Füssener Faschingsverein kann am Freitag einen schönen Erfolg verbuchen

Nachtumzug lockt Hunderte

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Die „Schindauer“ nehmen ebenfalls am Füssener Nachtumzug durch die Innenstadt teil und beklagen ihre Heimatlosigkeit.

Füssen – An der Morisse kreuzten sich die Wege. Touristen aus Asien suchten ihr ruhiges Hotel, die feierlustigen bunten Faschingsgruppen bewegten sich zur lauten Guggemusik. Ihr Ziel ist der Schrannenplatz in der Füssener Altsstadt.

Der Nachtumzug des Füssener Faschingsvereins mit anschließender Party auf dem Schrannenplatz wurde zum Erfolg. Anne Berkmüller notiert als Schriftführerin des verjüngten Vereins: „Alle Teilnehmer – auch die auswärtigen Gruppen – haben sich sehr lobend über das Füssener Publikum geäußert“, sagte sie. „Sie fanden es beeindruckend, dass so viele Leute schon an der Morisse standen und dass es Richtung Innenstadt dann immer mehr geworden sind.“ 

Der Füssener Faschingsverein scheint auf einem guten Weg. Nach dem gelungenen fröhlichen Nachmittag für Kinder im „Haus der Gebirgsjäger“ (der Kreisbote berichtete) lockte am vergangenen Freitagabend der ab 19.11 Uhr mit befreundeten Vereinen auf die Beine gestellte „Nachtumzug“ Zuschauer aus Nah und Fern in Scharen in die Füssener Altstadt. Närrische Festwagen gab es zwar keine, aber ein Dutzend Fußgruppen faszinierte das Publikum mit fantastischen Maskerade wie die „Böcklesberger Hexenschar“. Die live und laut intonierte Musik fand den Draht zum für Blech- und Trommelklang aufgeschlossenen Volk. 

Füssen wie es swingt und kracht – und eine Wahl-Füssenerin aus Mainz, die die Helau-Rufe aus dem rheinischen Karneval noch im Ohr hat, schmunzelte mit ihrem Mann direkt vor der Brunnengasse übers „Hau-ruck“. Sie lobte die Veranstaltung später als „überraschend gut“. Kostümierte Mädchen und Buben standen in erwachsener Begleitung schon neugierig an der Morisse, wo sich die einzelnen Gruppen zum gemeinsamen Marschieren aufstellten – über die Ritter- und Reichenstraße hin zum Schrannenplatz, wo die Abschlussparty stattfand. Dort wurde es ziemlich schnell ziemlich eng. Der guten Stimmung unter den Besuchern tat das aber keinen Abbruch. 

Hier, ganz nahe bei ihren Wurzeln, fanden die beim Umzug vorneweg laufenden „Schindauer“ Trost, die ihre Heimatlosigkeit auf Schildern beklagten. Dass sich die Mitglieder des Vereins St. Helen, USA, in Füssen zur Faschingszeit bei Freunden richtig heimisch fühlen, bewiesen sie erneut. 

Magie der Musik 

Alle Teilnehmer protokollarisch aufzuzählen, wäre das, was dieser Nachtumzug nicht war – langweilig. Nicht an der Zugspitze, sondern an seinem Schluss spazierten die neu eingekleideten Gastgeber. 

Der „Fiassar Muckl“ (Jakob Griesmann) führte erstmals diese Gruppe an, die dafür zu loben ist, dass die Vorstandschaft keine großen Worte schwang, sondern am Schrannenplatz dem Wettstreit der Musiker ungehemmt freien Lauf ließ. Als wäre man im Allgäu auf Hawaii, wurden hunderte Zuschauer von einer Narrengruppe mit bunten Plastikkettchen um den Hals ins Feiern mit Hoheiten und Gardemädchen eingebunden. 

Am Schrannenplatz war es schließlich die Magie der Musik, der sich keiner entziehen konnte. Im Wechsel animierten zu Gesang, Tanz und Zuckbewegungen die alljährlich präsente Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskapelle aus Schwangau und die ebenfalls genialen Günzburger Blechbätscher.

Chris Friedrich

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