Mit zwei Festgottesdiensten starteten die Füssener Gläubigen in das Jubiläumsjahr des Klosters

"Ihr seid nicht besser als andere"

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Festprediger in der Füssener Pfarrkirche St. Mang ist Benediktiner-Abt Theodor Hausmann aus Augsburg.

Füssen – Mit zwei Gottesdiensten ist in der vergangenen Woche das Jubiläumsjahr „300 Jahre Barockkloster St. Mang“ eröffnet worden.

Nach den zwei gut besuchten Festgottesdiensten steht nun auch die erste Führung an: Am kommenden Samstag, 25. Februar, lädt die Pfarreiengemeinschaft wird zu einem Rundgang durch die früher vom Benediktinerorden genutzten Räumlichkeiten und die Kirche ein. 

Mitglieder des „D`Neuschwanstoaner Stamm“ präsentieren in der Pfarrkirche das neue „Fiassar Gwand“.

Auf den Gottesdienst zum 300. Weihetag im Mönchschor und den ersten Vortrag im Colloquium mit dem Thema „Theologie des Barock“ folgte am vergangenen Sonntag schließlich der auch musikalisch großartige Festgottesdienst.

Mitglieder der „„D`Neuschwanstoaner Stamm“ zeigen während des Gottesdienstes ihr „Fiassar Gwand“.

Die Jubiläumszahl 300 ist unübersehbar am Portal der Stadtpfarrkirche fixiert. Der Blick der zum Festgottesdienst eilenden Gläubigen ging am Magnusplatz auch hinauf zum Turm. Dort wehte die Kirchweihfahne. Stadtpfarrer Frank Deuring hatte bereits im Vorfeld des Jubiläums betont: „Ganz besonders freue ich mich am Sonntag, 19. Februar, um 10.30 Uhr, den 300. Weihetag mit den Gläubigen unserer Pfarreinengemeinschaf und vielen Gästen feiern zu können.“ Er sprach am Sonntag in der Begrüßung vor den voll besetzten Bankreihen in der Kirche von einem historischen Tag, der in christlicher Gemeinschaft erlebt werden könne.

„Liebe Heilige, die ihr hier in Füssen lebt“, wandte sich anschließend Festprediger Theodor Hausmann, der in Augsburg Abt der Benediktiner ist, an die in der barocken Stadtpfarrkirche versammelten zahlreichen Gläubigen. 

Dass in Füssen besonders vorbildlich fromme Bürgerinnen und Bürger zu Hause wären, war mit der Anrede „Heilige“ durch Benediktiner-Abt Hausmann nicht gemeint. „Ihr seid nicht besser als andere Menschen“, sagte er. „Nicht weil wir etwas Besonderes sind, sondern weil wir glauben dürfen, dass Gott stets hinter uns steht“, habe er von „Heiligen“ gesprochen, erläuterte der Gastprediger aus Augsburg. 

Seine Worte nahm immer wieder Bezug zu den Regeln des Heiligen Benedikt. 

Musikalischer Genuss

 Ein wahrer Genuss für die Gläubigen war im Festgottesdienst die von Albert Frey geleitete Aufführung mit Instrumentalisten, Chor und Solisten der kirchenmusikalischen Werke aus der Feder von Valentin Rathgeber. 

Nach zwei Stunden erklang zum feierlichen Abschluss das von Abt Gallus Zeiller in seiner Füssener Zeit komponierte „Te Deum“. 

Am kommenen Samstag, 25. Februar, findet auf Einladung der Pfarreiengemeinschaft eine Führung durch die Räume statt. Die erste in einer Reihe von Führungen dient bei freiem Eintritt dazu, Klosterräume und die Barockkirche St. Mang „spirituell zu erschließen“, wie es in der Festschrift heißt. 

Diese Broschüre liegt zum Beispiel bei Füssen Tourismus und Marketing (FTM) am Kaiser-Maximilian-Platz aus. Treffpunkt für die Teilnehmer der Führung mit Abt Johannes Eckert von der Benediktinerabtei St. Bonifaz München und Andechs ist um 15 Uhr im Klosterhof an der Lechhalde. 

Gebet im Gestühl 

Im Anschluss an die Führung durch das frühere Barockkloster versammelt sich die Gruppe zum gemeinsamen Gebet im Chorgestühl. Nach Angaben des Veranstalters werde dies gegen 17 Uhr sein. 

Dazu heißt es noch: „Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.“ Laut Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) nutzt die Stadt Füssen längst dieses „architektonische Meisterwerk“ als Rathaus und als Bildungs- und Erinnerungs-Ort. „Mit der kontinuierlichen Restaurierung“ sei es in den letzten Jahren und Jahrzehnten gelungen, den Originalzustand des 18. Jahrhunderts „weitgehend wieder herzustellen“ und das imposante 300 Jahre alte Gebäude unter denkmalpflegerischen Aspekten zu erhalten und zu nutzen.

 „Wir wollen auf dieses außergewöhnliche Bauwerk aufmerksam machen und laden zu den vielen Jubiläumsveranstaltungen ein“, so der Füssener Bürgermeister. Wie Stadtpfarrer Frank Deuring ergänzt, sei die Klosteranlage „kein Museum“. 

An diesem besonderen Ort, betont der Füssener Pfarrer, „lebt der Glaube. Das war wohl auch das Ansinnen des großen Baumeisters Johann Jakob Herkomer, Gottes Nähe und schöpferische Kraft spüren zu lassen und vor dem Schöpfer in die Knie zu gehen.“

Chris Friedrich

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