SPD bestätigt Nieberle

Entscheidung: Erich Nieberle soll Bürgermeister von Füssen werden

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Von roten Rathauschefs eingerahmt: Nicht nur die SPD-Ortsvorsitzende Ilona Deckwerth, sondern auch der amtierende Bürgermeister Paul Iacob (links) sowie dessen Vorvorgänger Dr. Paul Wengert (rechts) unterstützen Erich Nieberle.

Füssen – Nach Dr. Paul Wengert und Paul Iacob will auch Erich Nieberle versuchen, am 15. März für die SPD das Füssener Rathaus zu gewinnen. Nachdem der Vorstand des SPD-Ortsvereins ihn vor einigen Wochen einstimmig nominiert hatte, erfolgte am vergangenen Donnerstag die offizielle Aufstellungsversammlung.

Dabei votierten die 19 stimmberechtigten Mitglieder einhellig für den 58 Jahre alten Marktoberdorfer. Nieberle erklärte im „Haus der Gebirgsjäger“, er freue sich auf die großen Herausforderung, die das Bürgermeisteramt mit sich bringe und über die Möglichkeit, „Dinge gestalten zu können“. 

Ortsvorsitzende Ilona Deckwerth betonte, dass die SPD mit dem Geschäftsführer des Kreisjugendrings (KJR) Ostallgäu und Marktoberdorfer Stadtrats „eine kontinuierliche Tradition“ hinsichtlich der Besetzung des Amtes des Füssener Stadtoberhaupthauptes fortsetzen wolle. Der ehemalige Bürgermeister Paul Wengert gab dem Kandidaten in einem von Stadtrat Georg Waldmann moderierten Interview einige Tipps dafür mit auf den Weg. So riet der Vorvorgänger des jetzigen Rathauschefs Iacob dem Kandidaten unter anderem, sich so schnell wie möglich „der gewaltigen Aufgabe“ anzunehmen, sich in Füssen bekannt zu machen. 

Noch-Amtsinhaber Iacob empfahl Nieberle hingegen, dafür noch „Weitblick“ und „Verständnis für die Verwaltung“ zu haben.

Vier Schwerpunkte

Vor seiner Wahl stellte der mit Regina Renner aus Füssen verheiratete Nieberle sich und seine politischen Pläne vor. Im Rahmen dessen benannte der studierte Diplom-Sozialpädagoge vor allem vier Themen, die er als Herausforderungen bezeichnete, „die in Füssen sozialdemokratische Antworten fordern“. 

Demnach wolle er sich neben dem Schwerpunkt „Wohnen und Wohnraum“ insbesondere mit den Aspekten „Soziales und Kultur“, „Stadtentwicklung, Wirtschaft, Tourismus, Verkehr“ sowie „Nachhaltigkeit und Naturschutz“ befassen. Nieberle machte so deutlich, dass „alles, was wir künftig in und für Füssen entwickeln, auf der Grundlage sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit geschehen“ müsse. So habe nicht nur sozialer Wohnungsbau selbstverständlich zu sein, da die Füssener bezahlbaren Wohnraum brauchen. Denn „Wohnen ist ein Menschenrecht“, das auch in der Bayerischen Verfassung verankert sei. „Deshalb wird der soziale, geförderte Wohnungsbau mit mir als Bürgermeister oberste Priorität haben.“ 

Rote Linie Ökonomie

Wie beim Thema Wohnen zieht sich laut Nieberle aber auch bei der von ihm beabsichtigten „Politik für Bildung, Jugend, Seniorinnen und Senioren“ die Ökonomie „durch alles in Füssen als rote Linie durch“. Trotzdem gelte es, die Jugendbeteiligung in Sachen politischer Mitsprache ebenso zu pflegen wie die Unterstützung eines umfassenden Seniorenkonzepts, untermauerte der SPD-Politiker, der darüber hinaus „ein klares Ja“ zum Erhalt des Festspielhauses formulierte. Und in puncto Stadtentwicklung, Wirtschaft, Tourismus und Verkehr betonte er, dass er deren weitere Ausrichtung „auf Basis der Grundsätze der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit“ mit den Bürgern gemeinsam diskutieren wolle. 

Da Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität die Grundmaxime seines politischen Handelns seien, möchte der Kandidat den Füssenern schließlich nicht nur „Freiheit ermöglichen“ und „Gerechtigkeit erlebbar machen“, sondern auch „Gerechtigkeit und Solidarität leben“. Deshalb bat Nieberle seine Parteigenossen an diesem Abend um ihre Stimme „für eine menschliche, verlässliche und glaubwürdige sozialdemokratische Politik“. Viel Zeit, sich ausgiebig über seine Wahl zu freuen, gab sich Nieberle nicht. Der Geschäftsführer des KJR kündigte an, dass der Wahlkampf für ihn und die SPD schon am Tag nach der Aufstellungskonferenz losgehen werde.

lex

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