Von A wie Ampel bis Z wie Zdarsa

Das „Derblecken“ machte auch den Akteuren Spaß: Michel Jakob (v.l.), Wolfgang Dzierzon und Magnus Peresson. Foto: Schuster

„Kasperletheater“ war am Aschermittwoch im Hotel Hirsch angesagt. Deftig teilten Magnus Peresson und seine Mitstreiter unter diesem Moto beim „Derblecken“ aus und ließen die Geschehnisse in Füssen des vergangenen Jahres revuepassieren. Zuvor hatte Philipp Trenkle, 2. Bürgermeister von Pfronten, traditionell das Starkbierfass „o'zapft“.

Keine große Sache war das Anzapfen des Salvator-Fasses für den gelernten Schmied Philipp Trenkle beim Starkbierabend, zu dem alljährlich Christine Bletschacher vom Hotel Hirsch einlädt. Höhepunkt ist dann zweifelsfrei das „Derblecken“. „Beim Frisär“ trafen sich auch heuer wieder Magnus Peresson, Michel Jakob, Wolfgang Dzierzon und ihr musikalischer Unterstützer Roland Kurz. „Und nirgendwo wird soviel frisiert wie in der Politik“, stellten sie fest. So schien es dem Trio nicht unbedingt plausibel, dass man am Lechfall eine 300 Quadratmeter große Plattform braucht, weil das städtische WC dort so stinkt. Ebenso, warum man zum Kneippen am Hopfensee eine Insel benötigt, die man erst für 170.000 Euro bauen muss. „Aber der Steg isch a Gag und Inselkneippen a Event“, mutmaßten sie. Ebenso fragten sich die vier, ob wirklich „die textilummantelten Elektrodrähte“ im Boden des Klosters St. Mang dafür verantwortlich waren, dass „Zerberus“ Martin Lochbihler, Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, ein Minus von 210.000 Euro bei den Ausgaben des Bauamts moniert hatte. Das sei ja gar „fröchterlich!“ echauffierte sich Peresson süffisant. Überhaupt stellte das Quartett erschrocken fest, dass ihm nach dem Weggang des Stadtbaumeisters und zuvor weiterer städtischer Mitarbeiter langsam die Feinbilder wegbrechen. „Wir machen ein Casting: FSDSF: Füssen sucht den Superfeind!“ schlug Michel Jakob vor. Für die Schwangauer Nachbarn, deren Narren beim Umzug noch der Meinung waren, dass ohne ihr Wasser, ihren König und ihr Schloss in Füssen ja eh nix los wär, hatten die vier eine Retourkutsche parat. Schließlich habe der Augsburger Bischof Zdarsa ja einen echten „Fiessar“ als Generalvikar oder auch „Wadlbeisser“. „Und weil der zu uns Fiassar hilft wird er dafür sorgen, dass die Pfarrei St. Mang die Pfarrei Waltenhofen übernimmt. Des ist die Revanche für die verpatzte Umgehungsstraße“. Wobei sie Möglichkeiten zum Austausch beider Gemeinden auch ausloteten, spätestens seit die Schwangauer ihr Abwasser ins Füssener Klärwerk leiten. Man könnte doch an der Lechbrücke eine intelligente Ampel planen lassen: „Hat Waltenhofen grün, drücken die Schwangauer ein Kontingent Fäkalien rüber und wenn Füssen grün hat, schicken wir ein Kontingent Stau hinüber!“, schlug Dzierzon vor. Und wer des Füssenerischen nicht so mächtig ist, für den gab es „beim Frisär“ ein bisschen Nachhilfe. Denn wie sagt man in der Lechstadt zu einem „frühpubertierenden Heranwachsenden mit latentem Protestverhalten gegen das pädagogische Modell der Erziehungsberechtigten, verbunden mit dem permanenten Hang zu strafrechtlich relevanten Unternehmungen?“ Klar: „Spring-Ginggele“.

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