"Ausgebildet und einsatzbereit"

Appell in Füssen: Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 verabschiedet Kameraden

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Rund 100 Soldatinnen und Soldaten der Allgäu Kaserne sollen in wenigen Wochen die Heimat verlassen um in den gefährlichen Einsatz nach Westafrika zu verlegen. Bei einem feierlichen Appell verabschiedet der Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillon 230 die Frauen und Männer Corona-bedingt in kleinem Rahmen.

Füssen – Mit einem feierlichen Appell sind am vergangenen Donnerstag in der Allgäu Kaserne die Soldaten des Gebirgsaufklärungsbataillon 230 verabschiedet worden. Ende August verlegen rund 100 Soldaten und Soldatinnen des Verbands ins sogenannte Camp Castor nach Mali.

Sie sollen dort einen Beitrag zur internationalen Krisenbewältigung und Konfliktverhütung in dem von Terror geplagten Land leisten.

„Soldatenglück und eine gesunde Heimkehr an Leib und Seele“, wünschte Oberstleutnant Michael Bertram, Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillon 230. Die United Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali (MINUSMA) ist derzeit die gefährlichste Blauhelm-Mission weltweit und das Füssener Bataillon stellt seit 2017 einen Teil des Einsatzkontingents.

Feierlich, jedoch in kleinem Rahmen, richtete der Kommandeur sein Wort an das Bataillon. Die Coronakrise und ihre zugrundeliegenden Hygienevorschriften befolgend, fand das Antreten unter Ausschluss der Öffentlichkeit, mit Mindestabstand in der Formation und Mundschutz statt.  Traditionsgemäß zierte das Wappen der Gebirgsaufklärer, das Sturmgewehr G36 sowie Seil und Eispickel den Platz vor dem Rednerpult. „Ich freue mich, dass die ausgebildete und einsatzbereite Kompanie vor mir steht,“ lobte Oberstleutnant Bertram die Frauen und Männer. „Es ist meine Aufgabe, Sie so zu erziehen und auszubilden, dass Sie im Gefecht bestehen.“ 

Die Heimat verlassen

Seit April haben die Soldaten intensiv für den bevorstehenden Einsatz trainiert und Unterrichte besucht. Erst im Juli waren sie im Gefechtsübungszentrum des Heers, das bei Gardelegen in Sachsen-Anhalt liegt. Für diese einsatzspezifische Übung mussten die Soldaten bereits für vier Wochen die Heimat und ihre Familien verlassen. „Herr Major, gut gemacht“, lobte der Kommandeur auch den Kompaniechef für das erreichte Ausbildungsergebnis.

Es steht ein Abschied für mehrere Monate bevor. Manche Soldaten werden über sechs Monate und länger in Mali sein. Das ist auch für die im Standort Verbleibenden keine leichte Aufgabe, weiß der Kommandeur. Jährlich muss er Soldaten verabschieden. „Im November des vergangenen Jahres erst, habe ich die heimkehrenden Soldaten begrüßt, nur ein knappes halbes Jahr später muss ich wieder eine Kompanie verabschieden.“ Seit 2017 stellen die in Füssen stationierten Truppenteile des Heeres den Einsatz in Westafrika.

"Erholsame Tage im Kreis der Liebsten"

Vor einem Einsatz bei der UN-Mission MINUSMA in Mali müssen Bundeswehrsoldaten momentan gleich zwei Mal 14 Tage in Quarantäne – sowohl in Deutschland in völliger Isolation, als dann auch in Mali. Das bedeutet, dass sich die Zeit der Trennung von Heimat und Familie, von Freunden und den Kameraden um gut einen Monat verlängert. So wünschte Oberstleutnant Bertram noch „erholsame Tage und die notwendige Ruhe im Kreise der Liebsten“. Mit der Bayernhymne und der Nationalhymne endete der Appell und Abschied feierlich melodisch. Da es wegen Corona verboten ist den traditionellen, dreimal wiederholten Schlachtruf „Horrido – Joho!“ auszurufen, jedoch im Stillen.


Selma Höfer

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