Villa soll einem Mehrfamilienhaus weichen

Dieses Haus soll abgerissen werden, um einem Mehrfamilienhaus Platz zu machen. Nachdem der Bauausschuss den Antrag dafür ein zweites Mal abgelehnt hat, wird jetzt das Landratsamt Ostallgäu grünes Licht für das Vorhaben geben. Foto: Archiv

Füssen – Es ist so gekommen wie Rathauschef Paul Iacob es angekündigt hatte: Den Antrag für den Abriss einer Villa und Neubau eines Mehrfamilienhauses hat die Stadt „wieder rein“ bekommen, nachdem der Bauausschuss ihn ohne konkrete Forderungen abgelehnt hatte. Der blieb aber bei seiner Entscheidung

Die strittige Frage lautete damals, passt der dreigeschossige Neubau mit Flachdach in die nähere Umgebung? „Nein“ sagte damals das Gremium, „ja“ meinte jetzt hingegen das Landratsamt Ostallgäu und schickte den Antrag zurück nach Füssen. Der Bauausschuss blieben allerdings bei ihrer Meinung: Mit 6:5 Stimmen – dem gleichen Ergebnis wie beim letzten Mal – lehnten sie den Antrag ab. Jetzt werde das Landratsamt Ostallgäu das „kommunale Einvernehmen ersetzen“, wie Bauamtsleiter Armin Angeringer erklärte. Denn die Kreisverwaltung halte das Bauvorhaben für zulässig. Da es keinen Bebauungsplan gebe, müsse man sich an die umliegende Bebauung halten. Die beschränke sich nicht auf das unmittelbare Umfeld, sondern müsse weiter gefasst werden, da die Straße breit sei, erklärte die Kreisverwaltung in ihrem Schreiben an die Stadt. Dort befinde sich beispielsweise ein fünfgeschossiges Seniorenheim und andere größere Häuser, so die Kreisverwaltung. Außerdem gebe es durch den Neubau keine Einschränkungen für die Nachbarn und optische Kriterien seien kein Ablehnungsgrund. Was das Landratsamt als nähere Umgebung definiere, widerspreche „allen Baugesetzen“, meinte Magnus Peresson (UBL). Wenn die Nachbarn vor das Verwaltungsgericht ziehen, werde sich das Landratsamt „ein blaues Auge holen“, fügte er an. Das sei „ein Feld der Rosstäuscherei“. Man müsse ein Quartier so beurteilen, wie es entstanden sei. In dem alten Villenviertel befände sich in der direkten Umgebung des Hauses nur kleinere Gebäude und keine großen „Riegel“. Ähnlicher Meinung war auch Dr. Anna Derday (FW). Sie verstehe unter einem Quartier ein Viereck. Warum das Landratsamt als nähere Umgebung einen „langen Schlauch“ heranziehe, könne sie nicht nachvollziehen. Aber wenn die Behörde denke, dass es das kommunale Einvernehmen ersetzen müsse, „soll es das tun“. Auch die anderen Stadträte ließen sich nicht von ihrer bisherigen Meinung abbringen. So lehnte der Bauausschuss den Antrag erneut mit einer knappen Mehrheit von 6:5 Stimmen ab. kk

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