Der Schweizer Selfmade-Architekt Armando Ruinelli stellt derzeit in Füssen aus

Weltklasse aus der Provinz

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Jede Menge Grundlagen zur Diskussion geben die Modelle aufgrund der interessanten Anmerkungen durch Architekt Armando Ruinelli.

Füssen – Im beschaulichen Schweizer Engadin würde man sicher keine Architektur von Weltklasse vermuten. Und schon gar nicht auf dem Dorf.

Doch Architekt Armando Ruinelli hat mit seinen elegant-schlichten und doch unverwechselbaren Bauten geschafft, dass Architektur-Touristen scharenweise in seinen Heimatort Soglio an der schweizerisch-italienischen Grenze pilgern.

Organisiert hat die ihm gewidmete Ausstellung „Im Dialog mit der Tradition“ im Refektorium von St. Mang in Füssen das Architekturforum Allgäu. In einem Werkvortrag berichtete Armando Ruinelli anlässlich der Eröffnung der Ausstellung anschaulich und engagiert vor rund 150 interessierten Zuhörern über seine Arbeit. Er wurde nach eigenen Angaben autodidaktisch zum Architekten.

 „Dass ich im Tal geblieben bin, ist Zufall“, so der 60-Jährige Ruinelli. Seit 1982 führt er, 1957 in Zürich geboren, in Soglio im Bergell (ein italienischsprachiges Tal des Kantons Graubünden/Schweiz) ein eigenes Büro, ohne je ein Architekten-Diplom abgelegt zu haben. Er plädiert dafür, vorhandene Bausubstanz einer verhinderten Nutzung im Einklang mit der Neuzeit zuzuführen. „Man muss nicht immer abreißen und neu bauen, sondern vorhandenes weiterbauen“, so sein Tenor.

 Eindrucksvolles Zeugnis

 Beispiele verschiedener Projekte, die er in seinem Dorf – darunter auch sein eigenes Atelier – unter seiner Planung geschaffen hat, untermauern diese Aussage. Die Projekte sind auch als Modelle bei der Ausstellung in St. Mang zu sehen und geben dem Betrachter ein eindrucksvolles Zeugnis, wie er zusammen mit seinem Partner Giovanoli althergebrachte und schützenswerte Bausubstanz in die Neuzeit „zurückholte“.

Zahlreiche Projekte haben die beiden über die Jahre in Soglio und im Bergell realisiert. „Immer wieder ist es die intensive Auseinandersetzung mit einer Situation, mit der lokalen Tradition und den entsprechenden Materialien“. Die Ausstellung in Füssen ist noch bis zum 28. Februar jeweils Freitag bis Sonntag von 13 bis 16 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Begleitend zur Ausstellung findet am Montag, 1. Februar, um 18.15 Uhr in der Reihe „Lesezeit“ ein Vortrag zum Thema in der Orangerie der Stadtbibliothek statt.

Am Freitag, 26. Februar, lädt das Architekturforum Allgäu in die Orangerie der Stadtbibliothek Füssen um 19 Uhr zu einer Gesprächsrunde zum Thema „Materialgerechtes Bauen im ländlichen Raum“ ein. Podiumsteilnehmer sind neben Armando Ruinelli unter anderem der „Fachmann in Sachen Holz“ Karlheinz Gasser aus Reuthe/Bregenzerwald, die Architekten Frank Lattke aus Augsburg und Thomas Lauer aus München sowie die Architektin Dr. Bettina Schlorhaufer aus Innsbruck.

ed

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