Viel Lärm um (fast) nichts

Der Zebrastreifen am Luitpoldkreisel bleibt jetzt doch da wo er ist. Zu teuer war den Stadträten die angedachte mobile Querungshilfe weiter südlich. Foto: Archiv

Füssen – Dem Verkehrschaos in der Innenstadt wollten einige Stadträte mit einem parteiübergreifenden Antrag entgegenwirken. Einige kurzfristig umsetzbare Maßnahmen sollten den Innenstadtverkehr entschärfen. Geschehen ist jedoch fast nichts: Die Ideen wurden entweder verworfen oder vertagt.

„Nicht die perfekte Lösung“, sollte es laut Dr. Hans Martin Beyer (CSU) werden, sondern „eine schnell umsetzbare zur Entlastung der Bahnhofstraße und des Luitpoldkreisels“. Kernstück des Antrags war die Idee, die westliche Bahnhofstraße für Busse und Taxis zu öffnen. Die aus westlicher Richtung kommenden Busse sollten so gleich in den Bahnhof einfahren beziehungsweise ihn verlassen, wenn sie auf dem Weg etwa nach Pfronten sind. Dann sollten sie über die Glück-, Sonnen- und Herkomerstraße zur Kemptener Straße fahren. 

Skeptisch sah das aber Hermann Koch von der RVA. Hauptproblem dürfte nämlich die Schranke sein, die derzeit die Bahnhofstraße für den Verkehr sperrt. Die müsste dann nämlich von den Busfahrern per Hand geöffnet werden, was vor allem weiblichen Mitarbeitern schwer falle. Nach dem Willen der Antragsteller solle sie ganz entfernt und durch ein Schild ersetzt werden, das Autofahrern – ausgenommen eben Taxis und Bussen – die Einfahrt verbietet. So sollten die Schüler die jeden Tag die Busse auf dem Bahnhofsvorplatz benutzen, geschützt werden. Außer Dr. Hans Martin Beyer (CSU) glaubte aber kaum jemand daran, dass sich die Pkw-Fahrer daran halten würden. Die Schilder könne man so groß machen wie man will, „Wenn es einer nicht beachten will, beachtet er's nicht“, urteilte Thomas Meiler von der Polizei. 

Zudem seien die Nebenstraßen in Füssen West nicht als Durchgangsstraßen für den Busverkeher ausgelegt. Dass Busse aber direkt von Westen vor den Bahnhof fahren, dahinter stehe die Polizei jetzt schon uneingeschränkt. Das passiere auch zu Stoßzeiten heute schon, ergänzte RVA-Vertreter Koch. Ein Problem stelle jedoch die fehlende Wendemöglichkeit der Busse vor dem Bahnhof dar. Hier war er sich uneins mit Beyer, der sich sicher war, Busse, ausgenommen Gelenkbusse, könnten vor dem Bahnhof umdrehen. „Ich fahre seit 30 Jahren Bus und ich kann es nicht“, entgegnete Koch. Er gab zu bedenken, dass die Busfahrer dann entweder ihre Fahrgäste an der Schranke aussteigen lassen oder wieder rückwärts quer über den Vorplatz fahren müssten. 

Beyer schlug vor, die Idee ein halbes Jahr zu testen, ließ sich aber auf den Vorschlag der 2. Bürgermeisterin Ursula Lax ein, die Testphase auf die Sommerferien zu beschränken. Das beurteilte Magnus Peresson (UBL) wegen des fehlenden Schülerverkehrs als wirkungslosen Test, Beyer nahm nach eigener Aussage jedoch lieber „den Spatz in der Hand“. Letztendlich beschloss der Stadtrat einstimmig, der RVA die Chance zu geben, das Szenario durchzuspielen und Möglichkeiten zu prüfen. In der Sitzung im Juni soll der Punkt besprochen werden. 

Ganz vom Tisch ist die Forderung, den Zebrastreifen am Luitpoldkreisel zu entfernen. Laut Antrag hätte er durch eine mobile Querungshilfe weiter südlich ersetzt werden sollen. Neben Kosten sprach jedoch die zu geringe Fahrbahnbreite gegen diese Maßnahme. Die Entfernung der kleinen Gras-Insel an der Ecke Bahnhof-/Augustenstraße stellte sich als nicht notwendig heraus. So beschloss der Stadtrat letztlich nur, einige Randsteine am Bahnhofsvorplatz ausbessern zu lassen, nämlich dort, wo die Fahrgäste aussteigen. ps

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