Rund 250 Soldaten aus ganz Deutschland üben in Füssen

"Ein großartiges Erlebnis"

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Kommandeur Karsten Rodde (links) und Hauptmann Patrick Rosar besprechen sich vor einer Karte in der Allgäu Kaserne, wo „Übungskompanien“ beim Gebirgsaufklärungsbataillon eine Woche zu Gast sind.

Füssen – Beim Besuch in der Allgäu Kaserne fallen derzeit vor allem die zahlreichen Zelte auf. „Wir haben Gäste auf dem Gelände“, sagt Oberstleutnant Karsten Rodde.

Doch die Soldaten aus Eutin, Gotha oder Zweibrücken sind nicht zum Erholen ins Allgäu gekommen. „Insgesamt nehmen bei uns in Füssen zehn Übungskompanien an der Ausbildungswoche teil, die für Soldaten der Heeresaufklärungstruppe angeboten wird“, erklärt Offizier Rodde. 

Oberstleutnant Karsten Rodde ist neuer Kommandeur des traditionsreichen Füssener Gebirgsaufklärungsbataillons 230 und hat derzeit alle Hände voll zu tun. Bei ihm und Hauptmann Patrick Rosar laufen im improvisierten Gefechtsstand – einem größeren Raum in der Kaserne – in dieser anstrengenden Übungswoche mit annähernd 250 teilnehmenden Soldatinnen und Soldaten alle Fäden zusammen. 

„Für die zehn teilnehmenden Kompanien der Übung, die am 11. Mai begonnen hat, wurde ein Szenario erstellt“, erläutert Presseoffizier Philip Lanio, während zwei Spähwagen Fennek mit je drei Mann Besatzung gegen 13 Uhr ihrem Befehl folgend ausrücken. „Eine Aufgabe wird sein, geschickt versteckte Attrappen der Panzer des Feindes ausfindig zu machen“, so Lanio. Die jeweilige gemeinschaftliche Leistung der Soldaten bei einer Übungsaufgabe werde von objektiven „Schiedsrichtern“ bewertet. 

Besonderes Profil 

„Draußen werden die benötigten Informationen gesammelt und sofort elektronisch hierher zu uns in die Kommandozentrale übermittelt“, sagt derweil Oberstleutnant Rodde im Gefechtsstand. Die Übung folge möglichst präzise dem Plan der Führungskräfte. Es gehe in der Truppe immer darum, „noch besser zu werden“, beschreibt Rodde die Herausforderung an die Soldatinnen und Soldaten. „Dabei legen wir einen besonderen Wert auf das Zusammenspiel von Ausbildung und Auswertung“, erläutert Rodde. „Wir kommen dadurch zu Ergebnissen, die uns als Truppengattung und den Träger der Informationsbedarfsdeckung hervorheben werden“, betont der Kommandeur. 

Geübt werde daher an gleich mehreren Stationen. „An zwei Stationen geben wir einen Eindruck in die gebirgsspezifische Ausbildung“, so Hauptmann Rosar. „In Füssen erleben die Übungs-Teilnehmer die Herausforderungen, „die aus dem besonderen Fähigkeitsprofil der Gebirgsjägerbrigade 23 erwachsen“. Beim Klettern und beim Geländelauf war zunächst die Fitness der Teilnehmer gefragt. In einem Workshop wurden Luftbilder ausgewertet, die von den fliegenden Drohnen gemacht worden sind. 

Wichtiger Austausch 

Die am Donnerstagabend abgeschlossene Ausbildungswoche stand ganz im Zeichen des gemeinsamen Übens und „vor allem des Austausches untereinander sowie der Weiterentwicklung unserer Truppe, in der das technische Know-how ebenso wichtig ist wie ein psychologisch geschicktes und intelligentes Vorgehen bei Befragungen, die unterwegs durchgeführt werden.“ Sie könnten dazu dienen, „noch schneller die Verstecke des Feindes aufzuspüren“. 

Kommandeur Rodde und Hauptmann Rosar betonen, dass die Übungstruppe der Bevölkerung in der Region zu großem Dank verpflichtet sei. „Bei den Bauern haben wir viel Verständnis gefunden. Daher war es auf dem Gelände und auf Wiesen rund um Füssen möglich, unsere Soldatinnen und Soldaten umfassend für ihren Einsatz in Krisengebieten vorzubereiten.“ 

Rodde fährt fort: „Wir hatten drei Hubschrauber zur Verfügung, die unsere Kameraden aus gefährlichen Situationen befreit haben. Es war ein großartiges Erlebnis für alle daran Beteiligten.“

Chris Friedrich

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