"Mir gefällt das überhaupt nicht"

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An diesem Gebäude will die DPW Deutsche Plakat-Werbung GmbH & Co. KG eine große Werbetafel anbringen. Doch das möchte der Bauausschuss verhindern.

Füssen – Auf massiven Widerstand einiger Stadträte stieß am Dienstag der Antrag der DPW Deutsche Plakat-Werbung am Gebäude in der Rupprechtstraße 2 eine große Werbetafel anzubringen. „Da sträubt sich in mir alles“, meinte nicht nur Dr. Anni Derday (FWF).

3,89 Meter breit und 2,87 Meter hoch soll sie werden, die neue Werbetafel am Gebäude neben dem Mainstation-Hostel. Eigentlich wollte die DPW Deutsche Plakat-Werbung GmbH & Co. KG zwei solcher Tafeln an dem Gebäude anbringen. Doch die Stadtverwaltung habe deutlich gemacht, dass sie „zwei Tafeln für nicht vertretbar halte“, sagte Bauamtsleiter Angeringer. Da die Stadtverwaltung „rechtlich keine Gründe“ habe die Nutzung zu verweigern, empfahl der Bauamtsleiter das kommunale Einvernehmen zu erteilen. Eine Ablehnung würde „rechtlich vom Landratsamt Ostallgäu nicht bestätigt werden.“ Firmen der Branche ließen solche Entscheidungen normalerweise auch nicht auf sich beruhen, meinte der Bauamtsleiter. Die Reduzierung von zwei auf eine Tafel sei schon ein Erfolg gewesen. „Im Endeffekt müssen wir schon froh sein, wenn nur eine kommt“, sagte Angeringer.

Und um das Haus sei es auch nicht schade, meinte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). „Im Prinzip ist es ein hässliches Gebäude. Verschandeln dät mer da nichts.“

Satzung ausweiten 

Trotzdem kritisierten die Stadträte den Antrag. „Mir gefällt das überhaupt nicht“, meinte Derday. „Das ist das Erste, was die Leute sehen, wenn sie aus dem Zug rauskommen.“ Auch Dr. Martin Metzger (BfF) fand es schade, dass sich die Stadt Mühe mit dem Bahnhof gegeben habe und dann wird der Gast durch Werbung begrüßt. „Das ist nicht unbedingt eine Verbesserung. Wir sollten versuchen das zu verhindern.“ Dafür sprach sich auch Magnus Peresson (UBL) aus. Rechtlich möglich wäre das durch die städtische Werbeanlagensatzung. Nur: Die hat „ihre Grenze genau an dieser Kante“, informierte Angeringer. Der Ausschuss könnte dem Stadtrat empfehlen diese auszuweiten. Doch dafür brauche er stichhaltige Gründe. „Das kann nicht wegen dieser Tafel sein“, so Iacob.

Am Ende sprach sich der Ausschuss mehrheitlich dafür aus, den Umgriff der Werbeanlagensatzung zu erweitern. Nur Georg Waldmann (SPD) stimmte dagegen. Er hielt die Tafel für „nicht so ein großes Problem. Das ist ein städtischer Bereich.“

Katharina Knoll

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