Das Andenken bewahren

Stillgestanden beim Kommandowechsel am Bundeswehr-Standort Füssen: Der stellvertretende Bataillonskommandeur Marc Dingler (rechts) geht zur Nato, sein Nachfolger ist Oberstleutnant Stephan Treuner (links). Kommandeur der Füssener Gebirgsaufklärer bleibt Ulrich Schmidt-Narischkin (Mitte). Foto: cf

Stephan Treuner heißt der neue 42-jährige Oberstleutnant, der in der Allgäu Kaserne die gleiche Funktion als stellvertretender Kommandeur für den verabschiedeten Kameraden Major Marc Dingler übernimmt. Treuner kommt von der Nato, Dingler geht zur Nato. Außerdem wurde vergangene Woche in der Allgäu-Kaserne eine neue Gedenkstätte geweiht.

Ulrich Schmidt-Narischkin, der Kommandeur, skizzierte beim Bataillonsappell beide Lebensläufe und gab Dingler das beste Zeugnis mit auf den Weg in seine neue „Verwendung“. Treuner wurde von Schmidt-Narischkin sowohl als „klassischer Panzeraufklärer“ und guter Pädagoge charakterisiert. Zuletzt war er in Norwegen in einer Nato-Dienststelle. „Wir weihen heute die Gedenkstätte des Standortes Füssen ein - gewidmet den Toten unseres Standortes“, so begrüßte Kasernenkommandant Lutz Hartmann die Teilnehmer einer Feier bei der Kasernen-Kapelle am Freitag. Gekommen waren außer den Soldaten Bürgermeister aus der Region und Repräsentanten der Kirchen. Hartmann erfreut: „Ihr aller Kommen ehrt uns, zeigt es doch, dass Sie zu uns stehen, nicht nur in den fröhlichen Zeiten.“ Die Forderung nach Tapferkeit schließe die Bereitschaft ein, „wenn es sein muss“, das eigene Leben einzusetzen.Vor Militärpfarrer Martin Roth, der vor der Denkmal-Weihe mit den Soldaten in der Kapelle gesungen und gebetet hatte, und Militärdekan Alfons Hutter, der den kirchlichen Segen am neu geschaffenen Ort spendete, machte Hartmann deutlich: „In keinem anderen Beruf spitzt sich die Frage von Leben und Tod so existenziell zu wie bei uns Soldaten.“ Die vom Füssener Steinmetzbetrieb Probst eindrucksvoll geschaffene Gedenkstätte sei kein Kriegerdenkmal und diene – wie mit Nachdruck erläutert wurde – keiner Heldenverehrung. Der gespaltene ungefähr drei Meter hohe Grüntnerstein aus einem tonnenschweren Block gehauen , den ein Messingband fest umfasst, erinnert laut Hartmann, daran, dass mit Aufstellung der Bundeswehr am Standort Füssen bisher etliche Angehörige aus dem militärischen und zivilen Umfeld durch Unfälle oder schwere Erkrankungen ums Leben gekommen sind. Durch die Probst-Gedenkstätte werde „ein wichtiges Zeichen der Solidarität gesetzt“. Dies könne für Trauernde „eine hilfreiche Stütze“ sein. Hartmann weiter: „Für uns Soldaten und zivile Mitarbeiter am Standort wünsche ich mir, dass dies ein Ort der Erinnerung an gute Kameraden wird, ein Ort, an dem der Sinn und der Ernst unseres Dienstes zum Ausdruck kommt.“ Hartmann schloss seine Ansprache: „Die Qualität einer Gemeinschaft misst sich daran, wie sie das Andenken an ihre Toten bewahrt.“ Es sei gut, „dass wir diesen Ort jetzt haben“.

Auch interessant

Meistgelesen

Hauptsache dabei sein
Hauptsache dabei sein
Motorradfahrer schwer verletzt
Motorradfahrer schwer verletzt
Alle Türen stehen weit offen
Alle Türen stehen weit offen
Das Warten hat ein Ende
Das Warten hat ein Ende

Kommentare