Kritik kommt allerdings von Ilona Deckwerth

"Alle fanden das sehr positiv"

+
Bis eine endgültige Entscheidung im Stadtrat fällt, wird die Ampel in der Luitpoldstraße wohl stehen bleiben.

Füssen – Die Probezeit ist vorbei, was passiert jetzt mit der Ampel in der Luitpoldstraße? 

Sie bleibt bis auf weiteres stehen. Das hat am Dienstag mehrheitlich der Verkehrsausschuss dem Stadtrat empfohlen. Die Ampel habe sich bewährt, der Verkehr fließe besser ab, war sich die Mehrheit der Räte einig. Doch das hätte man bereits vor zehn Jahren haben könne, kritisierten Dr. Martin Metzger (BfF), Jürgen Doser (FWF) und Magnus Peresson (UBL).

„Rundum positiv“, so lautete das Fazit von Heinz Hipp (CSU) zur Probeampel in der Luitpoldstraße. Der Verkehr sei diesen Sommer zügiger abgeflossen als die Jahre davor. Und das wirke sich auch positiv auf die übrigen Straßen aus. „Auch die laufen besser. Der Kreisel als Verteiler wird nicht mehr blockiert.“ 

Ähnliche Erfahrungen hätten auch die Bus- und Taxifahrer gemacht. Diese „fanden das alle sehr positiv“, sagte Andreas Eggensberger (CSU). Allerdings sei der Radius am Kreisel zu eng. Die Busfahrer würden es nicht aus der Bahnhofstraße raus schaffen ohne auf den Bordstein zu fahren. Und gerade auswärtige Busfahrer, die das unterschätzen, würden oft auch noch das Geländer der Absperrgitter tangieren.

Über diese Absperrungen hatte sich auch Andreas Ullrich Gedanken (FWF) gemacht. „Ohne die wird’s nicht gehen“, sagte er. Die Fußgänger würden sonst aus alter Gewohnheit über den übermalten Zebrastreifen gehen. Das zeige auch die Erfahrung. 

Deshalb schlug Polizist Thomas Meiler vor, ein weiteres Absperrgitter im Norden in der Nähe eines Cafés aufzustellen, solange die Testphase noch laufe. Nach der Probephase sollten diese dann aber „altstadttypisch“ sein, warf Ullrich ein. 

Dem stimmte Iacob zu. Die Stadtverwaltung versuche gerade in das Städteförderprogramm ISEK hineinzukommen. In diesem Zuge werde es dann zu grundsätzlichen Umgestaltungen kommen, so der Rathauschef. Und über den Radius des Kreisverkehrs sowie andere Verkehrsthemen werde der Stadtrat in einer Sondersitzung beraten. 

Gar nichts abgewinnen konnte dem jedoch Ilona Deckwerth (SPD). „Es ist keine schöne Stadtentwicklung, dass im Stadtgebiet Zäune errichtet werden.“ Die Ampel mitsamt den Absperrungen sei „der falsche Weg.“ „Ich bedauere es und finde es für die Stadtentwicklung nachteilig. Ich finde es eine Verschlechterung.“ 

Stattdessen sprach sie sich für offene Formen aus, bei denen Radfahrern und Fußgängern eine gleichberechtigte Teilnahme am Straßenverkehr ermöglicht werde.

 Mit dieser Haltung stand sie allerdings allein da. So merkte gar Dr. Martin Metzger (BfF) an, dass man diese „wunderbare Lösung“ schon vor zehn Jahren hätte haben können. Diese hatten damals die Freien Wähler Füssen und die kleinen Parteien vorgeschlagen. Allerdings seien sie damals „von der CSU und der SPD zerrissen worden.“ „Da sind wir torpediert worden“, bestätigte Jürgen Doser (FWF). „Wir haben sogar vorgeschlagen sie zu bezahlen. Es ist traurig für Füssen, dass man zehn Jahre warten musste, weil SPD und CSU dagegen waren.“ 

Die Erfahrung zeige, dass man sich nicht immer auf Verkehrsplaner verlassen dürfe, sondern auch den gesunden Menschenverstand und die Beobachtungen engagierter Einheimischer berücksichtigen sollte. So wünschte er sich, dass man in Zukunft „etwas weitreichender denkt.“ 

Diese Aussage wollte der CSU-Fraktionsvorsitzende Hipp so aber nicht stehen lassen. „Das war der richtige Zeitpunkt“, entgegnete er. Vor zehn Jahren sei die Situation eine völlig andere gewesen. Damals wollte die Mehrheit der Stadträte mit einem Durchstich durch den Von-Freyberggarten das städtische Verkehrsproblem lösen (der Kreisbote berichtete mehrfach).

 Erst als klar war, dass dieser wegen Klagen der Anwohner nicht umgesetzt werden kann, sei man umgeschwenkt, „bevor nichts passiert.“ Am Ende empfahlen die Räte mit einer Gegenstimme von Deckwerth dem Stadtrat die Probezeit der Ampel zu verlängern, bis eine endgültige Entscheidung gefällt wird.

Katharina Knoll

Auch interessant

Meistgelesen

Ein "Ort mit Wohlfühl-Atmosphäre"
Ein "Ort mit Wohlfühl-Atmosphäre"
Taucher verunglückt tödlich
Taucher verunglückt tödlich
"Der Sommer war sehr gut"
"Der Sommer war sehr gut"
Mehr Parkplätze für Anlieger
Mehr Parkplätze für Anlieger

Kommentare