Training auf dem Truppenübungsplatz Bodelsberg

Doppeltes Wissen für Reservisten

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Auf dem Übungsprogramm der Reservisten steht vor allem das Bergen eines Verwundeten unter feindlichem Feuer.

Oy-Mittelberg – Zur Sanitätsausbildung als Ersthelfer hatte die Kreisgruppe Allgäu der Reservisten jetzt auf den Standortübungsplatz Bodelsberg bei Oy-Mittelberg eingeladen.

Räumlichkeiten, Ausbildungsmaterial, Waffen, Ausrüstung und Verpflegung stellte Reservisten-Stabsfeldwebel Lukas Pfeiffer aus Sonthofen bereit. An den Tagen vorher bewegte die gemeldeten Teilnehmer vor allem die Frage, ob nach den Regentagen auch tatsächlich, wie im Wetterbericht angekündigt, die Sonne scheint. Schließlich findet die Hälfte der Ausbildung im Gelände statt. Aber wie erhofft, wurden die Reservisten mit strahlendem Sonnenschein auf dem ehemaligen Gutshof empfangen. Für die Leitung der Ausbildung konnte der einsatzerfahrene Sanitätsoffizier, Oberstarzt Dr. Jan Savarino, gewonnen werden. 

Im theoretischen Teil der Ausbildung, in dem es unter anderem um die drei Phasen der Taktischen Verwundetenversorgung, Handhabung des Tourniquets zum Abbinden eines Armes oder Beines bei schwerstem Blutverlust, Wundversorgung, Body-Check, Herz-Lungen-Wiederbelebung und Bergetechnik ging, wusste Savarino immer den Bezug vom Einsatz als Soldat und als Ersthelfer bei einem Unfall im Zivilleben herzustellen. „So haben viele Angst, Erste Hilfe zu leisten, weil sie befürchten, dabei etwas falsch zu machen. Obwohl man dabei gar keine Fehler machen kann. Nichtstun ist dagegen ein ganz schwerer Fehler!“, betonte Savarino. 

Hartes Training

Nach dem theoretischen Teil der Ausbildung wurden zum Mittagessen Tische und Stühle flugs aus dem Haus in den Gutshof verlegt. Danach hieß es aber umgehend: Die 15 Kilogramm schweren Splitterschutzwesten anlegen, Gefechtshelm auf, Waffe G36 mit Übungsmunition empfangen, um dann in mehrmaligen Abläufen als Ersthelfer einen durch Feindbeschuss verwundeten Kameraden zu bergen. Dabei mussten die Teilnehmer vor allem darauf achten, die eigene Feuerüberlegenheit herzustellen. Dabei geht der Eigenschutz des Soldaten vor jede Hilfeleistung.

 Dann erfolgt die Erstversorgung des Verletzten, die parallele Meldung des Ereignisses und Anforderung des Rettungsdienstes sowie der Transport des Verletzten aus der Gefahrenzone. Verlief der erste Durchgang noch recht holperig, zeigte sich bei den weiteren Durchgängen der Erfolg und bestätigte eine Binsenweisheit: Nur durch häufiges und wiederholtes Üben lernen die Reservisten die Abläufe sicher zu beherrschen. Den Abschluss der Reservisten-Übung auf dem Übungsplatz Bodelsberg bildete schließlich das in der aktiven Dienstzeit ungeliebte Reinigen und Abgeben der Waffen, das sich diesmal aber zu einer fröhlichen und kommunikativen Arbeit für die Reservisten entwickelte.

kb

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