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Das Tannheimer Vieh ist zurück im Tal

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Von: Hans-Georg Gröner

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Almabtrieb Tannheim
Auch in Tannheim kehrt das Vieh am Mittwoch von den Alpen zurück ins Tal. © Gröner

Tannheim - Der Alpsommer neigt sich endgültig dem Ende entgegen: Auch in Tannheim ist das Vieh am Mittwoch zurück ins Tal gekehrt.

Zum Ende der Sommersaison wird das Vieh von den Sommerweiden auf den Bergen wieder ins Tal getrieben und den Besitzern übergeben. Nach Jungholz, Grän, Nesselwang und Schattwald war am vergangenen Mittwoch traditionell mit Tannheim der letzte Ort des Tannheimer Tals mit dem Abtrieb an der Reihe.

Im Gegensatz zu anderen Gemeinden wurde dieses Jahr aber auf eine größere Werbeaktion verzichtet. Bewusst wollte man das Event nach zwei Jahren Coronapause klein halten und so den Touristenansturm etwas reduzieren.

Mit einer weiteren Tradition wurde gebrochen: Das Vieh wurde nicht auf einer großen Weide vor der Aufteilung an die jeweiligen Besitzer versammelt, sondern jede Alm hatte ihren eigenen „Viehscheidplatz“

Bereits einige Tage vorher hatten sich die Rinder auf den Weiden zwischen Tannheim und dem Naturschutzgebiet Vilsalpsee versammelt , da ein verfrühter Wintereinbruch in den Hochlagen den sicheren Abtrieb gefährdet hätte. Rund 700 Tiere mussten bis zu 1000 Höhenmeter talwärts überwinden.

Während die Kühe nach einem unfallfreien Sommer mit prächtigem Kopfschmuck und Kranz geschmückt werden, ging der Sommer auf der „Roßalpe“ leider nicht ohne Verlust über die Bühne. „Eine Kuh musste ich erschießen, sie hatte sich das Bein gebrochen“, berichtet Michl Lochbihler, der mit seinen Vater Ludwig, seiner Frau Anja und dem zweijährigen Sohn Johannes den Sommer auf dem Berg verbracht hat.

Jeden Dienstag waren sie auf dem unwegsamen schmalen Pfad mit dem Quad ins Dorf gefahren, um bei dem wöchentlichen Platzkonzert der Tannheimer Musikkapelle mit aufzutreten.

Der Vollbart von Vater und Sohn zeugen von der sommerlichen Bergzeit, denn traditionsgemäß rasieren sich die Almhirten währen des Aufenthalts auf der Alm nicht.

Jetzt, da wieder alle gut im Tal angekommen sind, fallen die nächsten Tage auch die Bärte – bis sie im nächsten Jahr mit dem Almauftrieb wieder sprießen dürfen.

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