Ausgeteilt wird nächstes Jahr

Bürgermeister Paul Iacob zapft das Fass im „Haus der Gebirgsjäger“ an, das Oberstleutnant Ulrich Schmidt-Narischkin und Wolfgang Schopper von Paulaner halten. Foto: lex

Bürgermeister Paul Iacob hatte Recht. Beim jüngsten „Salvatoranstich“ im „Haus der Gebirgsjäger“ tat sich das Füssener Stadtoberhaupt wie es zuvor skeptisch selbst vermutet hatte, „nicht so leicht“ beim Anzapfen des 55-Literfasses aus Eichenholz mit dem dunklen Starkbier wie in den Jahren zuvor. Nach drei kräftigen Schlägen des 60-Jährigen mit dem wuchtigen Holzschlägel steckte der Zapfhahn dann aber trotzdem nur einen Hieb später in dem traditionellen bayerischen Bierbehälter als etwa ein Jahr zuvor. Und kurz danach strömte der naturtrübe Gerstensaft mit einer „Stammwürze von 19 Prozent und 7,9 Prozent Alkohol“, wie Andreas Kießwetter von der Paulaner-Brauerei erklärte, in Strömen.

Das ließen sich die rund 200 Besucher der vom Vorsitzenden des Kuratoriums für Soldatenfürsorge, Oberstleutnant Ulrich Schmidt-Narischkin, veranstalteten Eröffnung der diesjährigen Starkbierzeit im Solda- tenheim schließlich sehr gefallen. Konnten sie so doch etwa zu ihrem Schweinebraten die nach freistaatlichem Brauch angemessene Flüssigkeit in ihre Kehlen hinunterkippen und beispielsweise auch über die Worte diskutieren, mit denen Schmidt-Narischkin vorher höchst launig unter anderem zur Kenntnis gegeben hatte, dass dies „mein erster Starkbieranstich“ gewesen sei. Da er infolgedessen als Gastgeber nämlich auch eine Starkbierrede zu halten hatte, „und das als Evangele und aus Schleswig-Holstein“, wie er betonte, hätte ihm von einem Freund den Kommentar eingebracht: „Da kannst du dich ja gleich ins Schwert stürzen.“ Doch präsentierte sich der Oberstleutnant angesichts dieser großen Herausforderung dann aber quasi als höchst ritterlicher und angriffslustiger „Saupreuße“, wie ihn ein anderer Freund genannt habe. Demgemäß brachte er das Saalpublikum mit seiner etwa zehnminütigen Rede beinahe in der Manier eines waschechten bayerischen Kabarettisten laut zum Lachen. Zum Beispiel indem unterstrich, dass es wie „Eulen nach Athen tragen“ anmute, „wenn ich ihnen erkläre, was Starkbier ist“, weshalb der neue Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 das auch unterließ. Nachdem er dann jedoch erklärt hatte, dass er als relativ frisch Zugezogener noch beim Durchdeklinieren „ich kim, du kimst...“ sei, versprach er schließlich: „Ich komme wieder und werde nächstes Jahr kräftig austeilen.“

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