Gemeinden erinnern am Volkstrauertag an die vielen Opfer der Kriege

Gedenken an Gefallene

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Zahlreiche Pfrontener sind am Sonntag zur Kriegergedächtniskapelle gekommen, um der Toten der großen Kriege zu gedenken.

Pfronten/Schwangau – Unter anderem in Pfronten und Schwangau gedachten die Menschen am Volkstrauertag den Gefallenen der Kriege von 1805 bis 1945.

Unter Trommelschlägen der Musikkapelle Schwangau marschierte am Sonntag eine Abordnung des Gemeinderates, der Vereine unter Federführung des Veteranenvereins und der 1. Kompanie Gebirgsaufklärungsbatallions 230 aus Füssen vom Schwangauer Rathaus zur Waltenhofener St. Magnus- und Florian-Kirche, um dort nach dem Gedenkgottesdienst drei Kränze am Mahnmal der Gefallenen von 1805 bis 1945 nieder zu legen. 

Pfarrer Markus Dörre beschwor in seiner Predigt die Schützengräben des Ersten Weltkriegs herauf, der vor hundert Jahren begonnen hatte: „Der Schützengraben ist ein sprechendes Bild für die Angst, die Enge, die die Kehle zuschnürt. Ein Ort, an dem einem Menschen seine Freiheit, seine Handlungsmöglichkeit und die Weite des Geistes genommen wird, wo es nur ums nackte Überleben geht.“ Viele seien auch nach dem Krieg in ihren Gräben gefangen geblieben. Die Erfahrung darin hätte ihr Leben „eng gemacht“ und keinen „Spielraum mehr gelassen“. 

olge dieser Angst sei später aus Not und Unsicherheit der Weimarer Republik ein neuer Krieg gewesen. Die Menschen seien aber aufgerufen, „das Leben nicht unter Ängstlichkeit zu begraben... Verlassen wir doch mutig unsere Schützengräben der Angst, die uns eng und unbarmherzig machen. Vergraben wir doch nicht unser Talent zum Frieden und zur Versöhnung unter einem Berg von Hass und Ablehnung, von Vorurteilen und Vorverurteilungen“, so Pfarrer Dörre weiter. Angst mache das Leben eng, nicht nur das eigene, auch das anderer Menschen. 

Im Gedenken nicht nur an die Toten aus den Weltkriegen versammelte sich nach dem Gottesdienst die Gemeinde am Kriegerdenkmal. Zur Kranzniederlegung senkten sich die Fahnen, die Ehrenwache unter Stabsfeldwebel Frank Rüppel salutierte, Schwangaus Musikkapelle spielte „Ich hatte einen Kameraden“ und abschließend die Nationalhymne. 

Auch in Pfronten versammelte sich die Bevölkerung zu Ehren der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zum Gottesdienst mit Gedenkstunde an der Kriegergedächtniskapelle in Pfronten-Berg. Pfrontens Bürgermeisterin Michaela Waldmann sprach von der Aktualität des Volkstrauertages im Bezug auf die heutigen Kriegsgebiete. Die Harmoniemusik und der Liederkranz begleiteten die Gedenkstunde, die nach dem gemeinsamen Gottesdienst vor der Kriegergedächtniskapelle abgehalten wurde. Waldmann rief dazu auf, schon „die kleinsten Anfänge von Gewalt zu erkennen“ und unseren Wohlstand für die benachteiligten Länder einzusetzen. 

In Gedenken an die Kriegs- und Gewaltopfer wurden Kränze niedergelegt. Mit gemeinsamen Gebeten wurde auch der Opfer der heutigen Kriegsgebiete gedacht. Dass in Pfronten mittlerweile über 75 Asylbewerber leben, spiegele die Aktualität dieses Feiertages wider. „Sie müssen ihre Heimat zurücklassen, weil dort die Bedrohung so groß ist“, erklärte Waldmann.

jl/fel

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