1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Füssen

Gemeinderatswahl im Außerfern: »Eine große Aufgabe«

Erstellt:

Kommentare

Carmen striogl-Petz
Carmen Strigl-Petz wird aller Voraussicht nach die erste Bürgermeisterin der Stadt Vils. © privat

Vils/Pinswang - In Vils und Pinswang treten am kommenden Sonntag zwei Bürgermeister-Urgesteine ab. Wer ihre Nachfolger werden wollen.

Bei den anstehenden Kommunalwahlen im Bundesland Tirol am kommenden Sonntag, 27. Februar, steht in den unmittelbar an das Ostallgäu grenzenden Außerferner Gemeinde Pinswang und der Stadtgemeinde Vils ein Bürgermeisterwechsel an. In Vils steht der bisherige Bürgermeister Manfred Immler nicht mehr zur Verfügung und in Pinswang hört der amtierende Rathauschef Karl Wechselberger nach 24 Jahren ebenfalls auf.

In Vils, der „kleinen Stadt mit großer Geschichte“ bittet mit Carmen Strigl-Petz erstmals eine Bürgermeisterin als einzige Kandidatin der ÖVP um das Wählervotum. Auf die Frage was sie bewogen hat, sich zur Wahl zu stellen, gab sie als einen der Gründe an, mit ihrer Heimatstadt tief verwurzelt zu sein und die Stadtgemeinde positiv weiterzuentwickeln zu wollen. „Für die Menschen im Ort zu arbeiten und lösungsorientiert zu handeln, ist eine große Aufgabe, vor der ich viel Respekt habe und diese Herausforderung möchte ich gerne annehmen“, gibt sie außerdem als Grund an.

Richard Wörle
Der Unternehmer Richard Wörle (rechts) ist der einzige Bewerber für das Amt des Pinswanger Rathauschefs. © ed

Strigl-Petz stammt aus einer politischen Familie. Ihr Vater war 24 Jahre im Gemeinderat und sie selbst arbeitet seit 2005 im Vorzimmer des Bürgermeisters und hat bisher unter drei Bürgermeistern „gedient“. Ob diese bisherige Tätigkeit ihre zukünftige Arbeit, falls sie gewählt wird, erleichtert, glaubt sie nicht. Menschen, Anliegen und Sorgen sind unterschiedlicher Natur. Was natürlich schon mit hineinspielt ist, dass sie ein sehr gutes Netzwerk hinter sich weiß. So ist sie beispielsweise Bezirksleiterin der ÖVP-Frauen im Bezirk Reutte. Aber auch über die Bezirksgrenzen hinweg ist sie keine Unbekannte.

Mit Blick ins Allgäu

Wegen der Nähe zum benachbartem Allgäu ist es ihrer Meinung nach wichtig, sich von Zeit zu Zeit mit den dortigen Amtsträgern auszutauschen. Bei grenzüberschreitenden Projekten gemeinsam Synergien zu nutzen, sei in der heutigen Zeit unabdingbar, so Strigl-Petz. Auch die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren Füssen und Pfronten sei sehr wichtig. Bereits in der Vergangenheit hielten die Wehren gemeinsame Übungen ab oder mussten zu gemeinsamen Einsätzen ausrücken.

Nebenan in Pinswang stellt sich der bisherige Rathauschef Karl Wechselberger nicht mehr zur Wahl. Aus seiner Sicht ist es nach 24 Jahren Bürgermeistertätigkeit an der Zeit, dass sich junge Leute in der Kommune engagieren und Verantwortung übernehmen. „Ich kann schon mit etwas stolz sagen, dass unsere Gemeinde sicherlich im Vergleich mit anderen Kommunen finanziell und infrastrukturell gut dasteht und von mir ein gut bestelltes Haus übergeben werden kann“, sagt er.

In den vergangenen 24 Jahren habe die kleine Gemeinde etwa zehn Millionen in die Infrastruktur investiert. Möglich sei das auch gewesen, weil sich die Finanzen des Ortes vor allem im Kommunalsteuerbereich durch Betriebsansiedlungen und Schaffung von Arbeitsplätzen sehr gut entwickelt habe. Demzufolge liege die Verschuldung noch bei rund 16.000 Euro. Bei 400 Einwohnern macht das eine Pro-Kopf-Verschuldung von gerade einmal 40 Euro pro Einwohner. Bis Ende des Jahres sollen auch diese Verbindlichkeiten abgebaut werden.

Tourismus fördern

Zur Wahl als Nachfolger des scheidenden Wechselbergers bewirbt sich der selbstständige Unternehmer Richard Wörle (39), der für die „Liste für Pinswang“ kandidiert. Für den Gemeinderat besteht mit „Team Zukunft Pinswang“ noch eine weitere Liste, die jedoch keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt hat. Auf Wörles Agenda ganz oben steht im Dorfleben von Pinswang ein Mehr an Miteinander zu erreichen. Man habe das Gefühl, dass man kaum mehr miteinander, aber umso mehr übereinander redet. Wichtig sei es daher als erstes, die Bürger zu informieren und die Probleme anzusprechen.

Des weiteren ist es ihm ein Bedürfnis, den Tourismus zu fördern. In diesem Bereich gebe es einige Dinge, die positiv umgesetzt werden müssten. Auch um die gründliche Sanierung des Sportplatzes wolle er sich, falls er das Votum der Bevölkerung bekommt, kümmern, da dieser den heutigen Anforderungen nicht mehr genüge.

Angesprochen auf das Walderlebniszentrum (WEZ), das durch Pinswang in Bezug auf Parkplatzangebot eine vorbildliche Bereitstellung erfahren hat, werde auch unter ihm jegliche Unterstützung bekommen, soweit es gewünscht werde. Wörle hatte übrigens bereits 2016 als Bürgermeisterkandidat kandidiert, verlor jedoch gegen den damals amtierenden Karl Wechselberger.

Kurios ist die Situation hingegen in der angrenzenden Nachbar-Gemeinde Musau: der bisherige Bürgermeister Sieghard Wachter wollte sich eigentlich nach zwei Amtsperioden in den Ruhestand verabschieden. Da aber am Stichtag 28. Januar keine Liste eingereicht wurde und somit keine Kandidaten zur Auswahl standen, bleibt Wachter für weitere sechs Jahre Bürgermeister von Musau. Auch der Gemeinderat hatte sich dazu bereit erklärt, eine weitere Amtsperiode dran zu hängen.

Auch interessant

Kommentare