Stadtrat gibt grünes Licht für den Bau von 20 Sozialwohnungen in der Hiebelerstraße

Ein Silberstreif am Horizont

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Das alte Gebäude in der Hiebelerstraße wird derzeit abgerissen. Siedlungswerk und BSG Allgäu wollen hier 20 neue Wohnungen bauen.

Füssen – „Wir haben den Sozialen Wohnungsbau einen Schritt nach vorne gebracht!“ Bei einer Gegenstimme hat der Stadtrat am Dienstag den Weg für den Bau von 20 Sozialwohnungen in der Hiebelerstraße frei gemacht.

Nur FWF-Stadtrat Andreas Ullrich stimmte dem Bauantrag des Siedlungswerkes nicht zu. Allerdings bestand Diskussionsbedarf wegen der Zahl der Parkplätze. Bürgermeister Paul Iacob (SPD) kündigte an, dass die Stellplatzsatzung ohnehin auf den Prüfstand soll.

 20 Sozialwohnungen in einem zum Teil viergeschossigen Gebäude will das Siedlungswerk in Kooperation mit der Kemptener BSG Allgäu an der Kreuzung Hiebeler-/Kargerstraße bauen (der Kreisbote berichtete mehrfach). Die alten städtischen Gebäude an dieser Stelle werden seit dieser Woche abgerissen, wie Bürgermeister Paul Iacob (SPD) mitteilte.

Die Mieter seien woanders untergebracht worden. Sämtliche Wohnungen sollen komplett barrierefrei gebaut werden. Alle Wohnungen werden darüber hinaus mindestens 50 Quadratmeter groß gebaut werden und zwei Zimmer haben. Im vierten Stock sollen außerdem zwei große Familienwohnungen entstehen. Dafür wurde die Zahl der geplanten Wohneinheiten von ursprünglich 21 auf 20 reduziert, wie ein Planer des Siedlungswerkes erläuterte. 

Einer Bauvoranfrage des Siedlungswerkes hatte der Bauausschuss vor geraumer Zeit bereits zugestimmt. 

Viel Lob für Projekt

Auch am Dienstag zeigten sich die Ratsmitglieder angetan von dem Gemeinschaftsprojekt. „Der Entwurf ist toll“, schwärmte etwa Ilona Deckwerth von der SPD. FWF-Stadtrat Jürgen Doser frohlockte: „Ich kann das nur begrüßen!“ Bürgermeister Iacob freute sich ebenfalls: „Wir haben den Sozialen Wohnungsbau ein Stück nach vorne gebracht!“ 

Doch es gab auch kritische Stimmen. So machten Niko Schulte und Michael Schmück (beide CSU) ihre Sorge deutlich, dass zu wenig Parkplätze gebaut werden. Denn weil es sich um Sozialen Wohnungsbau handelt, muss die städtische Stellplatzsatzung nicht umgesetzt werden. 

Das heißt, dass statt zwei Stellplätzen pro Wohnungen nur einer nachgewiesen werden muss. Macht insgesamt 20 plus vier Besucherparkplätze. Das hätten die Stadträte in der Vergangenheit so entschieden, um den Sozialen Wohnungsbau durch möglichst niedrige Kosten zu fördern, erinnerte Iacob. 

Deshalb werde das neue Gebäude aus Kostengründen auch keine Tiefgarage bekommen, erklärte er. „Wir werden Probleme bekommen. Der Ärger ist vorauszusehen, wenn wir so wenig Parkplätze anbieten“, sagte Schmück in diesem Zusammenhang. Und Schulte forderte: „Wir müssen unsere Stellplatzsatzung ändern, wenn wir das so machen!“ 

"Positiver Präzedenzfall"

Dem widersprach SPD-Frau Ilona Deckwerth. „Für den Sozialen Wohnungsbau sollte die Stellplatzsatzung hintanstehen“, appellierte sie. Auch Dr. Martin Metzger (BfF) sprach in diesem Zusammenhang von einem „positiven Präzedenzfall“. „Wir wollten das so günstig wie möglich“, sagte er. „Jetzt müssen wir in den sauren Apfel beißen.“ 

Bei einer Gegenstimme von Andreas Ullrich (FWF) stimmte der Rat schließlich für den Bauantrag. Mit dem gleichen Ergebnis votierte das Gremium dafür, den Bebauungsplan – der bereits als Satzung beschlossen ist – wegen einiger kleinerer Änderungen erneut öffentlich auszulegen. Allerdings verkürzt für lediglich zwei Wochen.

Matthias Matz

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