Über dem Durchschnitt

Arbeitslosenquote beläuft sich in Füssen im August auf 3,6 Prozent

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Obwohl im August viele Touristen ihren Urlaub oder Tagesausflüge im Füssener Land verbrachten, was unter anderem der Stadt Füssen eine volle Fußgängerzone bescherte, konnten Gastronomie und Hotels nicht so viele Angestellte beschäftigen wie im August vergangenes Jahr.

Allgäu/Füssen – Nachdem sich der Allgäuer Arbeitsmarkt im Juli erstmals seit Monaten stabilisiert hatte, waren im August mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote kletterte nach Angaben der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen um 0,2 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent.

Aktuell waren im bayerischen Teil des Allgäus 13.460 Menschen arbeitslos gemeldet, 580 mehr als im Monat zuvor. Etwas anders stellt sich die Lage im Bereich der Geschäftsstelle Füssen dar. Dort blieb die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Juli zwar konstant, befindet sich aber mit 3,6 Prozent über dem allgäuweiten Schnitt.

Im Vergleich zum August des vergangenen Jahres erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im bayerischen Teil des Allgäus. Die aktuelle Arbeitslosenquote erreichte den Wert von 3,5 Prozent und lag damit um 1,1 Prozentpunkte über dem Ergebnis des vergangenen Jahres. Parallel entwickelten sich die Ergebnisse in allen Wirtschaftsräumen des Agenturbezirks. Höher als im Agenturbezirk fiel das Plus in der Region Füssen, im Landkreis Lindau und im Wirtschaftsraum Kempten mit einem Zuwachs von 1,2 Prozentpunkten aus. Auch wenn im Haupturlaubsmonat August Hotellerie und Gastronomie in Füssen und am Bodensee für Beschäftigung sorgte, konnte das den Abstand zum August des vergangenen Jahres nicht wettmachen.

Im Bereich Füssen stieg die Arbeitslosigkeit von Juli auf August um sieben auf 969 Personen. Das waren 348 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Damals betrug die Arbeitslosenquote noch 2,4 Prozent. Dabei meldeten sich 181 Personen neu oder erneut arbeitslos, 30 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 174 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 1847 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Plus von 98 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber stehen 1661 Abmeldungen von Arbeitslosen.

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im August um 37 Stellen auf 234 gestiegen. Zieht man die Zahlen im Vorjahresmonat heran, waren das 158 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im August 73 neue Arbeitsstellen, zehn mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 448 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 162.

Gastgewerbe boomt besonders stark

Günstiger schnitt das südliche Oberallgäu ab, denn in diesem Bereich boomt das Gastgewerbe besonders stark. Ebenfalls eine Steigerung um 0,8 Prozentpunkte meldeten die Regionen Kaufbeuren und Mindelheim. Im Ergebnis erreichte der Wirtschaftsraum Mindelheim mit 2,9 Prozent die günstigste Arbeitslosenquote. Es war gleichzeitig die einzige Region mit einer Zwei vor dem Komma. Die Region Kaufbeuren schnitt dagegen mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent am schlechtesten ab.

Nachdem sich der Arbeitsmarkt im Juli erstmals seit Monaten stabilisiert hatte, waren im August mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hatten sich Abschlussprüfungen in einer ganzen Reihe von Ausbildungsberufen zeitlich verzögert, so die Agentur für Arbeit. Nach Erhalt der Prüfungsergebnisse endete die Ausbildung und eine Reihe junger Menschen meldete sich arbeitslos, weil sich keine Anschlussbeschäftigung ergab oder anderweitige berufliche Veränderungen anstanden. Daneben liefen vor der Haupturlaubszeit befristete Beschäftigungen aus, betroffene Kräfte meldeten sich ebenfalls arbeitslos.

Allein im Personenkreis der Jüngeren unter 25 Jahre ist die Arbeitslosigkeit innerhalb eines Monats um gut 360 Kräfte gestiegen. Im Vergleich zum August des Vorjahres waren momentan insgesamt gut 4100 Frauen und Männer mehr gemeldet. Der Abstand zum Vorjahr hat sich in den vergangenen Wochen verringert. Während in den Monaten Juni und Juli die Arbeitslosigkeit im Vergleich zu den Vorjahresmonaten um mehr als 50 Prozent höher lag, verringerte sich der Abstand im August auf gut 44 Prozent.

Betriebe suchen mehr Arbeitskräfte

„Der Arbeitsmarkt im Allgäu blieb auch im August weiter von der Viruspandemie beeinflusst. Wie in den Jahren zuvor meldeten sich junge Menschen nach Abschluss ihrer Ausbildung arbeitslos. Dieses Mal erfolgt eine Reihe von Meldungen mit zeitlicher Verzögerung, weil sich aufgrund der Pandemie Prüfungstermine verspätet hatten“, informiert Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Da Betriebe stärker als in den letzten Monaten zusätzliche Arbeitskräfte suchen, habe ich die berechtigte Hoffnung, dass gerade junge Fachkräfte Chancen auf eine neue Beschäftigung bekommen.“

Sowohl bei den neu herein gegebenen Stellenangeboten wie auch im Gesamtbestand sei ein Zuwachs erkennbar. So hatten Betriebe zuletzt 236 Beschäftigungsmöglichkeiten mehr zur Verfügung gestellt als im Juli. Die höhere Nachfrage nach Arbeitskräften zeige sich auch im gestiegenen Stellenbestand von 4260 Angeboten.

Der jahreszeitliche Verlauf der Arbeitslosigkeit lässt bereits seit Jahren einen Zuwachs in den Sommermonaten Juli und August erkennen. Aufgrund der Pandemiekrise ist die Ausgangsbasis in diesem Jahr jedoch höher als in den Jahren zuvor, informiert die Agentur für Arbeit. In den kommenden Wochen gilt es das Infektionsgeschehen zu beobachten, denn auch die weitere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hängt stark davon ab, wie sich die Coronavirus-Pandemie weiterentwickelt. Im Allgäu spielt auch die Witterung eine Rolle, denn ein schöner Herbst sorgt für anhaltend hohe Beschäftigung im Tourismusgewerbe.

kb

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