit zum „Fiaß nei dunka“ zwar taugt, aber nicht nach den Lehren von Pfarrer Kneipp. Warum es dann die Entenwaschanlage – pardon, Kneipp-Insel – im Hopfensee brauche? Oder einen Klimapavillon in Weißensee – was immer ein Klimapavillon auch ist. Zum Unterstellen beim schlechten Allgäuer Klima dürfte er wohl nicht taugen – wegen dem nahen Kanal stinkt es dort ja jedes Mal, wenn das Klima wieder umschlägt. Auch die politische Landschaft im Stadtrat nahm das Quintett aufs Korn. Sie stellten die Frage, wie man die Fraktionsvorsitzenden der CSU, Heinz Hipp, und der SPD, Lothar Schaffrath, überhaupt noch unterscheiden könne. „Der Schaffrath trägt meistens einen Schal“, lautete die Antwort. Das, was sie sagen, sei jedenfalls völlig identisch. Wenn die CSU so weitermache, befürchteten die fünf, lagert der Seehofer Füssen bald ins Außerfern aus. „Könnt Ihr euch vorstellen, dass wir bald ein Ortsteil von Pinswang sind?“ fragten sie. Einen ausgiebigen Alptraum widmeten die Herren beim Frisör dem geplanten Allgäuer Dorf, das der „Tarzan von der grünen Hölle“, Erwin Trimmel, derzeit plant. Wo der Trachtler aus Usbekistan und das Selchfleisch aus PVC ist, wo der ehemalige Landrat Johann Fleschhut bei der Eröffnung im Jahr 2023 eine Moorleiche spielt und eine Automat für ein „Fuchzgerl“ Kuh-Geräusche von sich gibt. Wiederholt wird das Programm „Beim Frisör“ nochmal am Freitag, 22. Februar und Freitag, 1. März im Hotel Hirsch. ps

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