Wanderer kritisieren Zerstörung des "Schutzengelwegs" am Tegelberg

"Vollkommen zerstört"

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Der „Schutzengelweg“ am Tegelberg wird zu einer befahrbaren Forststraße umgebaut. Während die Skitourengeher sich freuen, sind die Wanderer verärgert.

Schwangau – Ein neuer Wirtschaftsweg auf die Hornburg erregt die Gemüter von Naturfreunden und Wanderern. Anstelle des „Schutzengelweges“ zieht sich seit einiger Zeit eine Lkw-befahrbare Forststraße durch den Wald am Tegelberg.

Damit soll der Zugang zum Wirtschaftswald der Gemeinde und der Privatwaldbesitzer gesichert werden. Die Wanderer freut die Schneise dagegen weniger. Gerade im Neuschnee wird derzeit deutlich, welch breite Schneise in den Bergwald geschlagen wurde. „Seit einigen Monaten sind unterhalb des Tegelbergs zwischen der Skipiste und der Rohrkopfhütte massive Bauarbeiten im Gange“, beschreibt ein Leser seine Beobachtungen.

Da der Tegelberg sein Hausberg sei, wandere er dort des Öfteren und musste dabei feststellen, dass bis circa Ende August ein vollkommen neuer und sehr breiter Feldweg zwischen der Skipiste und dem Bergrücken östlich der Hornburg entstanden ist, für den offenbar massive Erd- und Rodungsarbeiten erforderlich waren. „Der sogenannte Engelschutzweg wurde hierdurch in diesem Bereich schon vollkommen zerstört“.

Schließlich habe er bei einer Wanderung Anfang Oktober feststellen müssen, dass der bisher erstellte Feldweg bis zum Bergrücken anscheinend auch noch weiter in Richtung Rohrkopfhütte geführt werden soll. „Es sind zumindest schon weitere 50 Meter Weg erstellt worden“, heißt es in dem Brief.

Auch der Ostallgäuer Kreistagsabgeordnete Hubert Endhardt (Grüne) bekam diesbezüglich zahlreiche Anfragen verärgerter Schwangauer Bürger. Der „Schutzengelweg“ ist einer von zwei Themenwegen, die den Tegelberg erschließen. Während der „Ahornreitweg“ von der Südseite auf den Tegelberg führt, begann der „Schutzengelweg“ nahe der Tegelbergbahn-Talstation.

Auf zahlreichen Tafeln wurde Wanderer erläutert, wie wertvoll der Bergwald ist und was man gerade vor sich sieht.

Durch den Bergwald 

So zog sich der schmale Wanderweg durch einen teils jahrzehntealten Bergwald, teilweise auch Bergmischwald hinauf zur Rohrkopfhütte und von dort weiter zum Tegelberghaus. Die Rohrkopfhütte ihrerseits wird von einem Wirtschaftsweg von Norden über die Drehhütte erschlossen.

Vom Weg zur Drehhütte zweigte ursprünglich auch eine Lkw-befahrbare Forststraße hinauf zur Hornburg ab.

Schlechter Zustand 

Dieser Weg sei in einem schlechten Zustand und sanierungsbedürftig, befanden die zuständigen Stellen. Außerdem habe es immer wieder Kritik am Zustand des „Schutzengelweges“ im oberen Bereich gegeben, nachdem dort Teile des Hanges abgerutscht waren.

So begannen nun die Bauarbeiten für die neue Forststraße, die den Schutzengel-Wanderweg bis zum Bergrücken ersetzen wird. Breit genug, damit auch schwere LKW und Rückefahrzeuge die Straße befahren können, wurde die Streckenführung des „Schutzengelweges“ in Teilen zerstört oder überbaut und eine breite Schneise in den Bergwald geschlagen.

In einer Gemeinderatssitzung nach der Sommerpause hatte eine Vertreterin des Forstamtes dazu schon Stellung genommen. Bereits seinerzeit hatte unter anderem auch Gemeinderat Christof Helmer die Arbeiten kritisiert und bedauert, dass der an sich schöne Wanderweg zerstört wurde.

Dazu Kreisrat Hubert Endhardt: „Ja, der Schutzengel ist weg. Bei mir haben mehrere Bürger aus Schwangau angerufen, ob ich da nichts unternehmen könne. Sie waren sehr verärgert darüber, dass man ihnen ihren schönen Weg weggenommen hat.“

Es gebe viele ausgetretene Wege, die man aber dennoch gut gehen könne. „Jetzt opfere man unter dem Vorwand Forstnutzung eine schöne Wanderstrecke“. Auch er, so Endhardt, sei überrascht gewesen von dem überzogenen Ausbau, sehe aber keine Möglichkeit etwas dagegen zu unternehmen. Er betont, dass die Handlungshoheit für den Ausbau in dieser Form bei der Gemeinde Schwangau liege.

Skisportler nutzen Weg 

Vonseiten des Naturschutzes kam der Rat, man solle doch, „angesichts der betroffenen hochwertigen Landschaftsteile“, so Dr. Hans Erhardt, einfach mal Kontakt aufnehmen mit der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben. Inwieweit dies angesichts der schon vollendeten Bauarbeiten noch sinnvoll ist, bleibt dahingestellt.

Mittlerweile haben jedenfalls die heimischen Skitourengeher den Weg für sich entdeckt, die auf der normalen Skipiste nicht gerne gesehen sind. Inwieweit die Forststraße auch zur Erschließung der Rohrkopfhütte und des vor einigen Jahren angedachten Skiliftes auf den Rohrkopf dienen könnte, ist –noch – nicht bekannt.

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