Ärger über Bauhöhe und Komplexität

Informieren über ein Bauvorhaben an der Hohenstaufenstraße: Günter Schmid (v.l.), Armin Angeringer, Paul Iacob, Norbert Pracht und Karl-Heinz Elsner. Foto: lex

Füssen – „Ein großer Bedarf“ an Wohnungen für Menschen mit niedrigem Einkommen herrsche in Füssen, so Bürgermeister Paul Iacob. Deshalb informierte er kürzlich im Feuerwehrhaus über den Bebauungsplan W 58 Hohenstaufenstraße Nordwest. Einige Anwohner machten hier ihren Ärger über das Projekt Luft.

„Wir müssen für Niederklientel Wohnraum schaffen“, betonte auch der Vorstand des Siedlungswerks Füssen, Karl-Heinz Elsner. Daher wolle die Stadt Füssen dem Siedlungswerk ein Grundstück an der Hohenstaufenstraße verkaufen, damit dort ein Haus mit etwa zwölf preisgünstigen, familiengerechten Mietwohnungen gebaut werden könne, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer.

Zwar schlugen die Wellen bei der Infoveranstaltung, zu der rund 20 Besucher kamen, nicht ganz so hoch, wie Angeringer wohl befürchtet hatte, dennoch war in der fast zweistündigen Sitzung nicht alles eitel Sonnenschein. So kritisierte insbesondere Willy Hafner das geplante Bauvorhaben. Schließlich besitzt er in der benachbarten Geigenbauerstraße eine Wohnung und beschwerte sich deswegen auch im Namen von sieben, acht seiner Nachbarn, dass das neue Haus ihre Aussicht auf den Tegelberg behindern werde. Den Bewohnern in der Geigenbauerstraße 1 und 3 werde mit dem neuen Haus „eine 13 Meter hohe Mauer vors Gesicht gestellt“, die vor allem Hafner erheblich weniger Sonnenlicht bescheren werde, als es momentan der Fall sei, so Hafner weiter. 

Das sich an die vorhandene Bebauung anschließende Gebäude an der Hohenstaufenstraße solle sich architektonisch zwar in den bestehenden Baukomplex einpassen, doch werde es ein etwas anderes Gesicht bekommen, stellte Angeringer klar. So soll es beispielsweise vier- statt dreigeschossig werden, wie der ausführende Architekt Norbert Pracht von der beauftragten Bau- und Siedlungsgenossenschaft Allgäu erklärte. Die Gesamthöhe des Hauses werde die der übrigen Gebäude dennoch nicht überschreiten, unterstrich er.  

Unzufrieden mit der Planung war auch Sabine Funk, die in der ebenfalls benachbarten Lehmannstraße wohnt und sich vehement gegen die Wuchtigkeit und Größe des neu zu bauenden Hauses „auf so einem kleinen Grundstück“ aussprach. Nicht nur nach den Worten des Füssener Bürgermeisters müsse sich der Bau allerdings „finanziell rechnen“, weshalb er darauf verwies, dass „wir das so bauen“ müssten. Da nütze schließlich auch ein von Pracht vorgestellter alternativer Bebauungsplan, der „nach mehreren Anregungen von verschiedenen Seiten“ erarbeitet worden sei, nicht viel. 

Hafner freute sich hinterher zwar, „dass die Stadt und das Siedlungswerk diskussionsbereit“ seien, allerdings sei er nach wie vor nicht zufrieden mit den Planungen. Ähnlich sah das Sabine Funk, die den geplanten Bau weiterhin als monströs bezeichnete. 

Laut Angeringer wird der alternative Bebauungsplan am Dienstag, 4. Februar, auch dem Füssener Bauausschuss vorgelegt, der sich dann damit befassen wird, wie es mit dem Bauvorhaben an der Hohenstaufenstraße Nordwest vorerst weitergeht. lex

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