Stadtrat vertagt endgültige Entscheidung über Bahnhofsneubau

Neubau nur in Aussicht gestellt

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Dass der Füssener Bahnhof abgerissen wird, ist so gut wie beschlossene Sache. Wie der neue aussehen soll, muss nun ein Arbeitskreis ausarbeiten.

Füssen – Neubau ja, aber nicht in der vorgelegten Gestaltung: Bei einer Gegenstimme von Jörg Umkehrer (Grüne) hat der Stadtrat am gestrigen Dienstagabend zwar sein Einvernehmen zum Bahnhofsneubau durch die Firma Hubert Schmid in Aussicht gestellt. 

Allerdings soll ein Arbeitskreis noch an der Optik des neuen Gebäudes feilen, ehe in einer weiteren Sondersitzung am 27. Januar endgültig über den Antrag entschieden werden soll. 

Vor knapp 100 Zuhörern im überfüllten Sitzungssaal des Rathauses kristallisierte sich im Zuge der fast dreistündigen, teilweise chaotischen Sitzung schnell heraus, dass die Stadträte zwar grundsätzlich für einen Neubau des 1889 gebauten Füssener Bahnhofs und das vorgestellte Nutzungskonzept sind. An der von hochrangigen Vertretern der Firma Hubert Schmid vorgestellten Planung störte aber viele die Optik mit modernen Glasfassaden. Sie forderten eine Gestaltung, die ihrer Ansicht nach besser zu Füssen und dessen romantischem Tourismuskonzept passe. 

„Ein neuzeitliches Konzept dieser Art ist für viele Städte das Richtige, aber nicht für Füssen“, sprach Dr. Hans Martin Beyer (CSU) stellvertretend für viele Stadträte seine Bedenken aus. Einige Stadträte fühlten sich auch von der Verwaltungsspitze angesichts der Tragweite der Entscheidung überrumpelt. „Wir brauchen ein bisschen mehr Zeit!“, appellierte beispielsweise Jürgen Doser (Freie Wähler). „Die Informationspolitik, dieser Stil, das gefällt uns gar nicht“, ergänzte Dr. Anni Derday, ebenfalls Freie Wähler. 

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) plädierte hingegen vehement für einen Neubau nach den in der vergangenen Woche vorgestellten Plänen (der Kreisbote berichtete). Er verwies auf den Zeitdruck, da potenzielle Mieter Klarheit bräuchten. Darunter sei auch „eine für Füssen sehr wichtige Firma“. Florian Schmid, Geschäftsführer der Firma Hubert Schmid, forderte ebenfalls Klarheit: „Wir brauchen eine Verbindlichkeit, auch für unsere Mieter“, sagte er. 

Nach zähem Ringen um eine Kompromisslösung und die entsprechende Formulierung einigte sich das Gremium schließlich darauf, dem Bauantrag das kommunale Einvernehmen grundsätzlich in Aussicht zu stellen. Allerdings soll ein Arbeitskreis – bestehend aus Stadträten, Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier und Vertretern des Bauunternehmens – die Außengestaltung des Gebäudekomplexes überarbeiten. In einer weiteren Sondersitzung am 27. Januar soll der Stadtrat dann endgültig entscheiden. 

Dies ist der letztmögliche Termin, denn ab dem 28. Januar erlangt der derzeitige Bauantrag automatisch Gültigkeit. Der Füssener Stadtrat hätte dann baurechtlich keine Möglichkeit mehr, Einfluss auf den Neubau zu nehmen.

Matthias Matz

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