Enormer Sanierungsbedarf: Stadtverwaltung stellt Bauprogramm für die kommenden Jahre

Auf Füssen kommen Ausgaben in Höhe von 178 Millionen Euro zu

Baustelle Oberseebad Füssen
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Der Sanierungsbedarf der städtischen Liegenschaften ist hoch. So ist die Stadt Füssen derzeit dabei, das Freibad am Obersee instand zu setzen.
  • Katharina Knoll
    VonKatharina Knoll
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Füssen – Ob Sanierung der Grund-und Mittelschule, des Bundesstützpunkts oder der Neubau von Kindertagesstätten: Die Aufgaben der Stadt sind umfangreich – und kostspielig. Um einen Überblick zu bekommen, wann welche Bauarbeiten anstehen, erstellt die Stadtverwaltung derzeit ein Bauprogramm. Einen aktuellen Entwurf hat sie jetzt dem Stadtrat vorgestellt. 

178 Millionen Euro – eine Summe, die wohl so manchen Stadtrat schlucken ließ. So viel kosten die Bauarbeiten, die die Verwaltung in ihrem Bauprogramm aufgelistet hat. Denn die Untersuchungen der städtischen Liegenschaften haben ergeben, dass der Sanierungsbedarf enorm ist. Werden sie nach heutigen Standards saniert, ergibt sich schnell ein zweistelliger Millionenbetrag allein für die kommenden Jahre. Das Bauprogramm enthält zudem Projekte, „die bestimmt seit 20 Jahren draufstehen“, informierte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU).

Um einen Fahrplan für die kommenden Jahre zu bekommen, hat die Verwaltung begonnen, alle bekannten und schon absehbaren Bauarbeiten nach ihrer Notwendigkeit, Dringlichkeit und Finanzierbarkeit aufzulisten. Ganz oben stehen Arbeiten, die die Stadt bereits begonnen hat, die sie aus Gründen der Verkehrssicherheit dringend anpacken sollte oder die sie aufgrund nötiger Arbeiten im Bereich Wasserver-, Abwasserent- oder Energieversorgung gleich in Angriff nehmen muss. Dazu zählen beispielsweise das Freibad Obersee, die Erweiterung des Skate- und Bikeparks und die Flachdachsanierung des Bundesstützpunkts.

Unter Priorität zwei fallen dagegen alle Projekte, die zwar aus Sicherheitsgründen ebenfalls dringend notwendig sind, bei denen aber noch nicht alle Voraussetzungen für einen Ausbau vorliegen oder bei denen vertragliche Verpflichtungen bestehen. Dazu zählen unter anderem die Grund- und Mittelschule mit ihrer Turnhalle, die Sanierung des Füssener Bauhofs und die Wartehallen am ZOB. Danach werden alle Projekte aufgelistet, die noch nicht allzu dringend sind. Darunter fällt beispielsweise das neue Jugendhaus und das geplante Parkdeck am Krankenhaus.

Stadtrat entscheidet

In allen Fällen unterscheidet die Stadt auch zwischen Pflichtaufgaben, zu denen beispielsweise die Feuerwehren und Schulen zählen, und freiwilligen Leistungen, worunter unter anderem Kultur und Sport fallen. Allerdings seien diese nicht immer ganz klar voneinander abzugrenzen, sagte Hauptamtsleiter Peter Hartl. Im Bauprogramm ist das beispielsweise bei der Sanierung der Grund- und Mittelschule zu sehen. Hier fragte sich Ilona Deckwerth (SPD), warum diese nur unter der Priorität zwei aufgelistet ist. „Das ist eigentlich eine Pflichtaufgabe“, gab ihr Hartl recht. Aber: „Die Verkehrsführung muss die Stadt nicht gleich machen. Diese liegt auf Priorität drei. Da sind Maßnahmen drin, die kann ich auch später machen.“

Ob die Stadträte bei Projekten, die ganz oben auf der Liste stünden, überhaupt noch eingreifen können, wollte dagegen Christine Fröhlich (FWF) wissen. „Doch das geht schon“, sagte Hartl. Die Stadtverwaltung mache nur Vorschläge. Die endgültige Entscheidung liege beim Stadtrat.

Dabei muss auch berücksichtigt werden, welches Investitionsvolumen der Stadtverwaltung jährlich zur Verfügung steht und welche zusätzliche (Neu-)Verschuldung sie stemmen kann.

„Da gibt es schon noch viel zu tun“, sagte Hartl zum Bauprogramm. „Aber wenn man‘s hat, ist das eine optimale Grundlage für die Haushaltsberatungen.“ „Wir kommen mit dem Bauprogramm dahin, dass wir agieren können und nicht mehr hinterherlaufen müssen und in Zugzwang geraten“, ergänzte Eichstetter.

Wenn das Bauprogramm fertig ist, soll der Stadtrat es im Oktober absegnen, damit es im November auf dem Tisch liegt und die Stadt es zu den Haushaltsberatungen heranziehen kann. Derzeit umfasst es eine konkrete Zeitplanung bis ins Jahr 2025. Deshalb soll es regelmäßig angepasst und aktualisiert werden.

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