Volkstrauertag: Pfarrer Markus Dörre warnt vor Populisten

Angst als schlechter Ratgeber

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Am Schwangauer Kriegerdenkmal gedenkt die Gemeinde und ihrer Vertreter der Millionen Toten beider Weltkriege.

Schwangau – Wie in vielen anderen Orten in Bayern auch haben auch die Veteranen in Schwangau am Volkstrauertag der gefallenen Kameraden und der Opfer von Terror und Gewalt gedacht. Am Kriegerdenkmal wurden dafür auch Kränze niedergelegt.

Der Volkstrauertag sei ein wichtiger Tag, so der Schwangauer Pfarrer Markus Dörre. Dieser Feiertag sei dem stillen Gedenken gewidmet, so Dörre, der Reue und der Buße. Man dürfe aber angesichts der Katastrophen, die der Planet gerade erlebe – Erdbeben in Italien, Seuchen in Brasilien und Hungersnöte in Haiti – nicht in den Chor der Untergangspropheten einstimmen, die diese Zeichen, wie sie auch im Evangelium beschrieben sind, als Menetekel des baldigen Weltunterganges interpretieren.

Schwangauer gedenken der Gefallenen

Die Angst vor Terror, aber auch den aktuellen Umbrüchen sei groß, so Dörre, doch: „Angst ist ein schlechter Ratgeber“, so der Pfarrer. Es sei schlimm, dass politische Parteien mit den Ängsten der Menschen spielten und so die Werte unserer Gesellschaft, Freiheit und Gerechtigkeit, aufs Spielsetzen. „Sind die Lehren aus den beiden Weltkriegen vergeblich?“, hinterfragte Dörre die Situation.

Droht neuer Krieg?

Das Leben könne man nur gewinnen, wenn man standhaft bleibe, schloss Dörre den Gottesdienst, ehe die angetretenen Veteranen und Soldaten der 1/230 aus Füssen, der Patenkompanie Schwangaus, die in Kürze in den Kriegseinsatz nach Mali gehen werden, zum Kriegerdenkmal marschierten.

Es seien diese Toten, erinnerte Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke, die zum Frieden mahnten und dabei den preußischen Generalmajor Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz zitierte, der vor bald 100 Jahren gemeint hatte, dass „der Krieg eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ sei.

Wobei Rinke folgerte, dass eine schlechte Politik, wie man sie derzeit erlebe, die Kriegsgefahr deutlich erhöhe. „Der Acker für die Saat (des Krieges) ist bestellt“, so Rinke. Wie Dörre sah auch Rinke die Angst der Menschen, vor der Zukunft, vor einem Wandel der Werte, den man erlebe: „Die Globalisierung und Digitalisierung überfordert uns“.

Noch realer sei die Bedrohung seit dem 8. November geworden, dem Tag der Präsidentschaftswahlen in den USA. Die Soldaten, derer man nun gedenke, mahnten zum Frieden, wiederholte Rinke. Neben dem Schwangauer Bürgermeister legten auch die Veteranen und eine Vertreterin des VdK Schwangau einen Kranz nieder, ehe es zur Jahreshauptversammlung der Veteranen ging.

Oliver Sommer

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