Ziegelbergweg soll saniert werden

Erst reden, dann rechnen

+
Der marode Ziegelbergweg mit seinen Parkplätzen soll aufwändig saniert werden. Für die Anwohner wird das womöglich eine teure Angelegenheit.

Füssen – Was die etwa 30 Anwohner des Ziegelbergwegs vergangene Woche im Rathaus zu hören bekamen, dürfte ihnen wohl kaum gefallen haben: Sie werden sich voraussichtlich mit 80 Prozent der Gesamtsumme am geplanten Ausbau des Ziegelbergwegs und der Bürgermeister-Dr.-Moser-Straße beteiligen müssen.

Mit einem Grundsatzbeschluss machte der Stadtrat bei einer Gegenstimme von Dr. Christoph Böhm (CSU) den Weg für die Arbeiten frei. Diese werden wohl mindestens 800.000 Euro kosten. Nach dem Bau- und dem Werkausschuss hat am Dienstagabend auch der Stadtrat dem Ausbau des Ziegelbergwegs grundsätzlich zugestimmt. Dieser soll zusammen mit Teilen der Bürgermeister-Dr.-Moser-Straße an der Oberfläche grundlegend ausgebaut und saniert werden.

Infoveranstaltung für Anlieger

Gleichzeitig werden die maroden unterirdischen Wasserleitungen ausgetauscht (der Kreisbote berichtete). Die Anwohner sollen voraussichtlich am 25. Januar in einer Informationsveranstaltung über die detaillierten Pläne (siehe Info-Kasten) informiert werden und sollen dabei auch ihre eigenen Anregungen einbringen können, wie Bürgermeister Paul Iacob (SPD) ankündigte.

Viel interessanter für die betroffenen Anlieger der Straße dürfte aber wohl die Frage der Kosten sein. Denn bislang steht nur fest, dass sie zur Kasse gebeten werden und sich finanziell an der Sanierung beteiligen müssen. „Es wird eine grundlegende Sanierung sein“, erklärte Iacob auf Nachfrage von Stadtrat Dr. Christoph Böhm (CSU). „Von daher zahlen die Anwohner mit.“ Wie hoch dieser Anteil ist, sei derzeit allerdings noch unklar. „Wenn wir alles mit den Anwohnern besprochen haben, fangen wir an zu rechnen“, so Bürgermeister Iacob.

Der mit den Planungen beauftragte Kemptener Tiefbauingenieur Gerhard Blumrich geht aber allein für die Sanierung der Oberfläche von Mindestkosten in Höhe von 800.000 Euro aus. Wie Kämmerer Tobias Rösler in der Sitzung auf Anfrage von Stadträtin Dr. Anni Derday (FW) erklärte, müsse zwischen Erschließungsbeiträgen und Ausbaubeiträgen unterschieden werden. Werde eine Straße erstmalig erschlossen, müssen die Anlieger 90 Prozent und die Kommune zehn Prozent der Kosten tragen, so Rösler.

Beim Ausbau einer bereits erschlossenen Straße bleiben demnach immerhin noch 80 Prozent der Kosten an den Anwohnern hängen, während die Kommune 20 Prozent übernehmen muss.

 Prüfungen durch einen Anwalt haben Rösler zufolge ergeben, dass es sich im Fall des Ziegelbergwegs um einen Ausbau der Straße handle, nicht um eine Erschließung. Demzufolge werden sich die Anwohner voraussichtlich mit 80 Prozent an den Gesamtkosten beteiligen müssen.

Hohe Kosten für Anwohner

Vor diesem Hintergrund kündigte Dr. Christoph Böhm (CSU) an, das Vorhaben in seiner jetzigen Form abzulehnen. „Ich befürchte zu hohe Kosten für die Anwohner“, sagte er. „Das Verhältnis von Kosten und Nutzen ist für mich zu ungünstig.“ Seiner Ansicht nach brauche es in einer Tempo-30-Zone beispielsweise keine gesonderten Gehwege. „Ich sehe das als zu gigantisch an.“

 Stadträtin Ilona Deckwerth von der SPD schlug hingegen vor, im Zuge der Planungen über die Einrichtung eines „Open Space“ (Offener Raum) für alle Verkehrsteilnehmer nachzudenken. „Open Space bietet einfach viel mehr Möglichkeiten“, warb Deckwerth für ihren Vorschlag. „Das ist städteplanerisch mal ein ganz anderer Ansatz.“ Iacob wies beide darauf hin, dass es sich hier zunächst um einen Grundsatzbeschluss handle. Weitere Ideen wie die des „Open Space“ sollten wie andere Vorschläge auch in der Bürger-Information diskutiert werden.

Matthias Matz

Auch interessant

Meistgelesen

Taucher verunglückt tödlich
Taucher verunglückt tödlich
Ein "Ort mit Wohlfühl-Atmosphäre"
Ein "Ort mit Wohlfühl-Atmosphäre"
Hund reißt Reh
Hund reißt Reh
"Der Sommer war sehr gut"
"Der Sommer war sehr gut"

Kommentare