Die Tannheimer sollen entscheiden

Am Sonntag findet in Tannheim eine Volksbefragung zum geplanten Neubau am Vilsalpsee statt

Gasthof am Vilsalpsee
+
Das Gasthaus Vilsalpsee (rechts) ist in die Jahre gekommen und soll nun abgerissen werden.
  • VonHans-Georg Gröner
    schließen

Tannheim – Am Sonntag, 1. August, sind zwischen 7.30 Uhr und 11 Uhr alle stimmberechtigten Bürger aufgerufen, an einer Volksbefragung über das geplante Gasthaus am Vilsalpsee teilzunehmen.

Die Abstimmung wurde notwendig, nachdem vier Personen aus dem Ort Unterschriften für die Volksbefragung gesammelt hatten. Das Quartett ist mit der Vorgangsweise im Vorfeld des Architektenwettbewerbes für das geplante neue Gasthaus unzufrieden.

Wie bereits im Kreisboten berichtet, hatte der Gemeinderat bzw. eine Fachjury entschieden, das alte Gasthaus am Vilsalpsee abzureißen und durch einen modernen Neubau zu ersetzen. In einem landesweit ausgeschriebenen Architektenwettbewerb wurde ein Entwurf genehmigt, der ein modernes, mit viel Glas und klaren Linien ausgestattetes Gebäude vorsieht.

Baukosten sind zu hoch

Das führte in der Bevölkerung offensichtlich zu Unstimmigkeiten, es wurde eine Bürgerinitiative gegründet, eine Volksbefragung beantragt und durch Unterschriftensammlung durchgesetzt. Die Gegner des Neubaus stören sich an den geschätzten Baukosten von rund 3,75 Millionen Euro, die in Coronazeiten finanziell unverhältnismäßig erscheinen, an der nicht traditionellen Bauweise im ländlichen Stil und daran, dass nicht die gesamte Tannheimer Bevölkerung an der Entscheidung teilnehmen durfte. Das machen die Initiatoren im ganzen Dorf auf großen Plakaten deutlich.

Bürgermeister Eberle verteidigt Neubau

Bürgermeister Markus Eberle hingegen verteidigt den Neubau mit ganz anderen Argumenten: Er verweist auf die enorm umfangreichen Sanierungsmaßnahmen, die am alten Gebäude vorgenommen werden müssten. Das geplante Gebäude passe sich außerdem hervorragend in das Gelände ein und sei kleiner als das bestehende. Funktionalität und Arbeitsablauf für die Betreiber seien optimal.

Darüber hinaus, so der Rathauschef, werde ein Großteil der Kosten durch Förderungen, Einnahmen aus Verpachtung und den laufenden Haushalt gedeckt. Das Baumaterial Holz sei überdies ökologisch sehr sinnvoll und werde durch eine CO²-Bonus gefördert. Dieser müsse aber bis zum 7. Oktober beantragt werden.

Ausgezahlte Gelder müssten zurückgezahlt werden

Sollte das Vorhaben nicht umgesetzt werden, müssten zudem bereits ausbezahlte Mittel zurückgezahlt werden und zugesagte Förderungen können nicht abgerufen werden. Diese belaufen sich auf Beträge, die jeweils im sechsstelligen Bereich liegen, so Eberle weiter.

Die Gegner des Projekts hoffen für den morgigen Sonntag auf eine Zweidrittelmehrheit bei der Abstimmung, das Entscheidungsgremium um Bürgermeister Eberle auf eine Befürwortung des Neubaus Gasthaus Vilsalpsee wie geplant.

Wie auch immer entschieden wird, es wird knapp und sollte die Entscheidung gegen das Vorhaben fallen, wird sie nicht bindend sein.

Meistgelesene Artikel

Immer mehr Wanderer geraten im Füssener Umland in Bergnot: »Unverletzte zahlen den Einsatz selbst«:
Füssen
Immer mehr Wanderer geraten im Füssener Umland in Bergnot: »Unverletzte zahlen den Einsatz selbst«:
Immer mehr Wanderer geraten im Füssener Umland in Bergnot: »Unverletzte zahlen den Einsatz selbst«:
Grenzpolizei Pfronten findet bei Füssen 23 Kilo Kokain in einem Auto
Füssen
Grenzpolizei Pfronten findet bei Füssen 23 Kilo Kokain in einem Auto
Grenzpolizei Pfronten findet bei Füssen 23 Kilo Kokain in einem Auto
Die Kinderschule Weißensee feiert ihren 50. Geburtstag
Füssen
Die Kinderschule Weißensee feiert ihren 50. Geburtstag
Die Kinderschule Weißensee feiert ihren 50. Geburtstag
„Circus Sperlich“ aus Ostwestfalen steht vor dem finanziellen Ruin
Füssen
„Circus Sperlich“ aus Ostwestfalen steht vor dem finanziellen Ruin
„Circus Sperlich“ aus Ostwestfalen steht vor dem finanziellen Ruin

Kommentare