Anlieferung im Freien oder nicht?

Der Bebauungsplan zum geplanten Kaufhaus Theresienhof ist auf den Weg gebracht. Der Stadtrat hat am Dienstag vergangener Woche den Aufstellungsbeschluss gefasst. Einigen Räten fehlt jedoch weiterhin Klarheit darüber, ob der Anlieferbereich eingehaust und so die Anwohner von Lärm geschützt werden. Vor allem die Freien Wähler übten Kritik.

Gegen die Aufstellung des Bebauungsplans stimmte unter anderem Stadtrat Klaus Keller (FW). Er verweigerte sein Okay wegen der aus seiner Sicht mangelhaften Verkehrsanbindung an die Sebastianstraße. Seine Fraktionskollegin Dr. Anna Derday wollte den Bebauungsplan nicht vor dem städtebaulichen Vertrag abwickeln. Den Vertrag halte sie „für essenziell, hier könnten Störfaktoren auftreten“. Für Stadtrat Magnus Peresson (UBL) waren die Gründe, nicht die Hand zu heben, städtebaulicher Natur. Einige Teile des Gebäudeentwurfs bezeichnete er als Kindereien. Etwas pointiert fügte er an: „Kein Architekt käme auf die Idee, einen Haupteingang da zu platzieren, wo gegenüber Schweinehälften angeliefert werden“. Auf der anderen Straßenseite steht ein Hotel. Die ungeklärte Situation mit den Anwohnern, die von Lärm belästigt werden könnten, war für Michael Wollnitza (FW) Grund genug, gegen den Bebauungsplan zu sein. Hier gebe es keine Zustimmung von Seiten der Bewohner der umliegenden Häuser, wie es Stadtbaumeister Theo Fröchtenicht suggeriert habe. Gesprächstermin folgt Von Zustimmung habe er nicht gesprochen, entgegnete der Stadtbaumeister, aber die Hausbesitzer und -verwalter, mit denen er gesprochen habe, hätten Offenheit gezeigt. Dass sich einige Anwohner offenbar übergangen fühlen, war der Reaktion einiger Zuhörer im Saal zu entnehmen. Ein Gespräch mit ihnen werde aber noch stattfinden, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Weiterhin gilt der Modellentwurf, den die Architekten „Degle und Degle“ jüngst vorstellen. Darin ist aber keine Einhausung der Anlieferzone zu sehen, die die Anwohner vor Lärm früh morgens schützen würde, wie Stadtrat Dr. Martin Metzger (Bürger für Füssen) monierte. Die bloße Zusage der Firma Geiger, sie in Erwägung zu ziehen, langte ihm nicht. Dass man die Einhausung will, könne man weiterhin deutlich machen, „aber erst müssen wir den Bebauungsplan aufstellen“, erklärte Iacob. Bei vier Gegenstimmen stimmte der Rat für die Aufstellung.

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