Bebauungsplan soll Wettbüros und ähnliche Läden künftig verhindern

Schluss mit lustig

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Um die Ansiedlung einer Annahmestelle für Sportwetten in der Kemptener Straße zu verhindern, will die Stadtverwaltung einen Bebauungsplan für das Gebiet aufstellen.

Füssen – Büros für Sportwetten, Shishabars oder andere im Amtsdeutsch „Vergnügungsstätten“ genannte Läden werden vor allem in der Inneren Kemptener- und der Luitpoldstraße häufiger beantragt.

Weil der Bereich als „Mischgebiet“ gilt, hat die Stadt kaum Handhabe dagegen. Um das zu ändern, hat der Stadtrat am Dienstagabend die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gebiet sowie eine Veränderungssperre für den Geltungsbereich beschlossen. Der Beschluss erfolgte einstimmig und ohne Debatte. 

Auslöser dafür war die Ankündigung des Landratsamtes Ostallgäu, einer beantragten Sport-Wetten-Annahmestelle in dem ehemaligen Reisebüro in der Kemptener Straße 5 1/3 trotz der Verweigerung des Kommunalen Einvernehmens durch städtischen Bauausschuss und Stadtverwaltung die Genehmigung zu erteilen.

Im Gegensatz zur Füssener Bauverwaltung bewertet die Kreisbehörde in Marktoberdorf die im Dezember vergangenen Jahres beantragte Sportwetten-Annahmestelle anders als Spielhallen nicht zwingend als „Vergnügungsstätte“. Auch befürchten die Marktoberdorfer anders als die Füssener durch die Annahmestelle keine negativen Auswirkungen („Trading-Down-Effekt“) auf das genannte Quartier, wie das Verdrängen anderer Läden oder ein Absinken der Attraktivität. „Durch die Ansiedlung lediglich einer einzelnen Vergnügungsstätte im betreffenden Gebiet sind Fehlentwicklungen und ein Verdrängungseffekt nicht erkennbar“, heißt es dazu in einer Stellungnahme des Landratsamtes.

Die Stadtverwaltung ist da jedoch anderer Auffassung. „Wir sind der Überzeugung, dass das dort nicht richtig untergebracht ist“, warb Bürgermeister Paul Iacob (SPD) für den Vorschlag der Verwaltung, mittels Bebauungsplan dem Ganzen einen Riegel vorzuschieben. „Mit dem Bebauungsplan können wir solche Einrichtungen verhindern.“ 

Das sahen auch die Stadträte so. Dr. Anni Derday, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, regte sogar an, auch Hostels und B&B-Pensionen ebenfalls in Zukunft bei der Aufstellung von weiteren B-Plänen gleich mit auszuschließen. Eine Anregung, der die Verwaltung nachkommen will, wie Iacob ankündigte.

Matthias Matz

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