Alte und neue Heimat Lechbruck

Zu Eröffnung singen die „Vertriebenen“ von einst, die auch in der neuen Heimat ihre Traditionen pflegen. Dorothea Mühlsteffen begleitet Hildegard Mild (sitzend) und Erna Farsch. Foto: gau

Wo die Vorfahren herkommen, darüber machen sich wohl die wenigsten, vor allem die Jungen, Gedanken. Dabei ist gerade in Lechbruck diese Geschichte besonders interessant. Denn für rund 1000 Menschen wurde das Flößerdorf nach dem zweiten Weltkrieg zur zweiten, zur neuen Heimat. Woher sie kamen, vor allem auch, wie sie den Ort beeinflusst haben, das erzählt eine Ausstellung im Lechbrucker Flößermuseum und im Via Claudia Arte-Saal.

Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges war Lechbruck eine 1300-Seelen-Gemeinde, deren Einwohnerzahl sich aber schlagartig durch Vertriebene und Flüchtlinge aus dem Sudetenland, Schlesien und Siebenbürgen verdoppelte. Fährt man durch Lechbruck, fallen diese Namen schon auf, wie das Siebenbürgerheim und die Sudeten-, die Schlesier- oder die Siebenbürgerstraße. Für viele Lechbrucker bedeuten diese Namen Heimat, die alte Heimat. Und dieser alten Heimat hat man in Lechbruck jetzt im Flößermuseum eine Ausstellung gewidmet. Ergänzt wird sie dann aber noch durch eine Ausstellung über die neue Heimat der Vertriebenen von einst in Lechbruck. Er habe Respekt vor den Dörfern, vor allem den Gemeindeverwaltungen von damals, so Lechbrucks Altbürgermeister Dietmar Hollmann, der die Ausstellung eröffnete. Die mussten plötzlich mit dem Ansturm der Vertriebenen zurecht kommen. Man sei zusammengerückt in den Dörfern, die Einheimischen hätten ihren Beitrag geleistet, so Hollmann. Die Not sei auch auf dem Land nach dem Krieg groß gewesen, trotzdem habe man die Neuankömmlinge integriert. Darum vor allem geht es in den beiden Ausstellungen, die die Heimat zum Thema haben. Im Flößermuseum ist die alte zu sehen, Siebenbürgen oder das Sudetenland und Schlesien, „wo die Vorfahren herkommen“. Zu sehen sind die Trachten, Handwerkskunst, alte Dokumente und Bilder. Um die neue Heimat geht es im Via Claudia Arte-Saal. Zu sehen ist die Ausstellung jeweils donnerstags von 17.30 bis 19 Uhr und samstags von 16 bis 18 Uhr und zwar bis einschließlich Sonntag den 9. September.

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