In der Krise neue Wege finden

Grenzüberschreitende Initiativen – Andreas Kopeinig aus Reutte gibt Online-Unterricht im Musikbereich

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Dank moderner Technik und dem guten Klang des Steinway-Flügels herrschen seit drei Wochen beste Bedingungen für Online-Klavierunterricht per Skype und andere digitale Medien im Klaviersalon des KLAZZ in Reutte.

Reutte – Aufgrund der derzeitigen Situation ist Unterricht mit persönlichem Kontakt nicht möglich. Das betrifft Musikschulen und private Musikinstitute ebenso, wie den regulären Schulbetrieb. Daher suchte Andreas Kopeinig mit dem Klavier- und Jazzinstitut in Reutte neue Wege.

Um seine Schüler auch in der Zeit der Corona-Krise und trotz Allgemeinverfügung bestens betreuen zu können und den Lernerfolg sowie die Freude an der Musik nicht abreißen zu lassen.

Der Klaviersalon am KLAZZ, kurz für Klavier- und Jazzinstitut Außerfern, in dem ein Steinway-Flügel steht, wurde zum Online-Unterrichtszimmer aufgerüstet. Dort steht mittlerweile alles für den Unterricht übers Internet bereit: Ein Apple iMac mit Kamera, die genau auf den Flügel positioniert ist, Mikrofone für einen guten Ton, eine „Bose“-Box, welche die Töne der Schüler im Unterrichtsraum gut erklingen lässt, und darüber hinaus noch ein Apple iPad zum Aufnehmen und Verschicken von Audiodateien. Diese sollen den Schülern zu Hause beim Üben helfen. Eine weitere Kamera, die auf die Hände des Klavierlehrers gerichtet ist, um den Schülern Fingerhaltung und Fingersätze zu zeigen, komplettiert das Ensemble.

Gute Erfahrungen

Kopeinig kann nach den ersten beiden Wochen Online-Unterricht bereits über gute Erfahrungen berichten. Bis auf wenige Schüler, die kein, beziehungsweise nicht ausreichendes Internet zu Hause haben oder bei denen das Klavier in Omas Wohnung steht, sei seine gesamte Klavierklasse dabei und von dem Angebot begeistert, berichtete der Musiklehrer.

Kopeinig besitze zudem gute Kontakte zu Kollegen in Bayern und so entstehen auch grenzüberschreitende Initiativen. Mit der Musikschule Hingerl in Kempten sei eine Kooperation geplant, die die Möglichkeit schaffen soll, dass Außerferner Schüler gemeinsam mit jenen aus Kempten Stücke erlernen. 

Gemeinsam Stücke erarbeiten

Durch Verschicken von Audiodateien plane er Klavierbegleitungen aus dem Außerfern zu Lehrern und Schülern aus Kempten zu schicken. So können gemeinsam Stücke erarbeitet werden, die dann in ruhigeren Zeiten, wenn sich die Situation wieder normalisiert hat, in gemeinsamen Konzerten in Reutte und in Kempten präsentiert werden dürfen. Noch ist diese Idee ganz am Beginn, aber für Klavierlehrer Kopeinig sei es besonders wichtig, aus der derzeitigen Lage das Beste zu machen. 

Münchener Schüler

Obwohl er weiß, dass der Online-Unterricht langfristig nicht den direkten Kontakt zu den Schülern ersetzen kann, werde er aus der jetzigen Erfahrung doch einiges mitnehmen. Zum Beispiel möchte der Lehrer in Zukunft die Möglichkeit der digitalen Medien mehr nutzen, um für seine Schüler beste Möglichkeiten zum Üben anzubieten. Auch Klavierunterricht über Bezirks- und Landesgrenzen hinweg sei mit dieser Methode möglich. So erhielt bereits vergangene Woche ein neuer Schüler aus München den ersten Klavierunterricht bei Kopeinig. Das wäre auf herkömmliche Weise nicht möglich gewesen.

kb

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