Gelegenheit verpasst

ASF kritisiert großen Flächenverbrauch bei geplantem Nahversorgungszentrum

Füssen ehemaligen Areal des Autohauses Heuberger
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Auf dem ehemaligen Areal des Autohauses Heuberger in der Kemptener Straße soll das geplante Nahversorgungszentrum mit der neuen Norma-Filiale entstehen.

Füssen – Enttäuscht über die Entscheidung des Füssener Stadtrates, nicht weiter auf eine Parkgarage beim Bau des geplanten Nahversorgungszentrums rund um die neue Norma-Filiale in der Kemptener Straße zu bestehen, zeigt sich jetzt die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF). Die ASF wünscht sich nach eigenen Angaben ausführlichere Diskussionen zum Thema Flächenfraß im Stadtrat.

Die Bewältigung der Corona-Pandemie beherrscht derzeit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Dennoch haben sich die SPD-Frauen nach eigenen Angaben über andere politische Themen Gedanken gemacht. Schwerpunkte wollen sie bei Umweltthemen und Tourismus und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie legen.

Aktuell geht es der ASF vor allem um den zunehmenden Flächenverbrauch in Füssen. Als Beispiel nennen die SPD-Frauen die Aufstellung des Bebauungsplanes W40, den der Stadtrat mehrheitlich beschlossen hat. Er ermöglicht Norma und weiteren Märkten beim Neubau ausschließlich oberirdische Parkplätze auszuweisen (der Kreisbote berichtete). Die SPD-Frauen freut es zwar, dass sich wenigstens fünf Stadträte gegen den Bebauungsplan ausgesprochen haben. Dennoch sind sie enttäuscht, dass ein doch relativ junges Stadtratsgremium den Belangen von Klima- und Umweltschutz so wenig Beachtung schenkt und nicht intensiver nach Alternativen gesucht hat, so die Meinung der ASF.

„Täglich lesen wir von Klimaerwärmung, Artensterben, Flächenfraß. Wir wissen, dass es nicht 5 vor 12, sondern schon 5 nach 12 ist“, sagt Claudia Schreiner, Stellvertretende Vorsitzende der ASF. „Wir wissen, dass der Erhalt unserer Lebensgrundlagen bedroht ist – und da lässt der Stadtrat die Gelegenheit aus, mit einer Parkgarage den Flächenverbrauch etwas einzudämmen und damit anzufangen, andere Weg zu gehen, Zukunft neu zu denken!“

Kreative Lösungen finden

Dass Norma ein Parkhaus ablehne, sei aus rein wirtschaftlichen Gründen nachvollziehbar. „Nur, wann wollen wir endlich anfangen zu handeln für eine Welt, in der wir zukünftig leben wollen?“, fragen sich die SPD-Frauen. Es werde künftig schließlich noch mehr auf die Abwägung zwischen wirtschaftlichen Interessen und den Bedürfnissen der Menschen und der Natur ankommen, so die ASF. Auch dass Kunden oberirdische Parkplätze vorziehen stimme – aber „kundenorientiert“ denken bedeute nach Meinung der SPD-Frauen auch, an die zukünftige junge Generation zu denken. Und wer in die Zukunft denke, könne nicht mehr alle Privilegien erfüllen,ist die ASF überzeugt. Sie fordert, auch kreative Lösungen zu berücksichtigen. So sollte überlegt werden, ob beispielsweise auch Verkaufsräume im ersten Stock über einem Parkplatz denkbar wären. Diese hätten den Vorteil, dass sie im Sommer schattig und im Winter schneefrei seien.

Grüne sollen sich stärker einbringen

Die ASF wünscht sich ausführlichere Diskussionen zum Thema Flächenfraß im Stadtrat. Dieser sei auch bei der Planung weiterer Parkplätze vor den Toren Hopfens oder bei der provisorischen Parkplatzerweiterung am Fußballplatz im Weidach, der auch noch ein Landschaftsschutzgebiet betrifft, zu beachten. Ziel dürfe nicht sein, einseitig für Autos zu denken, sind die SPD-Frauen überzeugt. Stattdessen sollte man alles daran setzen, den Verkehr zu verringern und stattdessen den ÖPNV stärken und Shuttle-Busse einsetzen. Mobilität neu denken sei laut ASF die Devise.

Ihrer Ansicht nach gibt es gewichtige Gründe gegen eine weitere Flächenversiegelung durch neue Parkplätze. Allen voran Umweltverbände, aber auch Bundesregierung und Bayerische Staatsregierung streben mit verschiedensten Tipps, Maßnahmen, Programmen und Beschlüssen zum Flächensparen an. „Gefragt sind jetzt vorausschauende, mutige Politikerinnen und Politiker, die mit ihren Entscheidungen die Weichen für eine gute Zukunft der Menschheit treffen. Wünschen würden wir uns auch, dass sich die Grünen mehr für Umweltthemen einbringen“, heißt es bei den SPD-Frauen.

kb

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