Das Ringen um den Kies geht weiter

Arge II versucht offenbar über das Grundstück des Segelclub Füssen zum Kiesabbaugebiet im Forggensee zu gelangen

+
Die Arge II rund um das Bauunternehmen Hubert Schmid sucht derzeit offenbar nach einer anderen Möglichkeit, um zum Kiesabbaugebiet im Forggensee gelangen und so doch noch die Erlaubnis zum Kiesabbau erhalten zu können.

Füssen – Nachdem die Arbeitsgemeinschaft (Arge) I rund um das Füssener Bauunternehmen Josef Scheibel den Zuschlag für den Kiesabbau im Forggensee erhalten hat (der Kreisbote berichtete), holt die Arge II rund um das Bauunternehmen Hubert Schmid nun offenbar zum Gegenschlag aus.

Nach Informationen unserer Zeitung soll es in Verhandlungen stehen, um über das Gelände des Segelclubs SC Forggensee zum Kiesabbaugebiet zu gelangen. Denn an der fehlenden Zufahrt hängt derzeit das Verfahren.

Eigentlich sollten beide Argen künftig den Kies im Forggensee abbauen dürfen. So wollte es das Wasserwirtschaftsamt Kempten als Vertreter des See-Eigentümers, dem Freistaat Bayern. Nachdem im Juni 2017 die bisherige Erlaubnis zu Ende gegangen ist, hatte sich neben der Arge I, die bisher den Kies abgebaut hat, auch eine zweite Arge rund um das Bauunternehmen Hubert Schmid dafür beworben. Um keine Arge zu benachteiligen, sollten beide zum Zug kommen. Die Verhandlungen waren jedoch zäh.

Daneben sahen die Füssener Stadträte die Vergabe an zwei Argen äußerst kritisch. Die weiten Fahrwege der zweiten Arge und die Lkw-Fahrten in den See, die durch zwei Argen deutlich zunehmen würden, machten ihnen Sorgen. Zudem befürchteten sie, dass der begrenzte Rohstoff doppelt so schnell abgebaut werde würde. Deshalb erarbeitete die Stadtverwaltung einen Kriterienkatalog für das Überfahrtsrecht.

Die Umweltbilanz zählt 

„Das zentrale Vergabekriterium war die Umweltbilanz“, erklärte seinerzeit Hauptamtsleiter Peter Hartl dem Kreisbote. Hier ging es vor allem um die Transportwege, die sowohl für die Kiesverarbeitung als auch für die Zwischenlagerung anfallen. „In Anbetracht der Begründung des Regionalplans war es der Stadt wichtig, dass der abgebaute Kies vorrangig der Deckung des örtlichen Kiesbedarfs dienen soll.“ Auf dieser Grundlage bewertete die Stadt die Angebote und erteilte der Arge I den Zuschlag. „Für diese ist nun auch der entsprechende Planfeststellungsbeschluss ergangen.“ Die Arge II versucht nun offenbar eine andere Möglichkeit zu finden, um zum Abbaugebiet zu gelangen.

Nach Informationen des Kreisbote möchte sie über das Gelände des Segelclubs zum Abbaugebiet fahren. Gespräche darüber soll es schon gegeben haben. Aber sowohl das Bauunternehmen Hubert Schmid als auch der Segelclub reagierten nicht auf entsprechende Anfragen des Kreisbote.

Behörden müssen Antrag prüfen

Sollten sich alle Parteien einigen, kann das Unternehmen seinen Kiesabbau-Antrag beim Landratsamt Ostallgäu mit Blick auf die Zufahrt ändern. Anschließend „werden dazu die relevanten Stellen, wie zum Beispiel das Staatliche Bauamt, Naturschutz und die Verkehrsbehörde beteiligt und bei positivem Ergebnis ein Planfeststellungsbeschluss erteilt“, informierte Thomas Brandl, Pressesprecher am Landratsamt Ostallgäu, auf Nachfrage des Kreisbote. Bisher liege der Kreisbehörde aber noch kein entsprechender Antrag vor, so Brandl.

kk

Auch interessant

Meistgelesen

Füssen: Betrunkener Hotelgast schreit unbegründet nach Hilfe und leistet Widerstand gegen die Polizei
Füssen: Betrunkener Hotelgast schreit unbegründet nach Hilfe und leistet Widerstand gegen die Polizei
Landkreis Ostallgäu will Begeisterung für Denkmalschutz wecken
Landkreis Ostallgäu will Begeisterung für Denkmalschutz wecken
Arbeitsunfall: 59-jähriger Mann in Füssen-West schwer verletzt
Arbeitsunfall: 59-jähriger Mann in Füssen-West schwer verletzt
Schwangau: Badegast findet Handgranate im Schwanensee
Schwangau: Badegast findet Handgranate im Schwanensee

Kommentare