Ein "Allgaier" radelt um die Welt

Heinz Allgaier vor der Kirche im Nesselwanger Ortsteil Wank. Von hier aus will er losradeln und in drei Etappen um die Welt strampeln. So sammelt er ab dem 2. Mai Geld für kranke Kinder in Südafrika. Foto: privat

Von Nesselwang über Istanbul und den Sudan nach Kapstadt, dann von Patagonien bis hinauf nach Alaska und zuletzt von Singapur über die Seidenstraße zurück ins Ostallgäu. So in etwa sieht die Weltreise aus, die Heinz Allgaier am 2. Mai antreten will. Sein Fortbewegungsmittel: ein Fahrrad. Rund 58000 Kilometer wird der 47-jährige Nesselwanger erstrampeln, knapp zwei Jahre will er dafür brauchen. Und er tut es nicht für sich, sondern für einen guten Zweck. Zusammen mit der Hilfsorganisation humedica sammelt er Geld für Kinder in Afrika. Sponsoren sind ihm dabei willkommen.

„Aus meiner Sicht geht es“, gibt sich Allgaier selbstbewusst. Der ehemalige Deutsche Meister im Squash weiß, was er sich vorgenommen hat. 28 Länder dieser Welt hat er bereits „beradelt“, bereist hat der Logistiker schon weit mehr. Die Hitze Afrikas scheut er nicht, auch nicht die Gefahren, die die politischen Verhältnisse vieler seiner Ziele bergen. So finden sich Länder wie der Sudan oder Syrien auf seiner Reiseroute. „Die größte Herausforderung wird Patagonien“, fürchtet er – wegen des starken Windes, der Radfahrer kaum vorankommen lässt. Denn rund 100 Kilometer am Tag will er schaffen, je sechs Tage am Stück radeln und am siebten Tag pausieren. Auf seine Fitness vertraut er, „ich mache das ganze Jahr Sport“, erklärt der Ostallgäuer. Perfekt abgestimmt muss vor allem die Ausrüstung sein. Hier benötigt er die Hilfe von Sponsoren und hat sie teils auch schon bekommen. Ein Rad-Hersteller baut ihm sein Bike zum Einkaufspreis, der Füssener Sportartikel-Markt Schratt sponserte ihm einen High-Tech-Schlafsack für 300 Euro. Warum so teures Material? „Es ist immer eine Frage des Gewichts“. 18 Kilo will er höchstens mitnehmen. Wer durch Länder wie Kenia, Botswana und Südafrika radelt, der muss beispielsweise auch literweise Wasser mit dabei haben. Eben in Südafrika findet sich auch der Motivator für seine Weltumradlung. Zusammen mit der Kaufbeurer Hilfsorganisation Humedica will er für jeden seiner 58000 Wegkilometer einen Euro zusammenbringen. Das Geld soll südafrikanischen Kindern zugute kommen, die an Kinderlähmung leiden. Zwar durfte Südafrika vergangenes Jahr sogar die Welt in modernen Fußballstadien zur WM willkommen heißen, vielerorts in dem Land, erzählt Allgaier, verstecken Eltern jedoch noch ihre Kinder im Haus oder lassen sie gar sterben, wenn die Sprösslinge an Kinderlähmung erkranken. Die Missbildung, so glauben sie, sei ein Fluch und sie schämen sich dafür. Zu seinen ersten Sponsoren gehörte die Marktgemeinde Nesselwang, die 500 Euro zur Verfügung stellte. Sowohl für die Kinder als auch für die Ausrüstung sucht Heinz Allgaier noch Sponsoren. Interessierte finden Infos und Kontaktdaten auf seiner Internetseite unter www.worldbiketrip.de.

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