Renommierte Kunstpreise vergeben

41. Ostallgäuer Kunstausstellung eröffnet mit Preisvergabe mit einem Ehrengast

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Andreas Vogler aus Pfronten, Künstler und Kunsterzieher am Gymnasium Marktoberdorf, erhielt für „Fjellandscap I“ den Johann-Georg-Fischer-Kunstpreis 2019 der Stadt Marktoberdorf.

Landkreis – Erneut zeigt die Ostallgäuer Kunstausstellung, die traditionell mit der Vergabe dreier renommierter Kunstpreise eröffnet wird, wie vielschichtig und inspirierend der Blick der Kunst auf die Welt ausfallen kann.

Vergangenen Mittwoch lud das Künstlerhaus zur Vernissage. Was auf den ersten Blick aussieht wie die Fotografie einer unscheinbaren Hügelkette in Finnisch-Lappland, die mit Tiefenschärfe, Weichzeichner und Schwarz-Weiß-Filter experimentiert, ist in Wahrheit eine Finte. Vielleicht auch eine Fata Morgana, wie es die Leiterin des Künstlerhauses Maya Heckelmann in ihrer Laudatio augenzwinkernd umschreibt. 

Denn weder geht es im Werk „Fjellandscap I“ um eine Reise ans Nordkap noch hatte Künstler Andreas Vogler eine Kamera bei der Hand. Für seine technisch brillante und irritierend sensibel angelegte Zeichnung arbeitete der Pfrontener Künstler und Kunsterzieher mit einem dreidimensionalen Landschaftsmodell, das er dann allein mit Graphit Punkt für Punkt aufs Papier bannte – Sogwirkung inklusive. Für sein außergewöhnliches Werk erhielt Andreas Vogler den mit 3.000 Euro dotierten Johann-Georg-Fischer-Kunstpreis 2019 der Stadt Marktoberdorf. 

Preisträgerin und Künstlerin Isolde Egger und „Die versunkenen Schätze der Iris Apfel“.

Auch Isolde Egger will sich partout nicht festlegen. Ist ihre reich dekorierte Keramikskulptur nun göttliche Gorgone oder amerikanische Mode-Ikone, Comic oder Klassik, Trash oder Theatralik? Ganz sicher aber preiswürdig, denn für „Die versunkenen Schätze der Iris Apfel“ erhielt die Künstlerin aus Bad Wörishofen den Sonderpreis der Franz Schmid Stiftung, dotiert mit 2.500 Euro. In ihrer Laudatio spricht Museumsleiterin Heckelmann denn auch von einer Parallelwelt der Phantasie, in der sich Mickey Maus im Haar der Medusa vergnügt und eine grüne Echse die Schätze der Exzentrikerin Iris Apfel bewacht.

Die Künstlerin selbst lächelt verschmitzt und erklärt – nichts. 

Blaue Faszination

Fasziniert von der reinen meditativen Wirkung des ganz in blau-grün gehaltenen Werks „Summer Blues“ wählte die Jury die Kaufbeurerin Eunice Huf zur Preisträgerin des Familie Paul Breitkopf-Kunstpreises 2019, der mit 2.000 Euro dotiert ist. „Die Art und Weise, wie die Bildfläche mit fast nur einer Farbe gemeistert wird, hat uns begeistert“, erklärte Heckelmann die Entscheidung der fünfköpfigen, fachkundigen Jury. 199 schwäbische Künstler hatten sich mit knapp 350 Werken um einen Ausstellungsplatz im Rahmen des regional sehr bedeutenden Kunstwettbewerbs beworben.

Zur Eröffnung der 41. Ostallgäuer Kunstausstellung und Preisvergabe am vergangenen Mittwoch war als Ehrengast auch der türkische Generalkonsul Mehmet Günay aus München angereist. Er bescheinigte der Stadt Marktoberdorf mit dem Künstlerhaus ein bemerkenswertes künstlerisches Engagement. Kunst sei für ihn die Brücke zwischen den Kulturen und Menschen, so Mehmet Günay. 

Gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell und Landrätin Maria Rita Zinnecker (beide CSU) schlenderte er durch die Ausstellung und kündigte an, nicht zum letzten Mal in Marktoberdorf gewesen zu sein. Auch Bürgermeister Hell lud dazu ein, sich im Sinne von Pablo Picassos Worten „den Staub des Alltags von der Seele zu waschen“. Zahlreiche Besucher und Gäste folgten seinen Worten. Die 41. Ostallgäuer Kunstausstellung im Künstlerhaus Marktoberdorf dauert noch bis zum 6. Januar 2020 an.

ah

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