„Eine rein redaktionelle Änderung“

Ausbau von Hostel in Füssen erneut abgelehnt – Stadträte bezweifeln Details des Antrags

Augsburgerstraße Füssen Hostel Asia
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Der Betreiber des Asia-Restaurants und Hostels in der Ausgburger Straße möchte erweitern. Doch auch seinen zweiten Antrag lehnen die Mitglieder des Bauausschusses ab, da sie weiterhin mit Reisebussen rechnen, die dort Gäste abladen und für ein Verkehrschaos sorgen.
  • vonSelma Höfer
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Füssen – Erneut hat der Betreiber eines Asia-Restaurants und Hostels in der Augsburger Straße eine Erweiterung beider Betriebe beantragt. Doch wie bereits im vergangenen Jahr lehnten die Mitglieder des Bauausschusses das Ersuchen jetzt ab. Mehr noch, sahen Andreas Eggensberger (CSU) und Bernhard Eggensberger (FL) darin den Versuch, die Stadt an der Nase herum zu führen um weiterhin Bustouristen zu empfangen.

Der Betreiber eines Asia-Restaurants in der Augsburger Straße hatte bereits im Oktober einen Antrag auf Nutzungsänderung für sein Hostel und den dazugehörigen Gastronomiebetrieb gestellt (der Kreisbote berichtete). Damals lehnte der Bauausschuss ohne Diskussionen die gewünschte Erweiterung ab. „Das Projekt an dieser Stelle ist ein Fehler“, fasste CSU-Stadtrat Christoph Weisenbach die Einschätzung unter den Ausschussmitgliedern seinerzeit zusammen. Denn das Restaurant stand aufgrund der dort haltenden Reisebusse bereits in der Kritik. Asiatische Touristen wurden dort zum Essen abgeliefert, oftmals in der Hochsaison, und die Augsburger Straße dadurch blockiert.

Geänderte Variante

Nun versuchten es die Betreiber erneut mit einer geänderten Variante des Bauvorhabens. Es sei nun der Gastronomiebereich im Erdgeschoss so geändert worden, dass er keine Busgäste mehr aufnehmen könne, berichtete Bauamtleiter Armin Angeringer dem Gremium. Der Lokalbereich sei verkleinert worden und das Konzept nicht mehr für Bustouristen ausgelegt. Eine öffentliche Gaststättennutzung ist dem Plan nach im Gebäude und auf der Terrasse täglich von 11 bis 22 Uhr vorgesehen. Bis 10.30 Uhr sollen die Flächen demnach ausschließlich von Hostelgästen zum Frühstücken genutzt werden. Die Summe aller Plätze wird mit 48 angegeben.

Bis zu 22 Betten

„Das ist eine rein redaktionelle Änderung des Antrags“, sagte dazu Stadtrat Andreas Eggensberger. Ob der Raum tatsächlich nur als Frühstücksbereich dienen wird, dass könne schließlich keiner überprüfen. „Es gibt schon genügend Herbergen, die so verfahren“, bezweifelte er die Glaubwürdigkeit dieser Angabe. „Ich sehe das als Klassiker dafür, wie wir angelogen werden“, stimmte ihm sein Bruder und Ratskollege Bernhard Eggensberger bei. Der Antrag mit den angegebenen Berechnungen sei „ein gemaltes Bild“, das nur dafür diene, doch noch die Genehmigung der Füssener Stadtverwaltung zu erhalten.

„Von den Betten her kommt ein Bus zusammen“

Das „Bild“ wird wie folgt beschrieben: Ein Gastraum mit 25 Quadratmetern und Platz für 22 Gäste. Laut Plan gibt es daneben einen Frühstücksraum mit 13 Quadratmetern und vier Sitzplätzen. Die Terrasse mit Bewirtung umfasst ebenfalls rund 25 Quadratmeter und 24 Sitzplätze. Die Einrichtung von zwölf Gastzimmern führt dem Plan zufolge dazu, dass von den ursprünglich wohl vier Wohnungen in diesem Gebäude künftig wohl nur noch eine verbleibt. „In 25 Quadratmeter bekomme ich diese Anzahl von Sitzen nicht rein. Aber von den Betten her kommt ein Bus zusammen“, rechnete Andreas Eggensberger, selbst Hotelier, dem Gremium vor.

Seine Zweifel teilten die übrigen Ausschuss-Mitglieder und lehnten das Ansinnen des Restaurant-Betreibers ab. „Ich gehe mit den Besitzern nochmals ins Gespräch“, kündigte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) anschließend an.

Selma Höfer

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