Kritik und Bedenken

Architekt Peter Netzer präsentiert Entwurf zur Generalsanierung der Füssener Schulen

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Architekt Peter Netzer (rechts) präsentiert in der Sporthalle der Mittelschule Füssen den Entwurf für die im kommenden Jahr beginnende Schulsanierung. Auch Bürgermeister Maximilian Eichstetter (links) lässt sich informieren.

Füssen – Bei der jüngsten Informationsveranstaltung zur Generalsanierung und dem Umbau der Grund- und Mittelschule Füssen sprach eine Besucherin wohl der Mehrzahl der Zuhörer dessen, was ihnen unter anderen der Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) zu sagen hatte, aus der Seele.

So sagte sie nach der Vorstellung des Entwurfs zu dem gut 50 Millionen Euro teuren Bauvorhabens: „Es wird sicher nicht lustig, aber wir wissen, wofür es gemacht wird, nämlich für etwas Gutes, denn Kinder sind unsere Zukunft.“

Den Entwurf präsentierte Peter Netzer vom Architekturbüro F 64-Architekten, das bei dem Projekt federführend ist in der Sporthalle der Mittelschule. Hundertprozentige Harmonie und volles Einverständnis mit den im Vorfeld dieser Baumaßnahme angedachten Planungen herrschte dennoch nicht zwischen den etwa 25 Versammlungsteilnehmern. Infolgedessen kritisierte der Leiter des Gymnasiums Füssen, Michael Gschnaidner, den aus seiner Sicht bisher nicht optimalen Informationsfluss der Handlunsbeteiligten: „Der Startschuss kommt ziemlich spät. Wir würden gerne rechtzeitig über alles, was auch unsere Schule betrifft, informiert werden, damit wir planen können.“ Er bezog sich damit unter anderem auf den „zeitlichen Ablauf“ des Projekts, das nicht nur für die mehr als 1000 Schüler verschiedener Schulen im Umkreis der künftigen Baustelle gewisse Einschränkungen mit sich bringe. Auch weitere Veranstaltungsbesucher besaßen nur recht vage Vorstellungen von der endgültigen Fassung der an diesem Nachmittag präsentierten Pläne darüber, „was wir hier vorhaben“, wie Eichstetter erklärte. Auch der Direktor der Mittelschule, Elmar Schmitt, äußerte sich ähnlich und betonte: „Wir wussten bisher so ziemlich von nichts.“

Ausfall des Sportunterrichts

So dürfte auch ihn interessiert haben, dass Netzer und der Fachbereichsleiter für Hoch- und Tiefbau beim Füssener Bauamt, Andreas Linder, erklärten, dass die Grund- und Mittelschule bis 2028 in fünf Bauabschnitten beispielsweise eine größere Aula, eine Tiefgarage und eine Dreifachturnhalle, die laut Netzer „zur Hälfte in den Boden eingegraben“ sein wird, erhalten soll. Außerdem wurden die Besucher darüber informiert, dass bestimmte Teile der jetzigen Gebäude abgerissen und neu gebaut werden sollen, während andere Abschnitte „nur saniert“ würden, wie Netzer unterstrich. Gerade die neue Turnhalle, die entstehen soll, rief aber auch etwas Unmut unter dem ein oder anderen Zuhörer hervor. Demzufolge wurde teilweise Kritik darüber laut, dass für die Mittelschüler nach dem Abriss der bisherigen bis zum abgeschlossenen Bau der neuen Turnhalle große Teile des Sportunterrichts ausfallen sollen. Die Leiterin des AWO-Kinderhorts in unmittelbarer Nähe der Grund- und Mittelschule, Angelika Schneider, wollte zudem wissen, bis wann die Kantine für die Mittagsbetreuung vieler Kinder fertiggestellt werde. „Planmäßig soll dies 2023 sein“, antwortete Netzer.

Keine Einbahnstraße

Auch das von Tim Schneider vom Ingenieurbüro Daeges aus Sigmarszell vorgestellte Verkehrswegekonzept fand anschließend reges Interesse bei den Versammlungsbesuchern. Es sieht zum Beispiel vor, dass künftig alle Schulbusse kurz an der Augsburger Straße halten, damit die Kinder aussteigen können, um sich zum Taxisweg zu begeben, „wo alle Schüler zusammenkommen“ und die Eingänge für die Grund- und die Mittelschule nebeneinander sind. Mehrere Zuhörer monierten indes, dass es in dem Bereich um den großen Schulkomplex herum keine Einbahnstraßen geben solle.

lex

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